Der Vogel
Ich quäle mich von Tag zu Tag,
heimlich, still und leise.
Und egal was kommen mag,
eine hoffnungslose Reise.
Ich bin nun allein,
wollte es erst auch sein,
und stieß alle von mir weg.
Da lieg' ich jetzt im eigenen Dreck.
Ein Abbild von Sorgen,
man sieht's mir an, jeder kann es sehen,
der Anblick nicht schön, mit Mitleid versehen.
Der Spiegel ist in Stücke gesprungen,
hat mich auf die Knie gezwungen,
versuche die Scherben wieder aufzusammeln,
doch schneide mich an jeder einzelnen.
So ist es und so wird es wohl bleiben,
mit den Konsequenzen muss ich leben.
Dabei wollte ich nur andere schützen,
gerade die, die mich sonst auch stützten.
Schamgefühl war auch so ne Sache,
und alles was ich mache,
trägt dazu bei, dass es schlimmer wird,
im Gedankenwald verirrt.
Bedrückende Luft, die Atmung flach,
ich fühle mich so unendlich schwach.
Der Wald mit seinen vielen Bäumen,
lässt kein Sonnenlicht hinein,
der wärmende Schein lässt mich sonst träumen,
vom glücklichen Leben,
kein Nebel, kein Regen.
Doch die Einsamkeit pflanzt immer mehr Bäume dazu,
und die Kronen lassen nichts hindurch.
Die Äste verzweigen sich,
gefangen im dunklen Geäst,
die Stille so laut, sie gibt mir den Rest.
Vom Pech verfolgt, der Vogel singt nicht mehr,
wüsste nicht warum er noch singen sollte,
weil das Monster im Wald doch viel lauter grollte.
Es lauert schon, steht zum Angriff bereit,
hat im Auge den Vogel, bald naht seine Zeit.
Das Monster kommt näher, schleicht sich nicht mal mehr an,
es sieht, dass der Vogel sich nicht wehren kann.
Es umklammert den Vogel, beißt ihm die Flügel ab,
tausende Federn fliegen auf die Erde herab.
Nun greift das Monster dem Vogel an die Kehle, reißt sie heraus ohne zu zögern,
wirft den Vogel zu Boden, hört auf mit seinem Toben.
Das Monster verschwindet wieder leise im Wald, hinterlässt seine Beute verletzt und ganz kalt.
Da liegt er nun, der kleine Vogel, kann nicht singen, kann nicht fliegen.
Ist er denn dann noch ein Vogel, was ist ihm noch geblieben?
Er hat überlebt, doch leben tut er nicht,
er weint und keiner kann ihn hören.
Wenn sein kleines Herz zerbricht,
wird es wenigstens niemanden stören.
Höllische Schmerzen, die Tränen blutrot,
nun wartet er schweigend auf seinen Tod.
Er leidet sehr, er hält es bald nicht mehr aus,
seine Tage sind gezählt und jetzt lernt er daraus:
Wäre er nicht allein losgezogen, wäre alles viel erträglicher,
das Monster wäre Ihnen unterlegen,
und bei einem ist er sich nun sicher;
Es wäre der richtige Weg gewesen.
~A.


















