The tragic of love…
Ich wünschte, ich könnte wieder so kalt sein wie früher. Dieses einfache: „Dann eben nicht.“ Dieses Schulterzucken. Dieses „Ist mir egal.“
Doch egal, was ich tue, alles fühlt sich falsch an. Und nichts davon fühlt sich wirklich nach mir an.
Ich möchte verschwinden. Nach einem Streit einfach einen Flug buchen. Dich ignorieren. Es dir heimzahlen. Dir denselben Spiegel vorhalten, den ich so oft vor mir sehe. So sein wie du: sagen, es sei dir egal, alles offenlassen, keine Verantwortung übernehmen, dich nie festlegen müssen.
Aber ich weiß, dass ich so nicht bin.
Also sitze ich hier und versuche – wie immer, fast schon automatisch – alles zu relativieren. Mir einzureden, dass es ja auch gute Tage gibt. Dass nicht alles schlecht ist.
Doch genau das ist der Punkt.
Du bist der Grund, warum ich überhaupt wieder etwas fühle. Du bist der Grund, warum ich nach all der Zeit meine Mauern eingerissen und Emotionen wieder zugelassen habe. Du hast mich dazu gebracht, wieder verletzlich zu sein.
Und genau diese Verletzlichkeit ist jetzt das, woran ich zerbreche.
Es fühlt sich an, als würde die ganze Verantwortung auf meinen Schultern lasten. Als wäre ich diejenige, die ununterbrochen versucht, alles zusammenzuhalten, während ich mich selbst Stück für Stück verliere.
Ich habe mir so viel aufgebaut. So viel erreicht. Und trotzdem kann ich nichts davon fühlen. Alles Schöne, alles Leichte wird von dem überschattet, was zwischen uns steht.
Ja, vieles davon sind Fehler, die bei dir liegen. Und ja, vielleicht übertreibe ich manches. Vielleicht fühlt sich nicht alles so groß an, wie ich es empfinde.
Aber meine Gefühle sind nicht unbegründet.
Es tut weh. Es verletzt mich.
Und das Schlimmste daran ist nicht einmal der Schmerz.
Es ist, dass es dir egal zu sein scheint, dass du mich verletzt.
Alles, was ich mir wünsche, ist, dass irgendjemand – oder vielmehr du – mich wirklich sehen würdest. Dass du mir zuhören würdest. Dass du wenigstens versuchen würdest, mich zu verstehen.
Aber vielleicht ist genau das die Wahrheit, vor der ich mich die ganze Zeit drücke.
Du kannst es nicht.
Vielleicht wirst du es niemals können.
Und wer bin ich eigentlich, so etwas von dir zu erwarten?
Vielleicht ist genau das das Tragische an der Liebe: Dass man jemanden nicht nur vermisst, wenn er geht, sondern manchmal schon dann, wenn er direkt vor einem steht.











