Der Beobachter
Er verhält sich wie ein normaler Mensch und fühlt dieselben Emotionen wie einer. Er lacht über Lustiges, weint über Trauriges und ist fasziniert über jede neue Entdeckung.
Und dennoch ist er kein Teil jener Gesellschaft.
Ihm wurden menschliche Gene, ein unauffälliges Äußeres und eine glaubwürdige Abstammung gegeben. Selbst seine verdrehte Persönlichkeit dient alleine zum Zwecke der Beobachtung. Er passt sich den Menschen in seiner Umgebung an und sympathisiert mit ihnen, damit er ihr Verhalten studieren kann.
Findet er einen interessanten Menschen, so taucht der Beobachter in dessen Verhalten ein und komplimentiert es, damit diese Person sich zu ihm hingezogen fühlt und mehr von sich preisgibt. Tief im Inneren jedoch, könnten beide Parteien nicht weiter voneinander entfernt sein. Die Menschen sind soziale Wesen. Sie freuen sich, lachen miteinander, weinen miteinander, sind füreinander da und teilen gemeinsam ein ganzes Leben. Der Beobachter ist, auf der anderen Seite, nur dazu da, sich all diese Kostbarkeiten des Lebens aus weiter Ferne anzuschauen.
Niemals würde jemand den Beobachter zum Freund oder gar Partner wählen, zumindest nicht länger als nötig. Diese Beziehung wäre dieselbe, als würde sich der Mensch mit einem Alien vermählen wollen. Es passt einfach nicht. Es ist physikalisch überhaupt nicht möglich.
Das einzige Alien inmitten einer Gemeinschaft. Die Nadel im Heuhaufen. Das Gewinnerlos zwischen all den Nieten (lol).
Ich hoffe, dass seine Beobachtungen bald zu Ende sind und er endlich seine verdiente Ruhe bekommt.

















