Die Woche ist rum und hier ist noch mal ne kleine Story von Arian und der KVB. Das scheint ja ein ganz besonderes Verhältnis zu sein, diesmal aber nicht ganz so rühmlich.
Arian war mit einem Freund unterwegs in der Bahn und es gab eine Fahrscheinkontrolle. Arian hatte eh seine Monatskarte, er fährt ja jeden Tag mit der Bahn zur Schule; sein Freund war aber ohne Fahrschein , leider auch ohne Papiere.
Was die ganze Sache jetzt problematisch machte, war folgendes - der Freund lebt in einem Asylantenheim in Hessen, sein Antrag läuft noch und er hat keine gültigen Papiere. Er hat eine Duldung hier mit der Auflage,das Bundesland nicht zu verlassen.Trotzdem konnte er aber nicht widerstehen, seinen kurdischen Kumpel hier in Köln zu besuchen.
Na jedenfalls haben die beiden versucht sich aus dem Staub zu machen, als die Kontrolleure kamen, was ihnen aber nicht gelungen ist. So kam,was kommen musste, die KVB ler sind mit ihnen ausgestiegen und wollten von Arians Freund die Personalien. Der Freund spricht kein Deutsch und Arian hat versucht zu übersetzen und zu erklären, dass sein Freund keine Papiere dabei hat und sie ihn doch bitte, bitte, laufenlassen sollten, er könne sonst große Probleme bekommen.
Natürlich haben die Kontrolleure das nicht getan, sondern eine Polizeistreife gerufen - während Arian versuchte weiter auf sie einzureden und sie zu beknien, doch dieses eine Mal eine Ausnahme zu machen.
Die ganze Szene fand bald interessierte Zuschauer an der Haltestelle und dabei war auch eine ältere türkische Frau, die dann Arian auf Türkisch ansprach,was er auch sprechen und verstehen kann, die Kontrolleure aber offensichtlich nicht.
Die Frau meinte dann zu Arian, dass Bitten und Betteln ĂĽberhaupt nichts helfen wĂĽrde bei Kontrolleuren, und dass sein Freund verschwinden mĂĽsse, bevor die Polizei da sei, wenn er denn groĂźe Probleme zu befĂĽrchten habe.
Sie würde sich jetzt mit ihren ganzen Einkaufstaschen vor den einen Kontrolleur stellen und ihm den Weg versperren, Arian solle die zwei anderen blockieren oder festhalten ( er ist ein kräftiges Kerlchen ) und seinem Freund sagen, er solle rennen.
So geschah es dann auch und Arians Freund ist "entkommen" ! Diesmal erntete Arian aber nicht so viel Beifall in der Klasse als er die Geschichte zum besten gab. Florence, eine gestandene Dame aus Togo, Mutter von 5 Kindern und eine Art moralischer Instanz in unserer Klasse, hatte einen strengen Tadel parat. Die anderen meinten nur: Wie dumm kann ein Mensch sein, ohne Ticket zu fahren, wenn das fĂĽr ihn ĂĽble Konsequenzen haben kann? Nur um 2,80 Euro zu sparen ?
Andererseits hatte er wohl auch nicht mit der unbeirrbaren Arbeitsmoral der Kontrolleure gerechnet, weil er einfach noch nicht lange genug in Deutschland war, um die Mentalität hier zu begreifen. In seinem Heimatland hätte das Bitten und Betteln nämlich sehr wohl Aussicht auf Erfolg gehabt....