Essen oder Agrosprit tanken? Das Menschenrecht auf Nahrung geht vor! Mit einer Aktion vor dem Bundesumweltministerium haben Nichtregierungsorganisationen gegen die Förderung von Agrosprit aus Nahrungsmitteln protestiert. Aktive des Kampagnennetzwerkes Campact, die Entwicklungsorganisation Oxfam, der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz (BUND), das Food First Informations- und Aktionsnetzwerk (FIAN) sowie Rettet den Regenwald e. V. fordern Minister Peter Altmaier auf sicherzustellen, dass die Bundesregierung bei der Abstimmung im EU-Ministerrat am Donnerstag fĂŒr den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Agrosprit-Förderung sorgt.
23.12.2013 Berlin (UD/na) - In einer durchschnittlichen TankfĂŒllung E10 steckt die Energie von Nahrungsmitteln, die einen Erwachsenen 15 Tage ernĂ€hren könnte. Die EuropĂ€ische Kommission will den Agrosprit-Verbrauch auf dem jetzigen Niveau deckeln und 2020 jegliche finanzielle Förderung beenden. Anders die Bundesregierung: Sie will den Anteil von Agrosprit von derzeit fĂŒnf auf sieben Prozent erhöhen und die Subventionen bis 2030 beibehalten. Minister Altmaier war eingeladen, bei der Aktion rund 250 000 Unterschriften gegen Agrosprit entgegenzunehmen, die zwei Appelle von Campact und Rettet den Regenwald bisher versammeln.
"Der scheinbar kleine Unterschied hat gewaltige Auswirkungen: Von den fĂŒr zusĂ€tzliche zwei Prozent Agrosprit erforderlichen AnbauflĂ€chen könnten rund 68 Millionen Menschen ernĂ€hrt werden. Nahrung durch den Auspuff zu jagen ist unverantwortlich angesichts ĂŒber 840 Millionen hungernder Menschen weltweit", sagte Annette Sawatzki von Campact.
"Mit der EU-Förderung von Agrosprit wird der knallharte Kampf um begrenzte fruchtbare FlĂ€chen angeheizt. Die EU schĂŒrt so Landkonflikte, treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe und verschĂ€rft den Hunger", sagte Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam Deutschland.
"Nicht nur wir Nichtregierungsorganisationen, sondern auch renommierte Wissenschaftler und Bundesbehörden warnen seit Jahren vor den Folgen von Agrosprit. Agrarkraftstoffe haben keine wirklichen Klimavorteile, sondern schaden der Umwelt. Wie brauchen eine echte Verkehrswende, keine Scheinlösungen", sagte Kathrin Birkel, BUND-Agrarexpertin.
Den Online-Appell "Essen statt E10 - Hungersprit verbannen" haben seit Ende November ĂŒber 115.000 Menschen unterzeichnet: https://www.campact.de/agrosprit/appell/teilnehmen/
Rettet den Regenwald sammelte seit Februar 2013 fast 140.000 Unterschriften. Hier erfahren Sie mehr:
https://www.regenwald.org/aktion/908/eu-biodiesel-faellt-7-000-quadratkilometer-regenwald#more