Stolpersteine.
In der Stadt, in der ich nun arbeite, begegnen sie mir immer mal wieder. Seit 2007 wurden in vielen Städten sogenannte Stolpersteine gesetzt in Erinnerung an verfolgte, geflßchtete, getÜtete Opfer des Holocausts. Die Steine wurden dort verlegt, wo diese Personen einst lebten. Die Geschichte der Menschen ist (zumindest hier) recht gut recherchiert und im Internet einsehbar.
Ich erwähnte bereits in einem anderen Eintrag, dass ich schon von Kindheit an ein groĂes Interesse an der NS-Zeit und dem Dritten Reich hatte.
Und diese Stolpersteine haben mich aktuell wieder hineingetrieben in diesen Hyperfokus. Ich habe mich schlaugemacht: Ăber 150 Stolpersteine liegen in der Stadt und viele haben einen Paten, der sich um die Pflege kĂźmmert. Ich nahm Kontakt zum zuständigen Zentrum auf und erhielt ebenfalls die Patenschaft fĂźr einen dieser Steine.
Die Person meines Stolpersteins wurde 1892 geboren, zog 1930 in die Gegend, zog innerhalb der Stadt mehrfach um. Als Beruf wurde "Händler" vermerkt. Er wurde mehrfach inhaftiert aufgrund verschiedener Delikte (Diebstahl, "Ăbertretung") Ab Dezember 1935 zog er dann in die Adresse, wo nun sein Stolperstein verlegt ist - das Haus selbst steht nicht mehr. Seine letzte Einlieferung war am 03.12.1938, am 22.03.1939 wurde er ins Zuchthaus in Celle ĂźberfĂźhrt "zur StrafverbĂźĂung 6 Jahre Zuchthaus [...] daran anschlieĂend Sicherheitsverwahrung". Dann verliert sich seine Spur, bis er später aufgrund seiner Homosexualität (â§ 175-Opferâ) verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht wurde. Er starb am 20.03.1943.
FĂźr mich ist es ein geringer Aufwand diesen Stein zu pflegen: Ich habe in meiner Arbeitstasche stets Politur und einen Schwamm dabei und kann innerhalb weniger Minuten "meinen" Stolperstein etwas mehr zum Leuchten bringen.
Vielleicht gibt es ja in Eurer Gegend auch Stolpersteine und ihr findet ein paar Minuten Zeit diese zu reinigen? #gegendasVergessen




















