Gedanken
Sie sitzt dort drauĂen, abends, auf der Steintreppe. Es ist kĂŒhl, aber sie tut nichts dagegen, sie sitzt einfach nur da, der GĂŒrtel ihrer Hose im letzten Loch. Die Hose passt ihr, den GĂŒrtel benötigt sie nur um ihren Bauch zurĂŒck zu drĂŒcken. Er ist widerlich, sie hasst ihn. All die unterdrĂŒckten GefĂŒhle haben sich darin versteckt, getarnt als Kalorien. Er wird ganz rein gedrĂŒckt, bis er schmerzt. LĂ€chelnd starrt sie geradeaus. Niemand sonst ist bei ihr, aber die Gewohnheit bringt sie dazu dieses LĂ€cheln aufzusetzen. Sie hasst so vieles und liebt es dennoch. Vielleicht genau aus diesem Grund? Es schadet ihr, aber sie weiĂ, dass sie da durch muss, eigentlich lĂ€sst sie das Meiste davon nur zu, weil sie sich gern schadet. Warum? Das weiĂ sie nicht. Alles ist eklig, nein, sie ist es. Wie viel habe ich heute schon gegessen? Wie viele Kalorien könnten das sein? Soll ich mir noch Kekse erlauben? Wenn ich mir jetzt noch einen Keks erlaube, werden aus diesem einen Keks hunderte, ich werde nicht wieder aufhören können und danach? Danach tuâ ich es wieder, danach muss ich mich bestrafen, wobei das wiederum eine Belohnung, nein, eine Erlösung ist. Sie beiĂt auf ihren Knöchel. Wieso habe ich keine Wunde? Ich beiĂe immer darauf. Wann sieht man das endlich? Es ist immer nur rot, aber ich will, dass man es sieht, ich will es einfach, aber ich will nicht, dass die Leute es sehen, es soll fĂŒr mich sein, fĂŒr mich ganz allein. Es wird niemand erfahren. Ich möchte das nicht, ich will es einfach tun, aber ich finde keinen geeigneten Platz dafĂŒr, das muss ich Ă€ndern, ganz dringend. Sie zieht die Beine nĂ€her an sich heran und schlingt ihre Arme darum. Alle wollen, dass es mir wieder besser geht, will ich auch, aber es macht mir Angst. Ich muss so vieles hergeben, so vieles was mich all die Jahre begleitet hat, was mich ruhig gestellt und befriedigt hat. Ok. Ich fĂŒhle mich oft schlecht und daran ist es schuld, es zerstört meinen Körper und meine GefĂŒhle, aber es beruhigt mich. Nehmt es mir nicht weg! Bitte! Wann wird alles besser? Und wann darf ich sterben?















