"Gute Besserung" schreibt sie, als ich ihr meine Krankmeldung schicke. Sie weiß von meiner verhaltenen Fehlgeburt.
Ist selbst gerade schwanger.
Aber das Thema scheint zu fremd zu sein, zu weit weg.
Allgemein scheint es schwer zu sein, für Freunde, Familie und Bekannte mit dieser "Situation" umzugehen. Vielleicht wäre es leichter, wenn Fehlgeburten nicht so tabubehaftet sind. Ich meine - 1 von 3 Frauen erleben das. Ich habe leider Pech (falls man das so sagen kann/will) und es ist bereits das zweite Mal.
Vielleicht wäre es einfacher, wenn es einen Anspruch auf Mutterschutz gäbe - je nachdem wie weit fortgeschritten die Schwangerschaft ist, ist der Anspruch entweder länger oder kürzer. Aber eine Arbeitsunfähigkeit, um die man teilweise auch noch bitten muss, impliziert natürlich: Du bist krank. Und auch wenn ich körperlich gelitten habe, auch wenn meine Psyche leidet, finde ich es schwierig eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu bekommen.
Es ist eine Geburt. Am Ende habe ich kein lebendiges Kind in der Hand, aber es ist eine Geburt.
Eine sogenannte kleine Geburt.
Was weiß man darüber eigentlich? Einen feuchten Dreck, wenn man ehrlich ist - bis man selbst durchmusste. Und selbst dann weiß man vieles noch nicht.
Ich muss meine Gedanken hierzu teilen. Es gibt so vieles was in dieser Situation falsch läuft: Man ist selbst am Boden und muss sich dennoch kümmern, schwierige Entscheidungen treffen oder für seine Aufklärung kämpfen.
Wieso bekommt dieses Thema in Deutschland so wenig Raum, obwohl es so viele betrifft? Liegt es daran, dass wir Frauen sind? Liegt es daran, dass wir lieber darüber schweigen, bis wir selbst ein Kind an der Hand haben, um dann vielleicht verstohlen Verständnis zu zeigen, wenn jemand das selbe erlebt?
Ich bin nicht bereit darüber zu schweigen. Ich möchte darüber sprechen!
Ich war 2 x schwanger und habe kein Kind an der Hand. Ich habe 2 Sternenkinder - so nennt man die Kinder, die wir durch Fehlgeburten verlieren.













