GREET THE DAWN.
& cloaÄžed Ńtranger
Minuten vergingen. Minuten welche wie eine Ewigkeit erschienen. Dieses Monster von einem MannâŠoder was auch immer es sein sollte stand inmitten des Raumes und blickte umher, suchte den Raum mit seinen Augen ab um das Entschwinden der Blondine nachvollziehen zu können.  Diese verharrte in den Armen des Diebes, verhĂŒllt von seinem Umhang. Knapp war sie durch ihn den reiĂenden ZĂ€hnen der KettensĂ€ge entwischt, denn auch wenn Garrett nicht selbst fĂŒr ihren Tod verantwortlich gewesen wĂ€re hĂ€tte er es einfach nicht zulassen oder gar dabei zusehen können. Er mochte zwar egoistisch sein, jedoch nicht kaltherzig und skrupellos. Ruhig war sein Atem, obgleich sein Herzschlag hart gegen seine Brust hĂ€mmerte. Doch zwang er sich zur Ruhe, denn nur das fĂŒhrte zum Erfolg. Sein gesamter Körper war angespannt, wartete auf eine Bewegung seitens dieser MonstrositĂ€t, um sich auf jegliches Szenario vorzubereiten. Wer war das? Definitiv keiner dieser Jugendlichen. Egal wie sehr er die Augen zusammenkniff, es gelang ihm einfach nicht das Gesicht zu erkennen. Doch war es vielleicht auch besser so.
Plötzlich ein Schnauben,  eine ruckartige Bewegung und der Berserker drehte sich direkt in die Richtung der Beiden. Garrett festigte den Griff um den Körper der Blondine, deutete ihr somit das sie sich keinen einzigen Millimeter rĂŒhren sollte. Er selbst bemerkte wie er den Atem anhielt und sich automatisch so klein wie möglich machte. Abermals Sekunden welche Ewigkeiten dauerten, bis sich der Verfolger der jungen Frau zur zerstörten TĂŒr drehte und hinaus stapfte. Ein paar Minuten wartete er noch, ehe er die Blondine aus seinem Griff entlieĂ und seinen Umhang wieder zurĂŒck warf. Geschmeidig und immer noch vorsichtig begab er sich aus seiner Hocke und schlich mit einer schier katzenartigen AgilitĂ€t zur TĂŒr, lieĂ seinen Blick nach links und rechts schweifen um sich zu vergewissern das sie alleine waren. Ein Seufzen von sich geben entspannte sich seine Körperhaltung, sein Blick dabei zu der unbekannten Frau wandernd, vor welcher er sich nun hinkniete.Â
âBist du verletzt?â
Zwar erschien sie ihm nicht als hĂ€tte sie stark blutende Wunden, doch gab es genug Verletzungen, welche intern des Körpers beherbergt sein konnten. Ein verdrehtes Knie oder ein verstauchter Knöchel. Wie es ihrer Psyche ging konnte Garrett ohne weiteres erahnen, auch wenn er ehrlich gesagt gar nicht wissen wollte was hier passierte. Er tippte auch einen psychopathischen Massenmörder⊠klang fĂŒr einen Mann in seinem Alter vielleicht ziemlich abstruĂ allerdings mussten die ganzen Filmproduzenten ja irgendwo ihre Idee fĂŒr die ganzen Splatter hernehmen. Es wĂ€re zumindest bestimmt nicht der erste Fall. Was mit den anderen Jugendlichen passiert war wollte er gar nicht wissen.
â ( ⟠) â
Sam spĂŒrte die KĂ€lte, die unaufhaltsam ihren Nacken emporkroch, sich auf ihrer Haut manifestierte & ihr die kleinen, feinen HĂ€rchen aufstellte, wie ein Igel seine Stacheln, wenn er sich in eine Verteidgungsposition begab. Nur, dass ihr in diesem Falle wohl aufgestellte HAARE wenig bringen dĂŒrften. Die Anspannung war kaum auszuhalten, & lediglich die gurgelnden GerĂ€usche ihres Verfolgers wahrzunehmen, wie er begierig den ganzen Raum nach seinem Opfer abgraste, war nicht gerade die optimale Voraussetzung, um Ruhe bewahren zu können. Doch sie bemĂŒhte sich, so regungslos wie möglich zu bleiben & ihren Atem flach zu halten, denn sonst wĂŒrde dieses â TIER â sie beide entdecken, & nicht nur, dass Sam dann vermutlich den nĂ€chsten Morgen nicht mehr erleben wĂŒrde, sie hĂ€tte zudem auch noch das Blut eines anderen an ihrem Leibe kleben, jemand, der sich aufopferte, ihr zu helfen & sich somit selbst in Gefahr begab. Ein Grund mehr, nicht die Nerven zu verlieren. Jemand anderes auf dem Gewissen zu haben, wĂ€re unverzeihlich ! DafĂŒr wĂŒrde sie in der Hölle schmoren, ganz bestimmt !
Als sich die tyrannische Gestalt ihnen zuwandte, gefror ihr Körper, was im Grunde gut war, denn dann wĂŒrde sie sich nicht bewegen & ihre Position verraten. Andererseits aber drohten ihre Knie schlapp zu machen & wie Espenlaub in einer bitterlich kalten Winternacht zu erzittern. Sollte diese unangenehme Begegnung noch einige Minuten lĂ€nger andauern, dann wĂŒrden ihre Beine drohen, dem mentalen Druck nachzugeben -ââ & was dann passieren wĂŒrde, wollte sie sich gar nicht ausmalen.
Der Unbekannte drĂŒckte sie fast schon aus Reflex fester an sich & Sam wusste, das es nun auf sie ankommen wĂŒrde, das sie die Waagschale in HĂ€nden hielt, die ĂŒber Leben & Tod e n t s c h e i d e t. Sie kniff die Augen zusammen, konzentrierte sich lediglich auf ihren eigenen, seichten Atem & das Klopfen des Herzens, welches ebenso aufgebracht gegen die Brust schlug, an welche sie ihren Kopf lehnte, wie es ihres tat. Ihre Lippen waren press geschĂŒrt & ihr Atem STOCKTE regelrecht -ââ diese verdammten Sekunden der Todesangst fĂŒhlten sich wie eine grauenvolle Ewigkeit an, doch dann, endlich ⊠ein Wink des Schicksals, ein Zeichen, dass ihre Zeit vielleicht noch nicht gekommen war. Bis jetzt.
Die Gestalt gab ein genervt, fast schon enttĂ€uschtes Grunzen von sich, ehe sie den Motor der Maschine komplett abstellte & das mordhungrige Instrument komplett verstummte. Er verzog sich, ENDLICH. Seine schweren, klobigen Schritte lieĂen sehr deutlich erahnen, dass er dabei war, den Raum zu verlassen. & erst, aber auch wirklich erst, als vollkommene Stille einkehrte, eben jene, die sie vor einigen Stunden noch als â gruselig â abgetan hatte, atmete Sam auf, & war nie dankbarer ĂŒber einen solch ruhigen Moment in ihrem Leben wie jetzt gerade eben.
Ihr unbekannter Retter lieĂ sogleich von ihr ab & auch sie löste sich von ihm, woraufhin sie sich gegen die Wand fallen lieĂ, der Körper zittrig, noch immer, & ihre Gedanken gleichend einer reinsten, loopingreichen Rennbahn, ohne Boxenstopp. Sie fasste sich an die Stirn, strich sich ein paar StrĂ€hnen aus dem Gesicht, erfĂŒhlte dabei eine leichte Kruste. Wohl getrocknetes Blut. Sie hatte sich vor der Verfolgungsjagd ziemlich böse den Kopf gestoĂen. Diese HĂŒtte war voller Gefahren -ââ was hier sonst noch lauern könnte, wollte sie gar nicht erst herausfinden. Zwar besaĂ Sam ein Abenteuerherz aber DAS war definitiv zu viel des Guten.
Ein leichtes Nicken folgte der Frage des Mannes, der ihr Leben um ein paar Stunden { hoffentlich } verlĂ€ngert hatte, doch blickte sie ihn nicht an. Ihre Augen waren starr auf den Boden gerichtet, als wĂŒrde sie ihre Gedanken, ihr gesamtes Wesen, erst einmal wieder aufsammeln & zurechtrĂŒcken mĂŒssen. Doch nach einer kurzen Weile platzte die Anspannung dann aus ihr heraus & sie erwiderte etwas; die Stimme noch immer von Angst zerfurcht :
      â N-Nein, bin ich nicht ⊠schĂ€tze ich. Ich habe mir vor einer Weile den Kopf gestoĂen aber ist ⊠halb so schlimm.
        -ââ scheiĂe, was gerade passiert ist, war kein Traum, stimmtâs ? Du ⊠du hast diesen kranken Spinner mit der KettensĂ€ge auch gesehen, ja ? â
NatĂŒrlich hatte er das. Zwar wirkte er weitaus mutiger als Sam, & besaĂ wohl auch definitiv das Nötige know-how, um eine solche Situation zu ĂŒberleben, doch auch in SEINEN Augen konnte sie Verwunderung erkennen. W E R er eigentlich war & was er hier zu suchen hatte, wĂŒrde sie sich fĂŒr spĂ€ter aufheben. Nun musste sie sich erst einmal wieder sortieren. & vielleicht wĂ€re es auch keine schlechte Idee, von hier zu verschwinden. Der Typ, der ein wenig zu oft â Chainsaw Massacre â geschaut hat, könnte schlieĂlich jeden Moment wiederkehren & sie unvorbereitet erwischen.












