âOkay⊠Ăbelâ, kommentierte Namjoon am Ende ihrer Zusammentragungen und scrollte durch die Fakten. Das Licht des Laptops erhellte sein Gesicht auf gespenstische Art und Weise, das Sonnenlicht drauĂen war schwindend. Als hĂ€tte er es gespĂŒrt blickte er auf und sah nach drauĂen, setzte sich etwas auf.
âAber keine Zeit zum Verschnaufen! Meiner EinschĂ€tzung nach wĂ€re das Sicherste, Sam Yunaâs Grab aufzusuchen, ihre Gebeine zu bergen und zu verbrennenâ, erklĂ€rte er nĂŒchtern. Jimin riss Mund und Augen auf, Yunhee blinzelte leicht und ruckte den Kopf etwas ĂŒberfahren nach hinten. Jeonggukâs riesige Augen spiegelten alles, was leuchtete und seine Zunge stieĂ immer wieder gegen das Innere seiner Wange. Allein Taehyung nickte nur langsam wĂ€hrend Eunsook mit leicht angewiderten Gesicht skeptisch den Kopf schief legte: âOkay, Monsieur DĂ€monologe, aber du weiĂt schon wie scheiĂe anstrengend es ist ein Grab auszugeben? Geschweige denn ein Lagerfeuer zu veranstalten wenn es nach Regen aussiehtâŠâ
Der Blick der anderen huschte synchron zum Fenster: die ĂŒber dem Horizont schwebende Sonne wurde verdrĂ€ngt von einer grau-blauen Wolkenfront, die Luft war lauwarm, drĂŒckend und auffĂ€llig still. Es roch nach Gewitter.
Namjoon zuckte unglĂŒcklich die Schultern: âIch gebâ ja zu, dass wir nicht gerade die besten Bedingungen haben⊠aber ich wĂŒsste nicht, was wir sonst tun können. Meine These ist nĂ€mlich folgendeâ, sagte er hastig und richtete sich etwas auf, die Finger bereits in der Luft gestikulierend.
âWenn Jemand sich selbst das Leben nimmt, hat man einen weitaus beschwerlicheren Weg ins Jenseits. An der Seele haftet Reue und macht sie schwer und es ist einfacher fĂŒr fremdartige IdentitĂ€ten und boshafte Wesen, sich an sie zu heften und sie zu verwirren. DĂ€monen ist es möglich, ĂŒber TrĂ€ume und Schlafparalyse in unsere Welt zu finden, aber noch einfacher ist der Geist eines Selbstmörders. Der DĂ€mon verspricht ein Wiedererleben ein Aufwachen oder aber Rache⊠Letzteres macht das BĂŒndnis umso stĂ€rker, da beide IdentitĂ€ten dieselben Absichten haben.â
âWarum kommtâs mir so vor, als wĂ€re genau das der FallâŠâ, murmelte Yunhee ironisch und massierte ihre SchlĂ€fen mit kreisenden Bewegungen.
âWeil wahrscheinlich genau das der Fall ist. Ein DĂ€mon hat Yuna entweder versprochen, dass das alles nur ein böser Traum ist und dass wenn sie ihm folgt, ihr Kind und sie am Leben sind. Oder aber er bestĂ€tigte ihr die Wahrheit - ihr Kind und sie sind tot und verloren - und versprach, dass wenn sie ihm folgen wĂŒrde, sie sich rĂ€chen könne. Was sie offensichtlich tut. Unsere MĂŒtter mussten sterben, als sie Kinder bekamen, also uns. Nun sehen einige von uns sie⊠Was bedeuten könnte, dass der Spuk nicht bei unseren Eltern aufhört. Möglicherweise sind wir Teil von einem generationenĂŒbergreifendem Fluch. Was ziemlich scheiĂe wĂ€reâŠâ, schloss Namjoon etwas resigniert seine angeregte These, die anderen blickten nur finster drein und nickten zustimmend.
âFeinâ, murmelte Jeongguk, seufzte tief, stand auf und streckte sich, bewegte den Oberkörper von links nach rechts und spannte die Muskeln an, âdann buddeln wir mal lieber, bevor es anfĂ€ngt zu regnen!â
âMeine Redeâ, rief Jimin enthusiastisch und sprang auf, Taehyung stolperte semi-motiviert von seinem Platz auf Eunsookâs Bettrand. Die MĂ€dchen sahen sich zweifelnd an, doch Jeongguk streckte eine Hand in Yunheeâs Richtung und beugte sich leicht vor. âMadam, wollen sie mit mir ein Grab ausheben?â
Yunhee schĂŒttete kichernd den Kopf und lieĂ sich von Jeongguk hochziehen, sodass Eunsook augenrollend die Bettdecke zur Seite schlug und in ihre weiĂen, ausgelatschten Sneakers stieg. Taehyung half ihr wĂ€hrend sie nach der Infusionsnadel griff und sie mit weiĂem, verbissenen Gesicht langsam rauszog. Namjoon hielt inne im BĂŒrotasche packen und sah sie entgeistert an.
âYah, Sook, was machst du da?â
âIch, liebster Joon, entlasse mich hiermit selbstâŠâ, murmelte sie zynisch und die Nadel hing traurig ĂŒber dem Boden, tropfte zweimal. Dann stand sie auf, schenkte Taehyung ein dankbares LĂ€cheln und zerwuschelte ihm das halblange Haar, bevor sie die Bettdecke aufschĂŒttelte.
âNicht, dass noch jemand denkt, ich wĂ€re entfĂŒhrt wordenâŠâ
âSag doch einfach Hasta la Vista und dass du dich selbst entlĂ€sst? Die dĂŒrfen dich wohl kaum gegen deinen Willen hier behaltân, oder?â, schnaubte Jimin und wandte sich an das Hirn der Gruppe wĂ€hrend er die ZimmertĂŒr fĂŒr die anderen aufhielt. Namjoon zuckte mit einem witzigen Gesicht die Schultern.
âKeine Ahnung, Mann. Rechtslage spĂ€ter, erstmal mĂŒssen wir uns Schaufeln besorgen!â
âDie gelben Sandkasten Schaufeln von meinem Cousin helfen bei unserem Unterfangen nicht wirklich, oder?â, fragte Taehyung mit ernstem Gesicht, musste aber grinsen, als Jeongguk kicherte.
âNee, du, Hyungie, aber danke fĂŒrâs Angebot! Ich weiĂ, wo in der GĂ€rtnerei die groĂen Spaten liegen und eine Plane, unter der wir das Feuer machen können.â, bot der JĂŒngste an und drĂŒckte mehrmals den Fahrstuhlknopf bevor Yunhee ihn am Ărmel weiterzog und sie allesamt rasch die Treppe runter huschten.
âWoher weiĂt du von der GĂ€rtnerei?â, fragte Jimin ĂŒberrascht und blinzelte gegen die Sonne, als sie an der Seite des GebĂ€udes heraus stolperten.
âWar mein erster Nebenjob diesen Sommer, aber sie haben mich raus gekickt.â
âLass mich raten, du hast zwei linke HĂ€nde?â, vermutete Jimin spöttisch mit einem Blick auf Jeonggukâs sehnige Schaufeln. Der JĂŒngere grinste in einer Mischung aus Verlegenheit und Schelm.
âNee⊠Meine Oma hat immer gesagt, man muss mit Blumen reden, damit sie wachsen. Allerdings dachte der eine Angestellte, dass ich einen an der Murmel hab, von wegen SelbstgesprĂ€che und Teufelsbeschwörung, mega der aberglĂ€ubische Typ⊠Da haben se mich rausgeschmissen.â
âGutâ, murmelte Yunhee geistesabwesend und öffnete die BeifahrertĂŒr, lieĂ die Jungen nach hinten krabbeln.
âWieso gut?â, fragten Jimin und Jeongguk zeitgleich mit ĂŒberraschten Gesichtern.
âWer weiĂ, ob du sonst jemals wĂ€hrend meiner Schicht in den Laden gekommen wĂ€rst und das alles hier so passiert wĂ€re?â, murmelte Yunhee etwas verlegen und zuckte die Schultern bevor sie mit stoischem Gesicht mit nach hinten stieg.
âYah yah yah, Nuna, was wirdân das?â, rief Jimin ĂŒberrascht und wurde gegen Taehyung gedrĂŒckt, der Ă€chzend eine Hand ans kleine RĂŒckfenster presste, das fettige Schlieren bekam.
âWir sind einer zu viel fĂŒr Namjoonâs Baby Honda. Nimm mal einen Arm da weg, Gukkieâ, knurrte Yunhee unwirsch und Jeongguk, der sich mit einem breiten Grinsen gegen das andere RĂŒckfenster drĂŒckte, legte einen Arm langsam aber sicher um ihre Schulter und schenkte Jimin, der ihm einen Todesblick zuwarf, nur ein Zwinkern und wackelnde Augenbrauen.
âHe, nichts gegen mein Baby!â, protestierte Namjoon schwach, âich schmeiĂ euch drei bei der GĂ€rtnerei raus und fahr mit den MĂ€dels schon mal zum Berg, wo wir das Lagerfeuer machen. Ihr kommt dann nach und wir werden buddelnâŠâ
â...bis zum MorgengrauenâŠâ, seufzte Eunsook theatralisch, die Namjoonâs Laptoptasche vorn auf dem Beifahrersitz vor die Brust gepresst hatte.
â...und noch viel weiter?!â, imitierte Jimin Buzz Lightyear mit tiefer Stimme, was sie alle kichern lieĂ.
Vielleicht war ihr Unterfangen hirnlos und gefĂ€hrlich, aber hier waren sie, und ein ZurĂŒck gab es nun nicht mehr. Aber sie waren zu sechst, und Yuna war nur eine.
Zumindest dachten sie das.
âIst das anstrengend?!â, keuchte Jimin zum dritten Mal lauthals ĂŒber das Prasseln des Regens und die SchlĂ€ge der Spaten gegen die grobe Erde.
Er, Taehyung und Jeongguk waren nun schon seit fast einer Stunde stetig am Schaufeln knapp vor Kim Yunaâs schief stehendem, alten Grabstein. Andere Steine, einige von Wetter und Gezeiten zernagt und schief, ragten wie unheilvolle Omen aus dem Boden. Um das Oval des inzwischen weglosen, unebenen alten Friedhofes wuchsen riesige BĂ€ume empor, die sich dem tosenden Regen, den grauen Wolken und den Blitzen und Donnergrollen entgegen streckten. Dort, wo Namjoon, Yunhee und Eunsook im Schutz der BĂ€ume eine Plane mit zwei Stöcken zu einem Unterschlupf auf einer Seite hoch gesteckt hatten, sah man im Hintergrund den abfallenden HĂŒgel und in der Ferne weitere Berge, die gegen das Wolkenspiel klein und gedrungen aussahen. Der Vollmond streckte hier und da sein gleiĂendes Antlitz aus den Wolkenfronten, doch ohne die Taschenlampen hĂ€tten sie wohl ziemlich im Finstern gestanden.
âNobody⊠said... it was⊠easyâ, stieĂ Jeongguk zwischen Hieben mit dem Spaten hervor, Taehyung gab nur sowas wie ein trockenes Schluchzen von sich. Er bereute, nicht öfter mit Jimin laufen gegangen zu sein und massierte seine schmerzende, rechte Hand. Sie hatten vielleicht einen Meter tief geschafft, die Erde wurde glĂŒcklicherweise etwas aufgeweicht vom warmen Sommerregen.
Unter der Plane war es nur bedingt besser. Namjoon versuchte gerade verzweifelt ein paar BlĂ€tter aus seinem Collegeblock als Anmacher fĂŒr das Feuer zu nutzen, allerdings waren viele der trockenen Ăste vom letzten Regen von vor ein paar Tagen noch etwas morsch und auĂer Rauch, der ihnen immer wieder ins Gesicht stob durch den unsteten Wind, regte sich nicht viel.
Eunsook hatte sich an die eine Seite gehockt, Yunhee an die andere, um den anfallenden Regen zu blockieren. Yunhee sah sich immer wieder um, zerknibbelte Ăste mit nervösen Fingern und blinzelte böse zu den fallenden Regentropfen hoch. Eunsook schnaufte resigniert, als das kleine bisschen Glut, das sie gerade noch hatten, jĂ€mmerlich erlosch.
âJoon, wird das heute noch was?â
âEntschuldige bitte, dass ich nicht schnell genug fĂŒr Ihre AnsprĂŒche bin, Miss Kimâ, zischte Namjoon mit rotem Kopf und wischte sich mit dem Unterarm ĂŒber die Stirn, verteilte Erde darauf. Eunsook hob die Hand und wischte die KrĂŒmel nachsichtig weg.
âSind ja gar nicht meine AnsprĂŒche, aber ohne Feuer kein DĂ€monenbratenâŠâ
âMeint ihr wirklich, das funktioniert?â, murmelte Yunhee und ĂŒber den pfeifenden Wind hörte man sie kaum. Eunsook zuckte die Schultern.
âWir haben keine Wahl, oder?â
âNicht wirklichâŠâ, seufzte Yunhee und sah unglĂŒcklich auf das Feuer bevor sie Namjoon das Feuerzeug aus der Hand riss.
Verlegen sah er dabei zu, wie sie einen weitaus feinfĂŒhligeren Zugang zum Element des Feuers fand. Aus einer kleinen Glut wurde eine kleine, zĂŒngelnde Flamme und nachdem Eunsook vor Freude aufgeschrien hatte und sie nĂ€her zusammenrutschten, um das brennende Herz ihres Vorhabens mit vollem Körpereinsatz vor den Gezeiten zu beschĂŒtzen, fiel er rittlings von der Hocke auf den Hosenboden und sah auf.
Erst dachte er neben dem Grab sei ein sehr merkwĂŒrdiger Baum gewachsen. Doch als der Mond sich durch die Wolken schob sah er, dass es ein Mensch war - oder sowas in der Art. Mit langen, dĂŒnnen GliedmaĂen und einem Lumpen von langem, dreckigen Kleid stand es gebeugt ĂŒber dem Loch, kauerte ĂŒber den drei fleiĂigen Jungen und streckte die Arme mit langen, dĂŒrren Krallen nach ihnen aus.
Namjoon stieĂ einen warnenden Ruf aus und Taehyung, der am nĂ€chsten stand, wandte sich um und sah zu ihnen herĂŒber. Als er Namjoon zappeln und gestikulieren sah, Yunhee die HĂ€nde vor den Mund schlug und Eunsook einen groĂen Schritt auf sie zumachte, packte die Kreatur ihn bereits. Ihre Hand passte einmal auf Taehyungâs dicken Schopf und hob ihn hoch. Seine Augen weiteten sich und er keuchte, seine Nackenwirbel knirschten und er hob die Arme und schlug verzweifelt um sich. Bevor Eunsook nĂ€her kommen konnte, flog Taehyung in ihre Richtung und mit einem âUff!â landeten sie zusammen im durchnĂ€ssten Gras. Jimin schĂŒttelte gerade Jeongguk aus seiner Schockstarre und bedeutete ihm, weiter zu buddeln.
âGRAB! Wir haben sie bestimmt gleich?!â
Als das dĂŒrre Wesen langsam den Arm nach Jimin ausstreckte hob dieser angriffslustig die Schaufel, holte aus - und traf. Mit einem hohlen, tiefen Heulen des Wesens knirschten die Finger wie trockenes Holz, das brach. Zwei StĂŒck landeten im Gras nahe Eunsook und Taehyung. Rasch schob Eunsook den benommenen Jungen von sich, um durch Gras und Schlamm hinĂŒber zu krabbeln und warf sie dann rasch Namjoon und Yunhee zu. Namjoon fing nicht, aber Yunhee und sie lieĂ den alten, runzligen Finger rasch ins Feuer fallen. Es leuchtete giftgrĂŒn auf und fauchte; Flamen stoben nach oben und beulten die Plane fĂŒr einige Sekunden aus, Yunheeâs Haare flogen und sie presste die Augen zusammen und hob schĂŒtzend die Hand als Namjoon den anderen Finger ebenfalls rasch ins Feuer warf.
Die Kreatur röhrte und machte dem Tyrannosaurus in Jurassic Park alle Ehre. Jiminâs siegessicheres Gesicht gefror als die Kreatur weiter wuchs und sich dann wĂŒtend wieder ĂŒber sie beugte. Gelbe Augen mit roten RĂ€ndern und einer winzigen, schmalen Pupille sahen aus tiefen Augenhöhlen unter wulstigen Brauen zu ihm herunter, der lippenlose Mund war aufgerissen und voller langer, gelber und spitzer ZĂ€hne von denen dickflĂŒssiger, schwarzer Speichel tropfte.
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Die Stimme war hohl und tief, schrill und hoch zugleich und schmerzte in den Ohren, bereitete ihnen GĂ€nsehaut und Ăbelkeit. Die bloĂe PrĂ€senz des DĂ€mons machte sich körperlich mehr als bemerkbar. Die DĂ€monin richtete sich auf, ihr Buckel knackte und es sah so aus, als wĂŒrden sich ihre Schultern einrenken. Dann spreizte sie eine Hand und legte sie rasch ĂŒber Jiminâs Gesicht, der sofort wie erstarrt war.
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Als das Wesen die Hand wegriss, waren Jiminâs Augen ebenso gelb, mit roten RĂ€ndern und Ăderchen, dieselben kleinen Pupillen. Langsam wandte er den Kopf und starrte Yunhee einige Sekunden an bevor er sich zu Jeongguk umdrehte - und mit der Schaufel nach ihm schlug. GlĂŒcklicherweise konnte Jeongguk ausweichen und Jimin schlug mit einer Wucht in die Erde, die nicht menschenmöglich war. Als er die Schaufel mĂŒhelos wieder heraus riss legte er etwas frei - den zerbrochenen Decke eines Sarges! Rasch machte Jeongguk einen Satz und mit einem Knacken brach er den Deckel entzwei und stolperte rĂŒckwĂ€rts in den besessenen Jimin, der Ă€chzend gegen Matsch und Erde gedrĂŒckt wurde. Dabei lag seine Hand, die den Spaten hielt, oben auf. Taehyung griff danach - doch der Arm des DĂ€mon wurde lang und packte ihn erneut, diesmal an der Kehle. Keuchend lieĂ Taehyung die Schaufel fallen und griff verzweifelt nach der knochigen Klaue.
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Es half nicht, dass Jeongguk das StĂŒck des Sargdeckels nach dem Kopf des DĂ€monen warf, der kurz nach hinten knickte und Taehyung fallen lieĂ - seine Augen waren bereits gelb mit roten Ăderchen und er wandte sich wie ein Betrunkener zu Eunsook, die noch im Gras kauerte. Ihre Augen wurden groĂ und sie nahm die Beine in die Hand. Im Matsch schlitternd lief sie um die Grube herum und rief an Jeongguk gewandt verzweifelt âGRAB?! SUCH IHREN KOPF!â Taehyung folgte ihr ohne zu blinzeln und den Blick von ihr zu wenden langsam. Namjoon warf Yunhee einen verzweifelten Blick zu, doch diese rief gerade mit schriller Stimme Jiminâs Namen. Der hatte einen groĂen Stein aus der Erde gezogen und hielt ihn mit beiden HĂ€nden hoch ĂŒber den Kopf - und ĂŒber Jeonggukâs Kopf, der fluchend mit den HĂ€nden Erde und morsches Holz von den knochigen Gebeinen wĂŒhlte.
TatsĂ€chlich sah Jimin kurz zu ihr herĂŒber, die gelben Augen taxierten sie leblos - dann blinzelte er und das gelb schwand beinahe gĂ€nzlich, er lieĂ den Stein langsam sinken⊠doch die grausige Gestalt des DĂ€mons beugte sich erneut aus den Schatten ĂŒber ihn und rief mit markerschĂŒtternder Stimme: "̶ÌÍÍÌÍÍSÌ·ÍÌŻÌÌČÌ CÌ”ÌÍÍ̧̚ÌH̶ÌÌżÌÌÌL̶ÌÌÍÌżÌḬ́ÍÌ„AÌ”ÌÍÌČGÌžÌÍÍÌȘÌșÌÌ» ÌŽÌÍÍÍÍÌčÌ©ÌZ̶ÍÍÌÌÌ Í
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Jiminâs verzweifelte Brauen glĂ€tteten sich, er wandte sich um und ein dumpfes GerĂ€usch ertönte, als der Stein Jeonggukâs SchlĂ€fe traf. Mit einem gebrochenen Stöhnen taumelte Jeongguk rittlings gegen Jimin, der den Stein fallen lieĂ - und entgĂŒltig aus seiner Schockstarre erwachte.
âJeon⊠gukkie? Jeongguk?! JEONGGUKâ, rief er verzweifelt, die heisere Stimme trĂ€nenerstickt und er sankt an der Wand ihres geschaufelten Grabes zusammen, bettete Jeonggukâs Kopf in seinem SchoĂ und strich mit zitternden HĂ€nden ĂŒber das glatte Gesicht - seine Finger klebten und mit schockgeweiteten Augen starrte er auf das warme Blut an seinen dreckigen Fingern. Yunhee am Feuer schrie auf, laut und schrill - und wĂŒtend. Die Flammen neben ihr loderten erneut grĂŒn auf und blindlings griff sie nach einem brennenden Scheit und warf ihn nach dem DĂ€mon.
Als der Scheit die Brust traf brĂŒllte die Kreatur auf und fing Feuer, sie brannte lichterloh in schrillem GrĂŒn. Eunsook presste sich die HĂ€nde vor die Ohren und ging in die Knie, bei ihr angekommen beugte sich Taehyung ĂŒber sie und lieĂ sich auf sie fallen wie ein menschlicher KĂ€fig; er griff nach ihren Handgelenken und hielt sie ganz fest.
Und als der DĂ€mon so lichterloh brannte und der Himmel mit Blitzen ĂŒberzogen war, der Regen sich am Boden der Grube sammelte, in der ein verzweifelter Jimin den Ărmel vor Jeonggukâs blutender Wunde presste - da erhob sich aus der Erde eine weitere, gleiĂende Gestalt. Kim Yuna, mit wehendem Haar und einem weiĂen Kleid, tauchte auf als wĂŒrde sie durch die OberflĂ€che eines Sees brechen und schwebte einige Zentimeter von den beiden Jungen entfernt ĂŒber ihren Gebeinen und starrte dem DĂ€mon in die gelben Augen.
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Sie griff mit einer Hand zurĂŒck in die Erde und Holz splitterte, Brocken rollten beiseite und platschten in den Matsch als sie einen menschlichen SchĂ€del - ihren menschlichen SchĂ€del - herauszog und in die Höhe hielt.
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ÌÌŁÌĄÌÌBÌžÍÌÍÍEÌ·ÍÍ̜̜ÌÌÌšÌźRÌŽÌÌÌŒÌ ÌžÌœÌÌÌÍÌÍÌÌčÌȘIÌ·ÍÍÍÌźÌźÍCÌŽÍÍÌÌąÌHÌ”ÍÍÍÌźÌŒÌ«Í̱,Ì¶ÌŸÌżÌ§ÌŹÌŒÌ±Ì» ÌŽÌÌœÍÍÍÌÌŹÌIÌžÍÍÌÌCÌžÌÍÌÍHÌ”ÌÍÍÍÌÌ€Í Ì”ÍÌÌżÌŒW̶ÌÌŸÍÍÌșE̶ÌÌÌ»R̶Ì
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Yuna reckte das Kinn und schwebte erneut hoch in die Luft, ihre Gestalt war so grell, dass die Freunde blinzeln mussten. Ihr Haar wirbelte um ihr Gesicht wie ein Heiligenschein und sie hielt den SchÀdel hoch in die Luft, beinahe abwartend.
Yunhee zögerte nicht. Rasch rappelte sie sich auf und schlitterte auf dem rutschigen Boden darauf zu, glitt dem DĂ€mon durch die Klauen und machte einen Satz. Jimin staunte nicht schlecht, als sie ĂŒber ihn hinweg flog und im Flug den traurig grinsenden, grĂŒnlichen SchĂ€del schnappte. Auf der anderen Seite landete sie mit einem Schnaufen auf der Seite und schlitterte auf Eunsook und Taehyung zu, knockte sie um. Taehyung rollte seitlich in die Grube und als er sich erhob, um mit manisch gelben Augen wieder nach Eunsook zu suchen und wie ein Ertrinkender aus der Grube krabbeln zu wollen, griff Jimin entschlossen nach seinen Knöcheln und hielt fest.
Yunhee sah sich der DĂ€monin gegenĂŒber, die die Klauen gierig nach dem menschlichen SchĂ€del ausstreckte. Nun machte sich auf Namjoon nĂŒtzlich - er versuchte es zumindest. Rasch griff er ins Feuer, stellte fest, dass es heiĂ war, und stolperte fluchend zurĂŒck. Wo er auf den Saum des zerrissenen Gewandtes des DĂ€mons trat und diesen zum Straucheln brachte. ErzĂŒrnt schrie die Kreatur auf und wirbelte herum, packte Namjoon am Kragen und warf ihn Yunhee entgegen. Sie duckte sich rasch und schlitterte auf dem Hosenboden unter dem Arm des DĂ€mons hindurch, krabbelte ein paar Meter, zielte - und warf den SchĂ€del genau ins Feuer. Diesmal waren die Flammen so hoch, dass sie die Planen zerrissen und ĂŒber die Baumspitzen hinaus aufloderten. Das grelle Licht blendete sie und der DĂ€mon röhrte und es war, als wĂŒrde etwas in der Kreatur aufleuchten und nach auĂen brechen. GleiĂendes, weiĂes Licht strömte aus Rissen, die faulige, runzlige Haut blĂ€tterte von den Knochen und schwebte traurig dem dichten Wolkentreiben entgegen.
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Und mit diesen Worten griff der DĂ€mon ĂŒber die Grube nach Yunaâs Geist und streckte die Krallen nach dem Licht aus. Yuna hob rasch die Hand und setzte dagegen, eine unsichtbare Macht schien die Kreatur davon abzuhalten, nach der Lichtgestalt greifen zu können.
"đđŒ đČđŒđœ đđČđź đđČđźđ«đź - đŒđČđź đČđŒđœ đđźđ» đąđŹđ±đ”ĂŒđŒđŒđźđ”! đąđŹđ±đ·đźđ”đ”!"
Verwirrt blickten die Freude sich an. Namjoon war in Eunsook geworfen worden, die sich aufgerappelt hatte und entgeistert zu Yunhee rĂŒber sah.
âHat der SchĂ€del nicht gereicht? Was soll das heiĂen-â
âJoonie Hyungie, tu doch was?!â, unterbrach Jimin Eunsook schrill, seine Stimme gezeichnet von den Strapazen Taehyung davon abzuhalten, Amok zu laufen. Dieser krallte sich in Schlamm und Gras und streckte die dreckigen HĂ€nde verzweifelt nach Eunsook aus wĂ€hrend er hohle GerĂ€usche von sich gab.
Namjoon warf einen Blick von dem DĂ€mon zu Yuna, dann blinzelte er auf Eunsookâs Hinterkopf und mit gehobenen Brauen wieder zu dem Geist hinauf. Sie lĂ€chelte und nickte einmal. Entschlossen schlitterte Namjoon los und rief Eunsookâs Namen, die schon auf der anderen Seite der Grube Yunhee zur Hilfe eilen wollte. Sie wirbelte herum und Namjoon streckte ĂŒber dem ausgehobenen Grab die HĂ€nde nach ihr aus. Verwirrt trat sie ebenfalls an den Rand und ihre HĂ€nde fanden zögerlich Namjoons, sie pressten die HandflĂ€chen gegeneinander, wie um sich gegenseitig zu stĂŒtzen damit sie nicht hinein fielen. Namjoon holte tief Luft und blinzelte gegen den Regen an.
âSorry, Eunsookie, ich hĂ€tte das gern in einem passenden Moment gemacht und nicht so, aber-â
âNamjoon?!â, bellte Yunhee empört ĂŒber den Versuch einer Ansprache zu solch wichtiger Stunde und der JĂŒngere blinzelte hektisch, dann beugte er sich rasch zu Eunsook herĂŒber und presste dem erstaunten MĂ€dchen die Lippen auf den leicht geöffneten Mund. Erst zog sie den Kopf mit einem Japsen zurĂŒck, doch als Namjoon dadurch strauchelte und drohte zu fallen, kam sie ihm erschrocken entgegen und presste den Mund wieder auf seinen.
Nebimysh schrie auf, das Röhren wurde menschlicher und schlieĂlich brach der DĂ€mon gĂ€nzlich auf, das grĂŒne Licht wurde weiĂ und seine ledrige Haut und die morschen Knochen bröckelten und schwebten gen Gewitterhimmel. DafĂŒr wurde Kim Yuna umso heller, ihr gleiĂendes Licht zentrierte sich und bildete mit einem dumpfen StoĂ, der durch Mark und Bein ging und die umstehenden BĂ€ume durch schĂŒttelte, einen Strahl in den Himmel. Langsam stieg sie empor, lĂ€chelte ein letztes Mal auf die Freunde herab und sagte mit sanfter Stimme, die laut und wummernd ĂŒber den Berg schallte: "đđŹđ± đđȘđ·đŽđź đźđŸđŹđ±."
Dann war sie verschwunden und es wurde dunkel und still, selbst das Gewitter lieĂ nach und der Regen wurde schwach. Taehyung rutschte ab und lag nun erschöpft neben Jimin und Jeongguk, Letzterer blinzelte und stöhnte schmerzerfĂŒllt auf. Yunhee rappelte sich auf und rutschte achtlos ebenfalls in die Grube, nahm Jeonggukâs Kopf von Jimin entgegen, der Taehyung aufhalf.
Und Namjoon und Eunsook hielten sich nach wie vor an den HĂ€nden und sahen einander verwundert an, wie Blinde, die das erste Mal sehen konnten. Bis Jimin eine Hand voll Schlamm nahm und sie Namjoon ans Hosenbein klatschte.
Dieser lieĂ Eunsook instinktiv los die strauchelte und ebenfalls in die Grube rutschte. Wo sie sich ĂŒber Taehyung beugte und ihm das Haar aus der Stirn strich, er sah aus wie Jemand, der gerade aus dem Koma erwacht war.
âEy?!â, machte Namjoon lahm.
âDas hĂ€ttest du auch frĂŒher tun können, Hyungie!â, stieĂ Jimin hervor.
âWoher hĂ€tte ich wissen sollen, dass man dĂ€monische KrĂ€fte mit Knutschen schlagen kann?â, setzte Namjoon mit hoher Stimme dagegen und wischte sich das nasse Haar aus der Stirn, half Jimin heraus, der mit seinen kurzen Beinen am Rand strauchelte.
âSag das nicht so?!â, zischte Eunsook und begann dann beinahe hysterisch zu kichern, Yunhee warf ihr einen befremdlichen Blick zu bevor sie Jeongguk auf half, der sich mit der Hand an den Kopf fassen wollte. Rasch griff Yunhee nach seiner Hand.
âDas lĂ€sst du lieber! Wir sollten das checken lassen, nicht, dass es genĂ€ht werden mussâŠâ
âWas zur Hölle⊠ist hier eigentlich passiert?â, murmelte Jeongguk verwirrt und sah um sich, am Horizont ging gerade die Sonne auf, vertrieb die Wolken und tauchte die Szene langsam aber sicher in indigoblaues Licht.
âGanz ehrlich? Keine Ahnung. Aber der fiese DĂ€mon ist besiegt, Kim Yuna hat Frieden und wir sind der Talk der Town!â, triumphierte Jimin und stieĂ eine Faust in die Luft.
âI donât know about thatâŠâ, murmelte Namjoon.
âMir ist schlechtâ, sagte Taehyung und gerade als Jeongguk Yunhee aus der Grube gezogen hatte, ĂŒbergab sich Taehyung einmal krĂ€ftig in die Grube; es plĂ€tscherte und ein allgemeines âUÀÀh!â kam von den anderen. Jimin senkte langsam die Faust und griff nach der Schaufel, begann, die aufgehĂ€ufte Erde wieder in die Grube zu schieben.
Namjoon war wĂ€hrenddessen wieder zu der zerrissenen Plane und dem inzwischen erloschenen Feuer geeilt und hob sein leicht feuchtes, mit Dreck beschmiertes Handy auf, das er gegen einen der Ăste gelehnt hatte.
âVerdammt⊠Es ist umgefallen, als der DĂ€mon das erste Mal gesprochen hat⊠Und man hört uns und die GerĂ€usche zwar, aber jedes Mal wenn einer der beiden spricht rauscht es nurâŠâ, murmelte er enttĂ€uscht, spulte vor und zurĂŒck. Eunsook, die Taehyungâs Arm um ihre Schulter geschlungen hatte und den blassen Kerl hinter sich her schleifte, tĂ€tschelte Namjoon mit der freien Hand kurz die Schulter.
âMach dir nichts draus! Hauptsache, der Spuk hat ein EndeâŠâ
âHat er das?â, fragte Jeongguk mit hoher Stimme, die sich zum Ende hin verrĂ€terisch brach. Yunhee tĂ€tschelte seinen RĂŒcken, also eher seine HĂŒfte und fast seinen Hintern, da sie Ă€hnlich wie Eunsook bei Taehyung Jeonggukâs Arm um ihre Schulter gelegt hatte und den freien Arm um seine Mitte um ihn zu stĂŒtzen.
âVorerst zumindest, und jetzt lasst uns verschwinden! Jiminie?â
âNEâ, rief Jimin lieblich und warf achtlos die Schaufel in die halb zugeschĂŒttete Grube, stolperte schlitternd auf sie zu bevor er sich Jeonggukâs anderen Arm um die Schultern legte, Eunsook und Namjoon stĂŒtzten wĂ€hrenddessen Taehyung.
âWas ist der Plan?â, fragte Eunsook an Namjoon gewandt, der etwas ĂŒberfordert blinzelte.
âEhm. Ărztliches Check-Up fĂŒr Jeongguk-ah, Taehyung-ah - und auch fĂŒr dich, Jiminie! Du scheinst das Besessen sein zwar besser wegzustecken, aber man weiĂ ja nieâŠâ
âBin halt ân kernigerâ, knurrte Jimin mit tiefer Stimme verspielt, Yunhee schnaubte und verdrehte grinsend die Augen.
âKonzentrierâ dich lieber auf den Weg, es ist-â, Jimin stolperte und war mir nichts dir nichts auf dem Hosenboden gelandet, wo er theatralisch die Arme ĂŒber das Gesicht legte und ein langgezogenes Jammern von sich gab, â-rutschigâŠâ
âZu spĂ€tâ, kicherte Jeongguk mit mĂŒdem Gesichtsausdruck aber einem schiefen Grinsen auf dem Gesicht; auch Taehyung giggelte erschöpft und der Rest stimmte mit ein.
Im Krankenhaus durften sie sich anhören, wie gefÀhrlich es war, nachts bei diesem Wetter irgendwo herum zu stromern.
âWo haben sie sich nochmal aufgehalten?â, fragte die Ărztin mit scharfer Stimme und begutachtete die dreckigen FuĂspuren auf dem mintgrĂŒnen Vynilboden, ihre zerzauste Erscheinung und die BlĂ€tter, die Jeongguk Yunhee gerade vorsichtig aus den Haaren zupfte.
âDas Haus meiner GroĂmutter grenzt an den Berg und wir dachten es wĂ€re lustig, den Wald etwas zu erkunden⊠Eine dumme Idee, das wissen wir jetzt!â, gab Eunsook reumĂŒtig zu und schenkte der Ărztin ein entschuldigendes LĂ€cheln. Namjoon staunte nicht schlecht ĂŒber das astreine Geflunkere.
âDiese viral Horror-Videos sind ja gerade so im Trend, das wollten wir mal am eigenen Leibe erfahren⊠wirklich eine dumme Idee, zugegebener MaĂenâ, fĂŒgte Yunhee ebenso verlegen hinzu und wurde sogar ein bisschen rot, grinste verkniffen.
âGut, dass ich dabei war⊠Ich bin ziemlich stark fĂŒr meine GröĂe, wissen Sie? Bin halt ân Kernigerâ, schloss Jimin mit einem charmanten LĂ€cheln, das seine Augen in zwei Halbmonde verwandelte.
Der Rest sah angespannt zur Ărztin herĂŒber.
Die kicherte wie ein junges SchulmÀdchen und Jimin mit dem Klemmbrett auf den Oberarm schlug, der sie verlegen mit gesenktem Kopf angrinste und sich durch das nasse, leicht mit Matsch verklebte Haar fuhr.
âJaja, die Jugend⊠ich kenne das, war schlieĂlich selbst mal jungâ, sagte die gute Frau ĂŒberflĂŒssigerweise und Jimin, der der Einzige zu sein schien, mit dem sie redete, nickte bekrĂ€ftigend und sein schiefes Grinsen vertiefte sich. Taehyung, der neben Jeongguk auf der Liege schrĂ€g hinter der Ărztin saĂ, presste sich eine Hand vor den rumorenden Bauch und verzog das blasse Gesicht, lieĂ kurz die Zunge raushĂ€ngen. Jeongguk neben ihm schĂŒttelte sich und deutete mit gestreckten Fingern eine Enthauptung an - reicht jetzt auch, Hyungie!
âNun denn, Sie kommen wieder, Mister Jeon, wenn es ihnen nicht gut geht. Sie können von GlĂŒck reden, dass wir nichts nĂ€hen mussten! Und der Rest von Ihnen sollte eine Dusche aufsuchen. Sie riechen allesamt sehr unchristlich!â
Die Ărztin rauschte mit einem letzten koketten LĂ€cheln in Jiminâs Richtung aus dem Raum und die anderen warfen Jimin belustigte Blicke zu, bevor sie einer nach dem anderen aus dem Raum trampelten und nichts ĂŒbrig blieb auĂer der sterile Krankenhausgeruch und ein paar matschiger FuĂspuren auf dem Boden.
Der Rest der Sommerferien verlief so normal, wie es irgend möglich war.
Vielleicht war es die Tatsache, dass sie einen DĂ€mon besiegt und einen Geist befreit hatten, der schon so lange hier fest hing - aber sie hatten das GefĂŒhl, dass es insgesamt leichter und unbeschwerter in dem Dorf zuging. Sie sahen abends nach Einbruch der Dunkelheit noch Leute vor den HĂ€usern sitzen, hörten GelĂ€chter und entspannte GesprĂ€che und kein Wispern und das Zuklappen von FensterlĂ€den mehr. Auch hörten sie vermehrt von dem gleiĂenden, weiĂen Strahl, der wĂ€hrend der Gewitternacht auf dem Berg getroffen war und möglicherweise ein gĂŒtiger Geist war, der hier heimatlich geworden war.
Sie belĂ€chelten diese Geschichte allesamt und wĂ€hrend Namjoon weiterhin frustriert versuchte, in dem verschwommenen, unvollstĂ€ndigen Video und der rauschenden Tonaufnahme irgendetwas NĂŒtzliches zu finden, so war der Rest von ihnen doch froh, dass es ein Ende hatte.
Am letzten Tag der Ferien saĂen sie mal wieder auf dem Spielplatz. Jimin und Taehyung wippten, immer schneller und enthusiastischer und flogen abwechselnd giggelnd in die Luft. Jeongguk saĂ auf der Schaukel, Yunhee seitlich auf seinem SchoĂ und hatte den Kopf gegen seine Brust gelehnt; mit geschlossenen Augen genoss sie die Sonne auf ihrem Gesicht wĂ€hrend Jeongguk leise vor sich hin summte und sie ab und zu etwas abstieĂ, sie vor und zurĂŒck schaukelte. Namjoon saĂ am Ende der Rutschte, das MacBook auf dem SchoĂ und Eunsook rutschte gerade in ihn hinein. Er Ă€chzte nur leicht, sie hĂ€ngte ihre langen Beine links und rechts von der Rutschte und stĂŒtzte ihr Kinn auf seinen Oberarm.
âWas machst ân du da?â
âInformationen ĂŒber den DĂ€mon zusammentragen und wie wir ihn besiegt habenâŠâ
âDas hast du schon die letzten Tage getanâ, seufzte Eunsook und lieĂ sich nach hinten Fallen, mit einem Klonk landete ihr Kopf auf der Schulter und sie legte schĂŒtzend die Arme gegen das Sonnenlicht vor das Gesicht.
âUnd du hast mich immer wieder erfolgreich davon abgehaltenâ, knurrte Namjoon geistesabwesend. Taehyung fiel aus dem Momentum und krachte mit dem GesÀà ÀuĂerst unvorteilhaft auf den Holzsitz der Wippe, wimmerte und lieĂ sich zur Seite auf den roten Gummiboden fallen. Jimin quietschte vor Lachen, Jeongguk machte nur âIhh!â und Namjoon hatte den Anstand auf Eunsookâs empörten Schlag auf den RĂŒcken blinzelnd rot zu werden.
âSo meinte ich das doch gar nicht! Ihr PerversenâŠâ
âKönig der Perversenâ, murmelte Eunsook trietzend und rappelte sich auf.
âUnd was macht ihr, wenn der Sommer vorbei ist?â
âWeiter studieren natĂŒrlich. Noch âne Runde, Runde, RundeâŠâ, seufzte Yunhee und streckte sich, strauchelte und Jeongguk legte rasch einen Arm um ihre Mitte und presste das Kinn auf ihren Kopf, um sie sicher zu halten.
âVorsicht, Nuna! Also ich geh erstmal zurĂŒck nach Busan. Meine Oma hat âne HĂŒft-OP hinter sich, ich geh ihr im Restaurant zur Hand und such mir ânen anderen Nebenjob. Nebenbei mach ich meine Mappe fertig, hab ich Nuna zumindest versprochenâŠâ
â...braver Gukkieâ, stimmte Yunhee zufrieden zu und tĂ€tschelte liebevoll den Arm, den er um sie gelegt hatte. Er grinste verlegen und legte den Kopf auf die Seite, die Wange auf ihr Haar.
âAlso ich hab endlich âne Zusage bekommen und darf nĂ€chste Woche bei der zweitbesten Tanzschule Seols anfangen! Ob ich dann Idol oder Teacher werde⊠das vermag nur die Zeit zu sagenâ, endete Jimin theatralisch; er war aufgestanden und endete seine Ansage in einer dramatischen Pirouette, einem Kniefall und streckte die kleinen Finger nach dem ungnĂ€dig brennenden Orb am Himmelszelt aus. Taehyung klatschte langsam, Jeongguk machte âUuuuh!â und die beiden kicherten albern.
âFĂŒr uns gehtâs auch wieder zur Uniâ, seufzte Eunsook.
âAber nicht zur selben, leider. Du könntest genauso gut zu kreativem Schreiben wechselnâŠâ, bot Namjoon hoffnungsvoll an, doch Eunsook lachte nur leise.
â...aber ich passe mein Studium nicht deinem Standort an und mit der Bahn ist nichts weit weg, Joonieâ, lĂ€chelte sie zur Sonne hoch, Namjoon seufzte nur ergeben und nickte langsam. Dann hob er blinzelnd den Blick.
âUnd du, Taehyungie?â
âIch hab auch eine Zusage von der Uni, also teilen Jiminie und ich uns eine kleine Wohnung. Das wird super!â
âOh, welche Uni denn?â, fragte Eunsook erstaunt, Jimin sprang wieder auf und deutete in einer Mischung aus Dramatik und Stolz auf den nach wie vor am Boden hockenden Taehyung.
âTaetae wird KĂŒnstler!â
Die anderen staunten nicht schlecht.
âOooh! Ich wusste nicht, dass du malstâ, gab Jeongguk mit glĂ€nzenden Augen zu, Taehyung lĂ€chelte verlegen.
âIch zeichne nicht so gut wie du, ich male lieber. Wir könnten mal zusammen Fotos machen, oder ich filme dich beim Singen?â
âDas wĂ€r toll!â, strahlte Jeongguk und Taehyungâs LĂ€cheln vertiefte sich.
âAlso sind wir alle in Seoul, bis auf Goo? Das hört sich nicht richtig anâŠâ
âEs ist ja nur vorĂŒbergehend. Ich finde es verantwortungsbewusst, dass du deiner GroĂmutter hilfstâ, sagte Namjoon beinahe sanft zum JĂŒngeren, der dankbar lĂ€chelte.
âObwohl es schon ein bisschen schade ist⊠Aber Busan ist ein prima Urlaubsort!â, stimmte Yunhee zu und lĂ€chelte aufmunternd, Jeongguk erwiderte es erleichtert.
âIch helfâ Omi so gut, dass sie schnell wieder gesund wird! Und dann komm ich zu euch nach Seoul, versprochen!â
âUnd versprochen ist versprochenâŠâ, fing Jimin inbrĂŒnstig an, â...und wird auch nicht gebrochen!â, rief Taehyung mit ebenso tiefer, dramatischer Stimme und die beiden reckten die kleinen Finger in die Luft und streckten sie einander entgegen. Jimin winkte den kichernden Rest herbei.
âNa los, kleine Finger her! Wir schwören uns jetzt, dass wir uns immer aufeinander verlassen können und da sind, wenn wir einander brauchen! Und wenn wir nochmal von Geistern und DĂ€monen hörenâŠâ
â... dann rufen wir die Ghostbusters.â, unterbrach Namjoon rasch und kicherte, als Eunsook ihm entgeistert vor die Brust schlug.
â...dann nehmen wir uns der Sache so kompetent und voller Ehre an, wie wir es auch hier getaten habenâ, schloss Taehyung mit ernstem Gesicht.
âGetanâ, korrigierten mehrere Stimmen ihn und seine heroische Maske brach und er grinste beschĂ€mt woraufhin die anderen lachen mussten.
So genossen sie den letzten Tag, denn die Sonne schien und alles war gut.
HĂ€tte man ihnen damals gesagt, dass der Spuk noch lange kein Ende hatte und ihre Reise erst begonnen hatte, hĂ€tten sie wahrscheinlich etwas weniger ausgelassen ihren ersten aber nicht letzten Sieg gefeiertâŠ