19. Juli. Tod eines Handlungsreisenden am Broadway. Bei Nathan Lane sehe ich Gesten und GesichtsausdrĂŒcke, von denen ich dachte, nur mein Vater hĂ€tte sie. Das ist nicht so, und mir wird auch klar, dass ich dieselben Gesten und GesichtsausdrĂŒcke habe und haben werde.Â
Davon abgesehen habe ich mir von der KI ganze Jahrzehnte kritischer Rezeption zusammenfassen lassen, und war sehr ĂŒberrascht von der Tiefe und KomplexitĂ€t der GedankengĂ€nge. Ich wĂ€re nie auf so ein Reflektionsniveau gekommen, ohne Tage oder sogar Monate in SekundĂ€rliteratur zu investieren.
Man sollte glauben, dass diesmal die Jungen (die zufÀllig deine Kinder sind) nicht das gleiche MissverstÀndnis von alten Leuten haben, das du hattest. Das kann ihnen nicht passieren, weil sie doch genau wissen, dass es bloss du bist, kein alter Mensch, der irgendwie von ihnen getrennt ist. Aber genauso wird es kommen.
Das Endspiel der Weltmeisterschaft geguckt, hundertzwanzig Minuten lang auf der Kante vom Sessel. Fussball sieht fĂŒr mich heute sehr europĂ€isch aus, und ich meine das positiv â die weit offenen RĂ€ume, die Strategie, die wenigen Punkte, die Ungenauigkeit, mit der der Schiedsrichter nach seinem GutdĂŒnken ĂŒber die Minuten der Nachspielzeit entscheidet. Die InternationalitĂ€t, die dem amerikanischen Sport ganz und gar abgeht. Peinlich ist allerdings das stĂ€ndige VortĂ€uschen von Schmerzen.
Ich kenne viele Amerikaner, die groĂe Fans von europĂ„ischem Fussball sind â grösser, als man angesichts der Verbreitung des Sports in Amerika glauben sollte. Einer zum Beispiel, der eine GeschĂ€ftsreise nach Europa machte, wo er ein Spiel seiner Mannschaft hĂ€tte sehen können, was er dann aber doch nicht tat, weil er Angst hatte, dass sie verlieren wĂŒrde und ihn das in tiefe Trauer stĂŒrzen wĂŒrde.Â