Schule.
Für mich war Schule immer dunkel. Schule hat mich wenig erleuchtet. Schule hat mir etwas von meinem Glänzen genommen. Vielleicht. Ganz sicher.
Erinnert ihr euch an Schule? Damals? Als ihr noch Kinder wart?
Ich erinnere mich. An all die endlosen Pausen, in denen man auf mich herab blickte, als ich nur versuchte dazu zugehören. An all die Momente in denen man mich Schielauge oder Hässlon nannte. An all die Situationen in denen man mich ausnutze, fallen lies und mich anschließend verleugnete. An all die lustigen Streiche, die man immer nur mir spielte. Vor allen. Für jeden. Nur nicht für mich. An all die Kinder von damals und all die Menschen die heute aus ihnen geworden sind.
Kinder sind grausam. Das ist kein Geheimnis. Sie zerstören. Nicht nur Sandburgen, auch all zu häufig andere Kinder.
Ich war ein kleines bisschen anders. Nur ein ganz winziges, kleines bisschen. Ich hatte einen kleinen äußerlichen Makel. Einen sichtbaren Defekt. Winzig. Er bestimmte mein junges Leben. Meine gesamte Schulzeit. Jeden. Einzelnen. Tag.
Er gab mir immer das Gefühl nie genug zu sein. Dieser eine winzige Makel. Vielleicht habe ich dieses Gefühl heute so oft nicht verloren.
Kann man verlieren, was einem jeden Tag in den Kopf gebrannt wurde? Was dort 20 Jahre später noch hängt, als wäre ich immer noch das acht jährige Mädchen, was neidisch auf all die beliebten und perfekt-makellosen Kinder schaut?
Unterscheidet sich unsere Erwachsenen-Welt wirklich so sehr von unser skrupellosen Kinder-Welt?
Für mich war Schule immer dunkel.
Damit dürfen keine Geschichten anfangen. Niemals.











