Als Agnostiker ist Deutschland für mich trotz allem ein christlich geprägtes Land. Und aus dieser Sicht betrachte ich den ansteigenden Zuspruch zu Populisten.
Die christliche Lehre kennt das Paradies und die Hölle mit der ewigen Bestrafung - das Jüngste Gericht lasse ich aussen vor. Die Menschen streben nach dem Paradies, auch wenn es in letzter Konsequenz vermutlich der langweiligste Ort überhaupt ist.
Menschen brauchen die Hoffnung auf das Paradies. Sie brauchen die Hoffnung, dass es ihnen später besser geht. Ich denke, dass viele Wähler der Populisten diese Hoffnung nicht mehr haben. Sie haben Angst vor Altersarmut. Sie haben Angst vor dem Damoklesschwert des Abstiegs, vor Hartz Ⅳ und sozialer Ächtung.
Parteien, die nur darüber diskutieren wann die nächste negative Anpassung der Rentenformel erfolgt können nicht erwarten, dass die Wähler sie in Scharen wählen. Parteien, die die soziale Spaltung vorantreiben und das Bildungssystem kaputt sparen und Infrastrukturen verramschen wollen können nicht erwarten, dass die Bürger sie mögen und wählen. Parteien, die Arbeitslose und Hartz Ⅳ-Empfänger in die Schmarotzerecke stellen können nicht erwarten, dass ihnen bei dieser Angst die Stimmen der Bürger zufliegen.
Parteien mit einem negativen Menschenbild, die die permanente Bestrafung der BĂĽrger vorantreiben schaffen keine Hoffnung auf das Paradies.
Populisten und Nazis wie die AfD bedienen die urchristliche Sehnsucht nach dem Paradies. Dabei wird das rĂĽckwertsgewandte menschenverachtend negative Grundkonzept einer AfD ausgeblendet. Die Hoffnung ĂĽberstrahlt alles.
Es fehlt ein positives, zukunftsorientiertes Menschenbild, das dem BĂĽrger die Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt.












