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Dieses Leben
Das hier ist eine Fantasiegeschichte, denn um sich vorzustellen, wohin dieses Leben verlaufen kann, benötigt der Leser einen ganzen Haufen Fantasie. Nicht dass jemals jemand imstande gewesen wäre, einen Lebensweg einzuschlagen, ohne die Fantasie zu Rate zu ziehen. Selbst das erste Rinnsal, welches zum ersten Mal den jungfräulichen Boden der Erde gen Oberfläche verlassen hatte, wusste nicht, wo es enden, worin es münden würde. Es kennt und kannte nur den Anfang. Und mit diesem Gedankenstrom wollen wir beginnen.
Wohin also kann mich dieses Leben bringen? Ein Leben, welches ich seit Jahren lebe und von welchem ich genau zu wissen dachte, wo es enden könnte. Doch wie ein Fluss trifft auch ein gelebtes Leben einmal auf einen Stein, auf ein Hindernis, welches es zu überwinden gilt. Ich könnte allerdings auch wählen, darum herumzugehen. Doch ist das ratsam? Welchen Vorteil verspricht es mir? Je mehr ich darüber nachdenke, ist es wohl besser, diesen Stein, Stein sein zu lassen und als Bestandteil meines Lebensflusses anzuerkennen und zu akzeptieren, denn will ich ihn wirklich missen? Oder will ich ihn überschwemmen und ausradieren? Eine Vermutung meinerseits ist, dass es auf die Bedeutsamkeit dieses Felsens ankommt. Im weiteren Verlauf meines Lebens und je länger ich damit zu leben lerne, desto mehr wird auch er sich verändern. Ich werde an ihm vorüberfließen, längst auf neuen Wegen, und doch bleibt er Bestandteil des großen Ganzen. Beeinflusst aber für den Rest meines hoffentlich langen Lebens, wie ich bestimmte Entscheidungen treffe und bestimmte Wünsche forme. Also wählte ich den Weg darum herum. Je weiter sich also mein Fluss durch Berge, Wälder und Täler windet und schlängelt, gerät er, nicht in Vergessenheit und doch in den Hintergrund. Denn kein Hindernis war je ein Ende. So überlege dir als Kind, als du am See, Meer oder im Sandkasten mit Wasser gespielt und mit Steinen und Stöcken versucht hast, es zu stauen. Fand es nicht immer eine Schwachstelle? Einen Weg? Eine Möglichkeit, weiterzumachen oder, beängstigenderweise, neu zu beginnen? Solang also die Quelle nicht versiegt und wir uns aufraffen, uns für unseren eigenen Weg zu entscheiden und uns selbst zu wählen, kann kein Brocken, noch so furchterregend groß, uns das Vorangehen verwehren
Und eventuell werden wir ihn eines Tages mit den Wogen unseres Seins umschließen, glatt nach unten schleifen, nachdem wir von ihm gelernt haben, was wir lernen mussten, um unser kraftvollstes Selbst zu werden.
Was aber hätten wir den Weg darüber gewählt? Hätten Mauern, rechts und links, aufrecht erhalten, verstärkt und nach oben gezogen, um letzten Endes darüber, statt vorbei, zu fließen? Eventuell nach langer Zeit des Stillstandes, Schmerzes und Erduldens geht auch hier das Leben weiter.
Lieber Leser, so schließ deine Augen. Begib dich an das Ufer eines Flusses und folge seinem Strom. Bemerke die Steine, die in seinem Grund liegen, welche er sanft und leise umfließt. Höre das Flüstern der Stromschnellen, die tieferen und ruhigeren Partien, bis du endlich dieses Rauschen hörst. Immer lauter und durchdringender, fast schon tosend. Während du langsam darauf zugehst, machst du dich deiner Entscheidungen bewusst, denn nicht immer ist der Weg herum der einfachere zu gehen. So triffst du auf die Stelle, an der der Fluss sich erhebt. Die Außenwände zu beiden Seiten eventuell schon leicht verwaschen, ist das Ungetüm mittig doch gut zu erkennen und macht sich lautstark bemerkbar. Es wirkt, als hätte der Fluss sich verzweifelt darum bemüht, es zu verbergen, zu verschleiern, ja, gar mit und unter, seinem ganzen Dasein zu verschlucken. Während du deinen Weg vorbei an diesem Engpass des lebendigen Lebens machst, trifft der Sprühnebel der Unruhe schon dein Gesicht, bevor du es überhaupt erblicken kannst. Kalt und laut verspricht er eine Unruhe, einen Einschnitt in all der Idylle. Das Wasser des Ungetüms trifft kraftvoll auf das Wasser darunter, das sich schon längst wieder um Ruhe bemüht. Jenes, dem schon klar geworden ist, dass es weiterfließen muss, ganz gleich, was es zuvor verwirbelt hat. Du betrachtest das Sprudeln im Zentrum, als die kleinen Rinnsale rechts und links davon deine Aufmerksamkeit gewinnen. Eine Ruhe geht von ihnen aus. Eine Ruhe, die, hätten wir den Weg der Akzeptanz von vornherein gewählt, das Ungetüm vielleicht gar nicht erst in solch ein furchterregendes Licht getaucht hätte.
Lieber Leser, versteh mich nicht falsch. Akzeptanz klingt so, als wäre sie einfach zu erlangen, und leider muss ich gestehen, das ist sie in keinem Fall. Dinge als Teil unseres Lebens anzunehmen, die wir weder gewollt, noch irgend eine Macht darüber haben, dass sie uns geschehen, ist nicht einfach. Und dennoch liegt ein gewisser Frieden darin, zu wissen, dass wir diese Wahl haben. Niemand wird sie für uns treffen können. Auch das ist ebenso zu gleichen Teilen heilsam wie erschreckend. Es ist ebenso okay, dass wir für einen Moment verweilen. Vielleicht auch zwei oder drei Momente vorbeiziehen lassen, um uns zu sammeln, durchzuatmen und uns für das Entscheiden, über das wir als Einzige jemals irgendeine Art von Macht haben werden.
Unser eigenes Leben.
Ich halte das Ruder fest umklammert
Meine Knöchel scheinen weiß unter meiner Haut hervor
Meine Haut, getroffen von kalten Nadelstichen, fühlt sich nicht länger an wie meine
Und der Himmel, hat seinen letzten Glanz der Sonne verloren
Ich bin allein
Stehe alleine am Ruder und reiße es herum
Nichts was mich hält, nichts was mich aufhält
Den dunklen Schatten stets an meine Fußsohlen gepinnt, hoffe ich auf ein Licht am Horizont
„Siehst du es scheinen?“
Frage ich den Schatten
Der mich mit dunklen, müden Augen ansieht
Als würde er mich bedauern
Mein Leben bedauern
Und ich bedauere mit ihm
„Ich auch nicht“ höre ich mich sagen
Und blicke nach vorn
„Aber es war doch immer Licht“ flüstere ich leise
Und lockere meine Hände
Sehe das Blut in meine Knöchel zurückströmen
„Es ging noch immer weiter“
„Ja“ wispert mir der Schatten in mein Ohr
Übernimmt das Ruder und sagt
„Vertrau mir.“ - „Es gibt keinen Schatten, ohne Licht“
day one but make it english
today is day one

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long time no see.
time to dream unspecific dreams.
Das ist eine Trennung auf Zeit. Nicht wie man denken mag, du bist nur weit, weiter weg als je jemand von mir weg war, den ich liebe. Du liegst mir in Teilen in der Magengrube und ich muss dich zusammenklauben mit dem Rechen meiner Nerven. Wie mit einer Gabel Buchstabensuppe essen, so fühlt sich das an. Ich kann sie noch fühlen, deine Hand auf meiner Hand und dein Lächeln in meinem Gesicht. Denn lächelst du, lächel ich. Du bist zuhause für mich. Doch warum ist dieses Zuhause so weit weg und ich so zerstreut wie die Blätter im Herbst. Noch immer farbenfroh, doch am Boden überall. Ich weiß dass ich dieses Lächeln, dein Lächeln, tragen kann bis du es auffrischt. Nur weil du dort bist, wo der Ahorn gängiger ist als die Birke, passen unsere Blätter doch perfekt zusammen und altes, darf alt bleiben. Denn dein sein, ist mein sein und gemeinsam wird dem Ast ein Blatt entspringen und neues grünes Leben leben, wo zuvor kunterbuntes Chaos war.
Ich denke Frieden findet sich weniger im werden als viel mehr im sein. Denn wie kann man Frieden finden wenn man zuerst im Unfrieden suchen und werden muss, was man vielleicht als Frieden akzeptieren kann. Also vielleicht? Denn woher weiß ich ob es mir mehr Frieden verschaffen wird, mein Sein durch werden zu modifizieren? Wer bin ich denn dann? Will ich mich Tag ein, Leb aus in einem Prozess wiederfinden, der ändert wer ich bin? Ich spreche hier wohl kaum von dem passiven Ich, welches ohne Wahl und Tröpfchen für Tröpfchen in die Regentonne mehr wird und eines Tages fähig ist sich zu teilen, zu erweitern. Ich spreche vom Ich in der Ecke sitzend, die Knie umarmend und schaukelnd zum ticken meiner Lebensuhr. Was also will ich? Nehme ich es an die Hand und lass es neben und mit mir gehen oder packe ich es bei den Haaren und trete es voran? Bin oder werde Ich? Ich behaupte das verändert sich. So wie der Zyklus des Mondes. Heute bin ich und morgen werde ich, was ich hoffe zu sein. Mal Regen, mal Sonnenschein . Mal mehr, mal weniger Vollständig und und doch: Ich.
ruhig steht die weide im stürmischen wind ruhig ist der see, der wind so geschwind meine haare zerzaust, mein herz hüpft wie ein kind und all das nur weil wir zusammen sind
»Metaphernfrost oder Das Haus der (schiefen) Bilder« – 16. Dezember
Einladung zum Montagsgedicht
An jedem Montag um 16 Uhr gibt es auf dem Wortspielplatz Texte zum Stichwort. Das Stichwort fällt dieses Mal (warum auch immer) barock/geschwätzig/metaphorisch/lyrisch aus (wie auch immer). Wer will, kann mitmachen: Am Montag einen selbst verfassten Text zum Thema mit den Tags ‘montagsgedicht’ und 'metaphernfrost' oder 'das haus der schiefen bilder' versehen und in den eigenen Blog einstellen. x

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zwiespältig und zweischneidig, unentschlossen das ist beschlossene sache, dass ich das jetzt mache unabhängigkeit von allem und jedem und mir dem mir das ich war, weil ich mich drehte und drehte und abhängig, am seidenen faden klebte, nun durchtrennt und es schützt mich nichts vor meinem alleinigen, emanzipierten ich
chronos hält den chronograph schaut besorgt auf uns herab hetzen, rennen, laufen viel nur nach vorn, doch ohne ziel wolln noch fünf minuten haben doch nicht den genuss der zeit uns an unsrem leben laben vergessen - und dann ists vorbei
Ich glänze noch immer leicht - und wenn man genau hinschaut kann man Feenstaub von meinen Haaren fallen sehen, denn ich werde nicht erwachsen werden, sagte sie leise.
du bist ein gefülltes leben und doch, kürzt man dich weg nimmt dir, wie einer blume die länge hält dich sauber und fest kürzt den saum und dein wort trägt dich weiter und fort doch, verlierst dabei stück für stück dein ungekürztes glück
alle sind schön alle sind glücklich alle sind besser als ich dachte sie sich scheinbar als sie in den spiegel blickte finger auf den wangenknochen wandernd durch ihr gesicht ziehen die mundwinkel nach oben schein dachte sie sich

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nur noch ein schritt nur noch ein blick nur noch ein wort
wie ungeschickt
steh dort am rand weiß sicherlich es ist bekannt weiß innerlich all das gefühl
vollbring es nicht das eine wort
schrei bitterlich
nur ein wort und noch ein wort ein letztes wort
dein kopf ruht schwer auf meiner brust. kann ein kopf ruhen frag ich mich? während mein herzschlag rast. kann er rasen frage ich mich? und mein atmen erschwert sich durch dieses ruhende, rasende, du. meine gedanken drehen gedankenkreise, ganz leise und nur für mich alleine, während ich deine gedanken einatme, - sie fast schmecken kann. ich streiche die gedanken glatt mit meinen fingern. meine finger auf deiner haut wie sie zum gedankentakt laut-los auf und ab gehen. ruhelosigkeit ruhe schenken. und du atmest tief ein. wie tief kann ein atemzug sein, frag ich mich? dieser reicht wohl in seelentiefen hinein. deine gedanken werden lauter, ich beginne fast sie zu hören. und du atmest ein. doch nur um dir der worte noch nicht sicher zu sein. du hast zeit. du hast alle zeit der welt, denn dessen darfst du dich sicher wiegen. ich geh hier nicht weg. nein, ich halte dich fest. und, ich rase nicht mehr. ich bin deine ruheinsel. das meer, ach nein, das atmen flacher. wie flach kann ein atmen sein? und ich denke, hier bin ich daheim und dann atmest du ein und sprichst die ersten silben aus. wirst sofort wieder stumm. zuviel sorgen brechen worte. können sorgen brechen, frag ich mich? du drehst dich herum, ich halt dich fest und umschlinge dich. schlingpflanzengleich, während die gedanken in meinem kopf wieder kreisen und rasen, rasantrasende kreise und das so leise, ja unhörbar, - für dich. wie viel zeit auch immer, ich bin hier für dich und du atmest erneut, sprichst die dinge nun aus. ich halte dich weiter, fang deine gedanken sacht auf. kann man gedanken fangen, frag ich mich laut? doch mein sicherheitsnetzt weiß es genau, wo du so schwer trägst, helf ich dir auf. ich will all das sein, was du mir gibst. sommerschauer im mondenlicht.