Fehler - schon wieder.
Vielleicht ergänzend zum letzten Blogeintrag über Fehlerkultur erlebte ich gestern beim Bäcker eine Situation, die mich auch staunen ließ:
Ich kaufte - wie jeden Samstag - Brötchen für 3,05€. Ich hatte es leider nicht passend, sodass ich 4,05€ bereithielt. Die Verkäuferin nahm das Geld, legte es in die Kasse, schob die Schublade zu und wünschte mir ein schönes Wochenende.
Oft meide ich in diesen Situationen eine Richtigstellung, aber gestern war scheinbar genug Energie da, um für MEINEN Euro einzustehen. Ich sagte ihr also, dass ich ihr 4,05€ gab, zwei Zwei-Euro-Stücke.
Da sie scheinbar nicht einfach so die Kassenschublade öffnen kann, rechnete sie für ihren Kollegen die Bestellung ab und meinte dann in meine Richtung: "Da müssen sie dann mal eben warten, haben sie selbst Schuld." - Ich weiß, dass es witzig sein sollte und ich habe eine Menge Humor, allerdings nicht, wenn es unverschuldet auf meine Kosten ist.
Zurück in die Situation: Der Kunde zahlte mit Karte und ich entgegnete noch, ob die Kassenschublade dann überhaupt öffnen würde. Sie tat es (natürlich) nicht.
Also musste ich auf den nächsten Kunden warten, der bar zahlte und sarkastisch ein "Hoch auf die Digitalisierung" ausrief. Ich erhielt in dem Zuge dann meinen Euro und von der Verkäuferin den Satz: "Ach, da sehe ich ja die zwei Zwei-Euro-Stücke." Ich nickte: "Ich würde sie doch nicht anlügen." Sie verabschiedete mich mit dem Satz: "Da haben sie ja für heute genug genervt." - Im Weggehen sagte ich dann nur: "Nagut, dann nächste Woche wieder."
Ich habe Humor und er darf auch schwarz oder sarkastisch sein, aber doch nicht, wenn ICH hier nicht diesen Fehler verursachte. Sie schob ihre Unfähigkeit einfach auf mich ab und macht sich das Leben einfach. Ich hingegen bleibe mit Unverständnis zurück - ist das nun die "neue Kundenfreundlichkeit"?











