Alben des Monats Juli
1. Portugal. The Man - In The Mountain, In The Cloud
Im Jahre 2006 fing alles an. Mit "Waiter: You Vultures!" veröffentlichten Portugal. The Man ihr aufregendes Debutalbum, das durch unzählige neue Ideen und Einflüsse zu überzeugen wusste. Diese schienen den Mannen aus Alaska auch in der Folgezeit nicht auszugehen, denn kein Jahr verging ohne ein neues Album. Und nicht eines davon kann als schlecht oder gar durchschnittlich bezeichnet werden! Mit ihrem aktuellen Album schaffen sie es aber tatsächlich, sich noch einmal selbst zu übertreffen. Ich bin begeistert!
2. Casper – XOXO
Grad noch begeistert, jetzt zugegebenermaßen ein wenig genervt. Und das keinesfalls von Casper und seinem Album, sondern vom Hype. Und noch viel mehr von der Einstellung: „Oh, der wird mir zu sehr gehypt, also mag ich ihn nicht“. Ich bin Hypes gegenüber meist auch eher skeptisch, aber das Album von Casper gefällt. Weil es was Anderes ist und textlich und atmosphärisch zu überzeugen weiß. Ob das nun die Rettung des deutschen Hip Hop ist – keine Ahnung. Wenn man sich das neue Album von Samy Deluxe anhört, mag man zu dieser Auffassung neigen. Letzlich spielt es keine Rolle: Xoxo ist ein verdammt gutes Album, das man so schnell nicht wieder weglegt. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger...
3. Gang Gang Dance – Eye Contact
Die Musik von Gang Gang Dance lässt sich schwer in Worten zusammenfassen. Auf ihrem fünften Album mischt die Band wieder unzählige Stile, um daraus ihren eigenen, exotisch anmutenden Sound zu entwickeln. Bereits der Album-Opener entwickelt in 11 (!) Minuten eine Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Besonders „Adult Goth“ ist ein sensationeller Song. Traumhaft schön!
4. Middleman -.Spinning Plates
Und weiter geht’s mit Musik, die sich gängigen Beschreibungen entzieht. Die Jungs von Middleman haben mich mit ihrem Debutalbum wirklich überrascht. Ich weiß auch gar nicht, wie ich deren Musik so wirklich beschreiben soll. Dahingerotzte Gitarrenmucke mit unüberhorbarem britischem Akzent, die dann plötzlich in Drum´N´Bass-Beats übergeht. Klingt merkwürdig? Ist es vielleicht auch, macht aber einfach unheimlich viel Laune...
5. Kellermensch – s/t
Der Juli scheint der Monat der ungewöhnlichen Alben zu sein. Arcade Fire trifft Neurosis, Joy Division auf Kaizers Orchestra - von diesen Bands ist in vielen Rezensionen von Kellermensch die Rede. Und das nicht zu Unrecht, denn man hört sie in den Songs doch tatsächlich alle raus. Die Dänen entwickeln eine faszinierende Mischung aus den erwähnten Bands. Ich habe das Album erst vor einer knappen Woche für mich entdeckt und es wächst von Tag zu Tag. Bei weiter ansteigendem Verlauf könnte es ein Anwärter auf die JahresTop10 werden - großartig!!!
6. Handsome Furs - Sound Kapital
Auf Platz 6 folgt endlich mal wieder ein Album und eine Band, auf die man sich verlassen kann. Das ist keineswegs negativ gemeint. Fakt ist aber, dass das neue Album von Handsome Furs seinem Vorgänger ziemlich ähnlich ist, vielleicht noch ein wenig tanzbarer. Nach der Trennung von Wolf Parade scheinen die Handsome Furs ihr Augenmerk noch ein wenig mehr auf Beats und Elektrosound zu legen, was ihnen gut zu Gesicht steht.
7. Kam:as – Neverstate
Die Band kannte ich schon länger, ohne mich großartig damit beschäftigt zu haben. Auf dem Appletree Garden Festival habe ich die CD auf einem Labelstand von Sinnbus Records kostenlos zur erstandenen Bodi Bill-Vinyl bekommen. Und seitdem läuft sie bei mir rauf und runter. Postrock aus deutschen Landen, der auch vor Dissonanzen nicht zurück schreckt. Ein Album, das den Zuhörer herausfordert, ihn aber definitiv belohnt, wenn er sich darauf einlässt. Wirklich schade, dass sich die Band in der Zwischenzeit schon wieder aufgelöst hat.
8. Tellavision – Music on Canvas
Eine der großen Entdeckungen des absolut fabelhaften Appletree Garden Festivals 2011. Tellavision ist ein Soloprojekt. Sängerin Fee Kürten steht mit Instrumenten und Loop Station alleine auf der Bühne und entfesselt mit einfachen Mitteln einen Sound, dem man sich nicht entziehen kann. Da ich es schwierig erklären kann, poste ich hier einfach ein Live-Video von einem Auftritt im Glashaus. Unglaublich gut!
9. The Horrors – Skying
Und weiter geht’s mit Alben, die mich in diesem Monat überrascht haben. Ich hatte von The Horrors lediglich deren Debütalbum in Erinnerung, das netten, aber auch nicht unbedingt spannenden Gitarrenrock geboten hat. "Skying" dagegen ist elegisch, chillig, wavig und weiß durch verdammt eingängige Melodien zu überzeugen, die einfach hängen bleiben. Toll!
10. Frank Turner - England Keep My Bones
Ja ja, der Frank. Irgendwie mochte ich ihn immer schon, ohne dass mich seine Album jedoch komplett vom Hocker gerissen hätten. Sein aktuelles Album ist meiner Ansicht nach sein Bestes. Laut.de bezeichnet das Ganze als „Lagerfeuer-Punk“ und trifft es damit eigentlich recht gut. Vergleiche mit Against Me und Gaslight Anthem tun sich auf und sind mehr als gerechtfertigt. Manchmal vielleicht ein bißchen zu pathetisch, aber trotzdem gut.
















