Lunar New Year in Singapore
In Langkawi ging es ganz früh morgens zum Flughafen. The last stop: Singapur. Der Stadtstaat liegt ganz im Süden Malaysias auf mehreren natürlichen und künstlichen Inseln und ist extrem dicht besiedelt. Ein Brite mit dem Namen Raffles erkannte in dem ehemaligen Fischerort einst das Potential zum internationalen Handel zwischen der westlichen und östlichen Welt und verhalf Singapur so zu seinem heutigen Glanz.
Dort angekommen staunten wir nicht schlecht, denn der Flughafen Changi International ist der beeindruckendste Flughafen, den wir je gesehen haben. Riesengroß mit 4 Terminals ausgestattet, die man entweder mit der Skytrain oder dem Bus in wenigen Fahrminuten erreichen kann. Und nicht zu vergessen, das große Shoppingcenter „Jewel“ an Terminal 1 mit dem größten Indoor Wasserfall der Welt, welches wir ausgestattet mit zwei Trolleys für die Backpacks erkundeten.
Im Anschluss fuhren wir für wenig Geld mit der Metro in die City um im Hotel einzuchecken. Die hier genannte MRT vernetzt unterirdisch die gesamte Stadt und fährt vollautomatisch ohne Fahrer. Die Bezahlung erfolgt dem 21.Jahrhundert entsprechend, indem man seine Kreditkarte beim ein- und aussteigen an die Schranken hält. So wie alles in Singapur sind die MRT Stationen komplett Videoüberwacht und es gelten strenge Regeln: Trinken und Essen in der Bahn ist streng verboten (Strafe: 500 Singapurdollar), Kaugummi kauen ist in der gesamten Stadt verboten und ist bei Reisekrankheit nur mit ärztlichem Rezept erhältlich, Rolltreppen sind doppelt so schnell wie gewöhnlich und dürfen nicht von Senioren und Kindern benutzt werden, da diese zu langsam sind. Funfact: Es gilt außerdem ein Crocs-Verbot auf den Rolltreppen.
Und wo wir schon bei Verboten sind: Singapur ist die Stadt mit den meisten Regeln und Verboten die wir bis jetzt besucht haben. Egal wo man hinschaut, Verbotsschilder sieht man immer. Bricht man diese Regeln, muss man mit (exorbitant hohen) Geldstrafen oder sogar Haftstrafen rechnen. Außerdem gilt Singapur als cleanste und teuerste Stadt der Welt. Überall gibt es blitzsaubere öffentliche Toiletten, jeder nimmt seinen Müll mit. Ein echter Kontrast zu unseren bisherigen Südostasien-Erfahrungen.
In die Liste der Superlative reiht sich auch die Bezeichnung „grünste Stadt der Welt“, den man vermehrt an den Fassadenbegrünungen erkennt, vor allem aber anhand der vielen Parkanlagen. Der beliebteste Park ist „Gardens by the Bay“. Die weltbekannte Anlage erstreckt sich vom Marina Bay Sands Hotel bis an die Küste und bildet einen wunderschönen Botanischen Garten mit riesigen künstlich begrünten „Supertrees“, die Strom erzeugen und das Stadtklima verbessern sollen. Abends durften wir hier eine beeindruckende, wenngleich nur sehr kurze Lichtshow bestaunen.
Aufgrund des überaus schlechten Wetters (es regnete nahezu 3 Tage durchgehend) entschieden wir uns außerdem den Cloudforest zu besuchen. In einem riesigen freistehenden Glasgebäude befindet sich ein künstlicher Berg mit Vegetation aus dieser tropisch-kühlen Vegetationszone, die es auf der Erde nur sehr selten gibt (etwa in Malaysisch-Borneo und Costa-Rica). Wahrscheinlich klingt diese Beschreibung wenig spannend, doch ist dies wie wohl alles in Singapur unglaublich perfekt umgesetzt (und auch unglaublich teuer).
Wie beschrieben liegt Singapur zwar am Meer, jedoch nehmen die riesigen Hafenanlagen fast die gesamte Küstenlänge in Anspruch. Eine Ausnahme ist Sentosa Island. Diese Insel könnte man sicherlich auch Plastic-Island nennen, denn man taucht hier ein in eine unfassbar künstliche Welt aus Hotelresorts, Foodcourts, Freizeitparks, Unterhaltungsanlagen, Bars und künstlichen Stränden und Inseln wie „Palawan Beach“. Sentosa glänzt und glitzert an wirklich jeder Ecke. Der Strand ist wahrscheinlich der sauberste, den wir je im Leben gesehen haben. Die Insel hat sogar einen eigenen Slogan: The Fun takes over.
Wir besuchten die Insel an Chinese New Year (ein offizieller Feiertag), was dazu führte das wir uns den Strand mit riesigen Gruppen (an zumeist männlichen Indern) teilten, die hier oder wahlweise mitten im Parkhaus ihr Picknick ausbreiteten oder sich inklusive Kopf in den Sand einbuddelten oder Selfies mit den allgegenwärtigen Hasenfiguren machten.
Das mit den Hasen fiel uns bereits in Malaysia auf und hängt mit Chinese New Year zusammen. Das Fest ist das wichtigste Fest für die große chinesische Community, aber auch anderen Nationalitäten hierzulande. Gefeiert wird analog zu unserem Neujahrsfest der Beginn eines neuen Jahres nach dem Mondkalender. Mit roter und goldener Farbe, großen Paraden und Festen soll traditionell das Tier vertrieben werden, was die Felder leer frisst und so für Hunger sorgt. Jedes Mondjahr ist zudem einem anderen Tier gewidmet, das in Zeitabständen von etwa 12 Jahren erneut auftaucht. Letztes Jahr war es der Wassertiger, dieses Jahr ist es: der Hase. Da viele Asiaten auf Kitsch stehen ist es nicht verwunderlich, dass Hasen-Merch in Form von Figuren, Plüschtieren, T-Shirts und Deko hier aktuell der absolute Renner ist. Ferner lernten wir dass es auch eine Geschichte zu unserem Year of the Rabbit gibt, in der auch eine Schildkröte mitspielt, die vom Hasen getragen wird. Warum, haben wir leider noch immer nicht verstanden.
Die chinesische Kultur spielt in Singapur eine große Rolle, was sich am wunderschön dekorierten Chinatown und der allgegenwärtigen chinesischen Küche zeigt. Insbesondere der Noodle-Man haute uns mit seinen selbstgemachte Nudeln, Nudelsuppen und Dumplings regelrecht aus den Socken. Zwar wussten wir selten was wir bestellten, doch konnte man sich sicher sein, dass eine Geschmacksexplosion folgte. Wer Singapur sagt, muss auch Hawker-Center und Streetfood sagen. Hier gibt es Gerichte für nur 5€, was nur ein Bruchteil der hier sonst üblichen Preise ist.
Ihren Abschluss fand unsere Reise mit einem Besuch in einer fancy Dachbar im 72. Stock (leider waren die Scheiben beschlagen…) und einem lustigen Food-Tasting aus selbstgewählten Produkten. Hier die Highlights:
⁃ Saft aus wieder ausgewürgtem Vogelnest (kein Scherz!)
⁃ Kotzfrucht Durian (super beliebt, aber maximal ekelerregend)
⁃ Violette Oreos mit Litschigeschmack
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