Manchmal ist Schweigen leichter, als zu sagen, wie sehr es wehtut.
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Manchmal ist Schweigen leichter, als zu sagen, wie sehr es wehtut.

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Noch sechs Wochen. Bitte liebes EisbĂ€rchen... Bitte bleib. âš
Ich denk ich bin bereit fĂŒr Zukunft. FĂŒr Familie. FĂŒr 'ich komm von der Arbeit und begrĂŒĂe meine Frau und unser kind' ich bin bereit fĂŒr '3 Uhr nachts Flasche geben und Windel wechseln' ich bin bereit fĂŒr 'bettchen aufbauen, babykleidung waschen, Mini Kleiderschrank einrichten, stundenlang spazieren, Zoo besuche, Brei selber kochen und voll gekotzte Kleidung' đ„ș ich bin ready fĂŒr 'das erste richtige LĂ€cheln, fĂŒr die ersten gezielten Gesten, fĂŒr 2.000.000 Bilder in Folge vom selben Gesicht weil keines davon gelöscht werden darf' . Ich bin ready.!
Aww in eigener Sache.
Oder: warum eigentlich ausgerechnet Reproduktionsmedizin?
Manche von euch haben sich vielleicht die Frage gestellt, was ich mir dabei gedacht habe. Tja. Nun, die traurige Wahrheit ist, dass ich hier noch eine recht aufwĂ€ndige, zĂ€he und vor allem sehr medizinische Storyline liegen habe, fĂŒr die ich schlussendlich keine Verwendung mehr hatte. Weil diese FF sowieso schon viel zu ĂŒberladen mit Handlung ist. Schade.
Nichtdestotrotz war das Fachgebiet sehr bewusst gewĂ€hlt. Weil ich grundsĂ€tzlich nur ĂŒber Dinge schreibe, von denen ich eine gewisse Ahnung habe.
Und hier kommt er dann also, der Post, auf den vermutlich niemand gewartet hat.
Anbieten möchte ich ihn euch aber trotzdem, denn unangenehm sind immer nur die Dinge, ĂŒber die man nicht redet. Und da auch dieses Thema meines Erachtens viel zu gerne und viel zu grĂŒndlich totgeschwiegen wird, lade ich euch mal wieder ein, mit mir gemeinsam einen Blick auf meine Vergangenheit zu werfen.
Wie immer ist alles sehr subjektiv, kann es auch nur sein, weil nun mal jeder Fall anders liegt.
Also, wer jetzt noch nicht thematisch ausgestiegen ist â nehmt euch Snacks, lehnt euch zurĂŒck und lasst euch von mir informieren. Oder, was mich am meisten freuen wĂŒrde: ermutigen.
Oktober 2013
Wir sind zurĂŒck aus den Flitterwochen, langsam kehrt der Alltag wieder ein. An einem ruhigen Samstagnachmittag lehne ich mich in den Durchgang zum Wohnzimmer. Mein Mann, mit dem ich zu dem Zeitpunkt seit sechs Jahren zusammen bin, spielt das neue GTA V, hat die FĂŒĂe auf dem Couchtisch liegen, und wieder mal denke ich, das ist er, der Mensch, mit dem du dir alles vorstellen kannst. Bis ganz zum Schluss möchtest du mit diesem Mann zusammen sein.
âWollen wir es versuchen?â, frage ich daher, völlig aus dem Kontext gerissen, und verwirrt unterbricht er das Spiel, um mich mit hochgezogener Augenbraue anzuschauen.
âWas genau?â
âEin Baby zu kriegen?â
âIst es nicht noch ein bisschen frĂŒh?â
âWieso? Wir wissen doch gar nicht, wie lange es dauert?â
Er legt den Kopf schief, blinzelt mich noch einmal an und nickt dann schlieĂlich.
âOkay. Dann schmeiĂ meinetwegen deine Pille ins Klo, wir werden dann ja sehen.â
Damit endet unser GesprÀch, er spielt weiter.
Ich breche, wie gewĂŒnscht, die Pilleneinnahme ab.
Bitte meine beste Freundin, die Pharmazeutin ist, mich mit den notwendigen FolsÀuretabletten zu versorgen.
Und habe keine Ahnung, was uns bevorsteht.
Sommer 2014
Wir machen uns keinen Stress. Kaufen zunĂ€chst ein neues Auto, fahren weg, machen Dinge, von denen wir uns einbilden, sie mit Kind nicht mehr tun zu können. Bei anderen Paaren aus unserem Freundeskreis geht es schneller, aber gut, sagen wir uns immer wieder, dann ist es halt so. FrĂŒher oder spĂ€ter sind wir auch dran.
TatsÀchlich halte ich im Juni einen Strich mit zwei Strichen in der Hand.
Die Schwangerschaft endet vier Wochen spĂ€ter in einer sehr frĂŒhen Fehlgeburt.
Ich bin sehr traurig, denke mir aber okay, wer weiĂ, woran es gelegen hat. Dann eben beim nĂ€chsten Mal.
Wenige Wochen spĂ€ter verkĂŒndet meine beste Freundin mir mit zusammengepressten ZĂ€hnen ihre zweite Schwangerschaft, ich kann sie nur stumm anschauen.
âIch weiĂâ, sagt sie und umarmt mich, âich weiĂ, und ich erwarte gar nichts von dir. Ich liebe dich, vergiss das nie.â
Wir reden danach nie wieder darĂŒber, aber ich bin ihr bis heute dankbar dafĂŒr.
Sommer 2015
Aus Familie und Freundeskreis kommen die ersten Fragen. Ob wir denn nicht auch mal so langsam möchten? Oder gar nicht wollen?
Um uns herum werden weiter Babyparty gefeiert und Kinder geboren. Manche werden ungeplant schwanger.
Ich bin es einfach nur noch leid.
Wir fliegen im Sommer zehn Tage nach Mallorca, sitzen bis spĂ€t nachts an der Promenade, trinken Sangria, rauchen Shisha â so geht es am Ende doch auch.
Aber anders wÀre es halt schöner.
FrĂŒhling 2016
âEs reichtâ, entscheide ich eines Tages beim Abendessen, âdas, was wir hier machen, hat mit SpaĂ nichts mehr zu tun. Es ist wie arbeiten, man hat eigentlich keine Lust, geht aber trotzdem hin. Wenn wir so weitermachen, verlieren wir uns. Lass uns zum Arzt gehen und das mal checken lassen.â
Ich ernte einen dankbaren Blick, und damit ist es beschlossene Sache.
Und am nÀchsten Tag rufe ich meine FrauenÀrztin an.
Auf der Suche nach der Ursache
Zwei Wochen spĂ€ter sitzen wir ihr gegenĂŒber, sie schaut meinen Mann ĂŒber den Rand ihrer Brille hinweg streng an.
âIch werde ein paar Untersuchungen anstellen, aber grundsĂ€tzlich schicke ich immer zuerst die MĂ€nner zum Arzt. Wenn die Ursache bei Ihnen liegt, können wir uns den Rest sparen.â
Mein Mann verzieht das Gesicht, ist aber folgsam und macht am nÀchsten Tag einen Termin beim Urologen aus.
Es vergehen weitere zwei Wochen, dann sitzen wir, mit Spermiogramm, wieder bei meiner Ărztin. Die erneut streng schaut, und dieses Mal uns beide damit meint.
âSie wissen, dass das schlecht ist, oder?â, fragt sie, und wir nicken.
Denn tatsĂ€chlich, das ist es. Die Chance auf eine natĂŒrliche Schwangerschaft liegt bei unter einem Prozent, also ungefĂ€hr so, wie bei korrekter Einnahme der Pille. Ein Lottogewinn wĂ€re weitaus wahrscheinlicher.
Ich dagegen bin, abgesehen von einer leichten GelbkörperschwÀche, gesund. Alle Werte im Normalbereich, was gut sei, wie sie betont.
Helfen kann sie uns ab hier vorerst trotzdem nicht mehr â wir mĂŒssen in die Kinderwunschklinik.
Irgendwo zwischen Frustration und Hoffnung gefangen, verlassen wir die Praxis â und gehen erst mal zum Griechen, wie immer, wenn wir nicht so recht wissen, was wir sonst tun sollen.
Am nÀchsten Tag beginnt unsere Suche nach der passenden Klinik.
Die richtige Klinik
Das ist natĂŒrlich vollkommen subjektiv.
Ich kann euch persönlich nur raten, auf euer BauchgefĂŒhl zu hören. Geht es schon beim ersten Termin nur um Kosten und Zusatzleistungen? Steht auf und geht. MĂŒsst ihr ewig warten und werdet dann kurz abgefertigt? Steht auf und geht. Kliniken gibt es wie Sand am Meer. Ihr seid keine Nummern, sondern Menschen mit GefĂŒhlen.
Wir haben uns am Ende fĂŒr die entschieden, die erst ganz zum Schluss ĂŒbers Geld sprechen wollte. Die eine angestellte Psychotherapeutin im Team hat, die kostenlose Beratung anbietet. Man nimmt sich Zeit fĂŒr uns, beantwortet jede Frage. Kein GesprĂ€ch dauert weniger als eine halbe Stunde.
Wenn ihr aus NRW kommt â schreibt mir gerne fĂŒr genauere Infos.
Die Behandlung
Auch hier wieder mal alles rein subjektiv.
Es gibt mittlerweile wirklich zahlreiche Möglichkeiten, von ganz einfach Eingriffen bis hin zur ICSI, auf die ich gleich noch eingehen werde. Auch hier kann ich nur dazu raten, euch beraten zu lassen. Und scheut euch im Zweifel nicht, noch eine zweite oder sogar eine dritte Meinung einzuholen.
Die ICSI - Intrazytoplasmatische Spermieninjektion
Gemeint ist damit das aufwĂ€ndigste Verfahren in der Reproduktionsmedizin. Und das teuerste. Und die fĂŒr uns einzige Chance auf ein leibliches Kind.
An der Stelle möchte ich euch aber gerne mit allzu medizinischen Details, die ihr sowieso individuell mit den Behandlern besprechen mĂŒsst, verschonen. Deshalb gibt es nur einen kurzen Abriss durch diese Zeit.
Die Behandlung beginnt, nachdem alle FormalitĂ€ten erledigt sind und die Medikamente in unserem KĂŒhlschrank liegen, mit den Eizellen von dsungarischen Zwerghamstern. Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht. TatsĂ€chlich darf mein Mann mir knapp zwei Wochen lang jeden Abend eine Dosis des Medikaments Ovaleap in eine Bauchfalte spritzen. Einige Tage spĂ€ter kommt noch jeden Abend eine weitere Spritze hinzu, die einen vorzeitigen Eisprung verhindert: Orgalutran. Was tut man nicht alles, denke ich mir beim Anblick meines völlig zerstochenen Bauches. Was tut man nicht alles.
SchlieĂlich werden mir â unter der ersten Vollnarkose meines Lebens, der AnĂ€sthesist kann es fast nicht glauben â insgesamt 24 Eizellen entnommen.
Eine halbe Stunde muss ich noch in der geblĂŒmten BettwĂ€sche liegenbleiben, dann schickt man mich mit einer Krankschreibung fĂŒr zwei Tage und der Anweisung, viel zu trinken â ich hatte eine leichte bis mittlere Ăberstimulation â auf die heimische Couch.
Am nĂ€chsten Tag ruft das Labor an: 14 Eizellen waren reif, 12 konnten befruchtet werden. Ob wir eine Blastozystenkultur anstreben? Sprich: die Eizellen werden erst am fĂŒnften Tag an mich zurĂŒckgegeben, wenn sie es bis dahin schaffen. Zellmaterial, dass dieses Stadium erreicht, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit genetisch weitgehend intakt â und verspricht die höchsten Chancen auf eine Schwangerschaft. Wir stimmen zu.
âDie QualitĂ€t ist vollkommen in Ordnungâ, erklĂ€rt uns der Professor dann am fĂŒnften Tag, wĂ€hrend er die Blastozysten per Katheter an mich zurĂŒck transferiert. Na ja, denke ich, als er schon wieder weg ist und ich das abstrakte Bild an der Wand des Behandlungszimmers anstarre, besser als die anderen, die wir schon auf dem Weg hierher verloren haben. Lediglich vier der ursprĂŒnglich 12 befruchteten Eizellen haben es nĂ€mlich bis zu diesem Tag geschafft, zwei haben wir einfrieren lassen, zwei zurĂŒckgenommen. Keine gute Quote also.
âWird schon allesâ, sagt mein Mann, mehr zu dem blöden Bild, das er ebenfalls anstarrt, als zu mir, und eine halbe Stunde spĂ€ter fahren wir halbwegs entmutigt nach Hause.
Dann heiĂt es warten.
Erst am vierzehnten Tag dĂŒrfen wir zum Bluttest, morgens um acht. Auf dem Heimweg gehen wir frĂŒhstĂŒcken, reden uns gut zu, ĂŒberlegen, wie viele Versuche wir noch auf uns nehmen. Es ist ein Montag im Oktober, das Wochenende habe ich mit Blutungen auf der Couch verbracht. Hoffnung habe ich wenig bis keine.
Um zwölf Uhr ruft die Klinik an, wir sind wieder daheim. Mein Mann nimmt den Anruf entgegen, weil ich natĂŒrlich gerade nicht im Raum bin, als mein Handy klingelt.
âIst in Ordnung. Dankeâ, höre ich ihn sagen, und spĂŒre sofort, wie mir die TrĂ€nen ĂŒber das Gesicht laufen. Also alles wie erwartet und auf ein Neues, nehme ich an.
Bis ich aufschaue und sehe, dass er auch weint.
âEs hat geklapptâ, höre ich ihn sagen, âdu bist schwanger. Aber wir sollen spĂ€ter noch vorbeikommen und ein Rezept abholen, du musst Gelbkörper nachspritzen.â
Das mache ich dann auch â mit Erfolg, die Blutungen hören schon einen Tag spĂ€ter auf.
Wahrscheinlich, so heiĂt es spĂ€ter, waren Zwillinge angelegt.
Hinterfragen mag ich das bis heute nicht.
Was darauf folgt, ist fast zu schön, um wahr zu sein: eine traumhafte, entspannte Schwangerschaft, mit den ĂŒblichen Hormonschwankungen (mein Mann wurde im Dezember dafĂŒr angeschrien, dass es auf meiner Weihnachtsfeier total ekelhaftes Essen gab, wĂ€hrend er einen schönen Abend mit seinem besten Freund hatte), einer Menge Pizzabrötchen mit Schinken und KĂ€se und latenter DauermĂŒdigkeit.
Und endet genauso traumhaft: mit der Geburt unserer Tochter im Juni 2017, einen Tag nach der letzten Ausstrahlung einer Sendung namens Circus HalliGalli.
Die Kosten â und die Alternativen zur Kinderwunschbehandlung
Jetzt wird es tatsÀchlich richtig, richtig frustrierend.
Da aber die Fakten fĂŒr sich sprechen, mag ich euch sie einfach mal hierlassen. Euren Teil dĂŒrft ihr euch selbst denken.
UngefÀhr jedes siebte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Die Dunkelziffer wird deutlich höher sein.
Die Krankenkassen ĂŒbernehmen die HĂ€lfte der Behandlungskosten, fĂŒr insgesamt drei Versuche, einige wenige auch hundert Prozent.
Eine KostenĂŒbernahme erfolgt nur bei verheirateten, heterosexuellen Paaren.
Wir haben die HĂ€lfte dazubekommen, hatte eine fast schon minimalistische Behandlung, kaum Zusatzleistungen â und haben einen mittleren, fĂŒnfstelligen Betrag gezahlt.
Eizellspenden sind in Deutschland verboten, Leihmutterschaften ebenso.
Die Kosten fĂŒr eine Leihmutterschaft in Amerika belaufen sich auf ungefĂ€hr 50k Euro.
Auf jedes Kind, das in Deutschland zur Adoption freigegeben wird, kommen durchschnittlich sieben Bewerberpaare â und es werden immer weniger Kinder freigegeben.
Pflegeeltern werden dringend gesucht, jedoch gehen die Kinder oftmals wieder in ihre Herkunftsfamilien zurĂŒck.
Die Frau, die in einer lesbischen Beziehung â oder Ehe -, das Kind zur Welt bringt, gilt als Mutter. Die Ehefrau nicht, diese muss das Kind erst umstĂ€ndlich adoptieren â was immerhin mittlerweile möglich ist.
Noch schlechter gestellt sind da nur noch die homosexuellen MĂ€nner â ihnen bleibt oftmals nur die teure Auslandsadoption oder die noch viel teurere Leihmutterschaft im Ausland.
Wir schreiben das Jahr 2024.
Wie soll ich das schaffen?
Dieses normale Leben.
Morgens zur Arbeit, abends zurĂŒck.
Die Emotionen kommen in Wellen. Du denkst es ist besser und dann kommt es mit voller Wucht zurĂŒck und reiĂt dich um.
Heute vermisse ich dich unendlich.
Kann die Ungerechtigkeit nicht verstehen, warum ich ohne dich weiter machen muss.
Du fehlst so sehr.
In meinem Bauch und in meinem Herzen.
Ich weiĂ nicht wie es weitergehen soll.
Ab und zu habe ich ein bisschen Hoffnung, dann lĂ€hmt mich die Angst, niemals ein Baby bekommen zu dĂŒrfen.
Es gibt keine Garantie.
Und das macht diesen Weg noch schwerer.
Weil man nicht weiĂ wann er endet und wie er endet.
Alles oder nichts, Sschwarz oder weiĂ.
Es gibt kein grau.

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& schon wieder schau ich mit leeren Augen auf den negativen Test. Ich spĂŒre wie die Welt um mich stehen bleibt & die TrĂ€nen meine Wangen hinunterlaufen.
Ich weiĂ, wie unwahrscheinlich es ist, dass wir eines Tages plötzlich einen positiven Test in der Hand halten & der Gedanke tut mir weh.
âDu bist doch noch so jung, ihr habt noch soviel Zeitâ sind Aussagen. Von Leuten die Kinder haben & nicht verstehen können, dass man niemals einfach so schwanger wird. Es wird geplant sein, unzĂ€hlige Spritzen, TablettenâŠunzĂ€hlige Tage, Wochen &Monate die vergehen bis wir vielleicht irgendwann unser GlĂŒck im Bauch haben.
Zu sehen, wie alle schwanger werden und ihre Babys bekommen, freut und verletzt mich zu gleich.
Die Freude fĂŒr unsere Freunde, aber die tiefe Trauer in mir, die sich nichts sehnlicher wĂŒnscht.
Ich weiĂ das wir tolle Eltern werden.
Eines Tages machst du uns komplett, unsere kleine Welt.
Wie kann man sich gleichzeitig so sehr freuen und trotzdem tieftraurig sein?
Ich fĂŒhle mich schlecht. Weil ich gleichzeitig so widersprĂŒchliche GefĂŒhle fĂŒhle. Eine gute Freundin von mir, eine von den wenigen mit denen ich im Moment mehr Kontakt habe, hat mir heute mitgeteilt, dass sie schwanger ist. Bereits fast in der 13. Woche. Auf dem Bild welches sie mir von Ultraschallbildern schickte, ist bereits ein winzig kleiner Mensch zu erkennen. Und versteht mich bitte nicht falsch. Ich freue mich unendlich doll fĂŒr sie. Aufrichtig und ehrlich und wirklich sehr.
Und gleichzeitig trifft es meinen verletzlichsten Punkt im moment. Ich gönne es ihnen so sehr, und dennoch komme ich nicht drum herum heulend vor dem Bildschirmdisplay zu sitzen. Weil ich dieses GlĂŒck nicht erfahren durfte. Weil die Wahrscheinlichkeit fĂŒr uns schwanger zu werden so verschwindend gering ist. Weil ich ganz sicher weiĂ, ich werde nicht wie andere, oder eben meine Freundin einen ĂŒberraschend positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten. Wenn ich ĂŒberhaupt schwanger werden sollte, dann nach Plan. Nach Operationen, viel Geld, vielen spritzen und Arztbesuchen. Und fuck, ja es tut weh. Es tut so schrecklich weh!
Ich fĂŒhle mich wie ein schlechter Mensch, weil ich mein Leid nicht runterschlucken kann. Weil meine Freude fĂŒr meine Freundin getrĂŒbt ist von meiner Trauer. Um mich, um das Kind welches ich vor einem Jahr verloren habe, ĂŒber die Angst niemals eine solche Nachricht an meine Freunde und Familie senden zu können.
Ich freue mich also aufrichtig fĂŒr sie, und Weine gleichzeitig um mich, um das Kind welches sich nie weiterentwickeln durfte. Um die Angst, vielleicht selber niemals Mutter sein zu können. Und nebenbei die frage, ob diese zwiespĂ€ltigen GefĂŒhle mich zu einem schlechteren Menschen machen...
Ich habe es mir so sehr gewĂŒnschtâŠ