Wenn man mich gefragt hat, ob ich mal Kinder haben möchte, habe ich immer mit „irgendwann, klar“ geantwortet.
In den Situationen, als ich gefragt worden bin, hat es mir geholfen, eine unangenehme Atmosphäre zu verhindern. Bei solchen Fragen sind immer Erwartungshaltungen und eigene Vorstellungen des Lebens immer Projektion auf die Antwort.
Für mich war das „irgendwann“ immer eine adäquate Lösung. Ich bin niemanden damit auf die Füße getreten und habe auch keine zeitliche Definition an den Tag gelegt.
„Zum Glück“ - war mein Gedanke immer. Ein „irgendwann“ ist ja nicht definiert. Das kann morgen, in 2 Jahren, in 3 Jahrzehnten oder kurz vor dem Alterstod sein.
Es ist fast 1 Jahr her, als meine Tochter auf die Welt kam und ich muss gestehen - ich wünschte, ich hätte das „irgendwann“ früher in meinem Leben erlebt!
Auch wenn ich daran glaube, dass vieles was uns im Leben passiert kausal bedingt ist.
Ich mir also damit erkläre, dass einige andere Dinge passieren mussten und ich daraus lernen musste, dazu geführt haben, wo ich jetzt stehe.
Mit wem ich jetzt stehe, mit welcher Umwelt, mit welchem Job, mit welcher Wohnsituation.
Das alles hat seine Gründe - ich weiß.
Nichtsdestotrotz kann ich es nicht in Worte fassen, was für ein vollkommenes Gefühl es einem gibt, wenn man sein eigenes Kind in den Armen hält.
Und ich erinnere mich in dieser Sekunde daran, wie ich sie für 45 Minuten auf den Armen gehalten und sie willkommen geheißen habe.
Oder, wie ich die ersten Nächte kein Auge zugemacht habe und ihr beim Schlafen zugesehen habe.
Ich habe sie nicht ablegen wollen.
Ich war beim ersten Wickelversuch Schweiß gebadet, um ja kein Fehler zu machen.
Das Schöne ist, dass ich glaube, das jeder einzelne der/die ein eigenes Kind hat, dieses Gefühl so wiedergeben kann.
Und ich glaube auch, dass jeder genau beschreiben kann, wie die ersten Stunden und die anderen ersten Male so waren - wie unbeschreiblich schön, einzigartig und prägend für die eigene persönliche Wahrnehmung der eigenen Person und des Lebens, da jeder einzelne dann plötzlich eine unglaublich große Verantwortung trägt und der Tragweite dieser Verantwortung auch bewusst ist.
Um eben jene Fehler zu vermeiden, die vielleicht unsere eigenen Eltern gemacht haben.
Und während ich dieses Gefühl beschreibe, mich an die ersten Momente mit meiner ersten Tochter erinnere, freue ich mich umso mehr auf mein nächstes Kind und die vermeintlichen ersten Male, die dann kommen.