Vielleicht wäre es einfacher... wenn mein Buch hier heute... enden würde...

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Gestern Nacht saß ich unter einem Himmel voller Sterne und fragte mich...wie ein Buch so viele Kapitel überstehen kann ...und trotzdem... an ein paar wenigen Zeilen zerbricht...
Man sagt...jedes Leben sei wie ein Buch...Wenn das stimmt...dann frage ich mich manchmal... warum meine Geschichte so viele Kapitel voller Verlust, Enttäuschung und Kampf enthält...
Nicht, weil ich aufgegeben habe... Nicht... weil ich nicht stark genug wäre... Sondern weil ich langsam verlerne zu glauben...dass nach all den dunklen Seiten wirklich noch etwas Gutes kommen soll...
Immer wenn ich denke... endlich ein Kapitel erreicht zu haben...in dem ich durchatmen darf... in dem die Wunden langsam heilen und die Last etwas leichter wird... schlägt das Leben die nächste Seite auf und präsentiert mir einen neuen Sturm...
Einen neuen Kampf...Eine neue Prüfung... Und irgendwann beginnt man sich zu fragen...ob man die Hauptfigur einer Geschichte ist oder nur die Person...die dafür bestimmt wurde... immer wieder zu fallen...
Die meisten sehen nur...dass das Buch noch offen ist... Sie sehen nicht die eingerissenen Seiten...die verwischte Tinte und die Abschnitte... die ich nachts immer wieder lese... weil ich nicht verstehe... warum sie passieren mussten...
Sie sehen nicht die Kapitel...die mich mehr Kraft gekostet haben... als ich jemals zugeben würde...
Und vielleicht ist genau das die größte Erschöpfung: Nicht das Leid selbst...Nicht das Scheitern...
Sondern die ständige Erwartung...nach jedem Zusammenbruch wieder aufzustehen... als wäre man nicht längst müde geworden...
Als wäre Hoffnung etwas...das sich unendlich oft neu schreiben lässt...
Ich möchte die Geschichte beenden...Ich möchte für einen Moment ein Kapitel...das nicht davon handelt zu überleben... Ein Kapitel...in dem ich nicht kämpfen...nicht funktionieren und nicht beweisen muss... wie stark ich bin...
Nur eine Seite voller Frieden... Eine einzige Seite...auf der das Leben endlich aufhört...mir neue Narben als Handlung zu verkaufen...
Manchmal frage ich mich...ob manche Menschen nicht in unser Leben treten...sondern zwischen unsere Zeilen...
Unbemerkt...
Erst sind sie nur ein Satz...über den man kurz stolpert... Dann ein Absatz... den man zweimal liest... Und irgendwann merkt man... dass man ständig zu derselben Seite zurückkehrt... obwohl das Buch längst weitergegangen ist...
Vielleicht sind die bedeutendsten Geschichten nicht die... die laut beginnen... Vielleicht sind es die...die sich leise zwischen die Gedanken legen und dort bleiben...
Wie ein Lesezeichen in einem Kapitel, das man noch nicht versteht.
Es ist merkwürdig... mitten in einem Kapitel zu stehen und nicht zu wissen...ob man gerade den Anfang oder die Wendung liest.
Vielleicht ist genau das der Grund...warum manche Geschichten so lange in uns bleiben... Nicht weil wir wissen...wohin sie führen... sondern weil wir es nicht wissen...
Man liest Zeile für Zeile...sucht zwischen den Worten nach Bedeutung...zwischen den Seiten nach Hinweisen... und zwischen den Kapiteln nach Antworten... Doch manche Geschichten lassen sich nicht beschleunigen... Sie entfalten sich in ihrem eigenen Tempo...
Und während man versucht...das Ende vorherzusehen... vergisst man manchmal...dass die schönsten Geschichten nie davon gelebt haben...zu wissen... was als Nächstes passiert... Sie lebten von den Seiten dazwischen... Von den Blicken...die noch nichts versprechen... Von den Momenten... die zu kurz waren und trotzdem ein ganzes Kapitel füllen könnten... Von den Gedanken...die immer wieder zur selben Stelle zurückblättern...
Vielleicht ist das Leben manchmal wie ein Buch ohne Inhaltsverzeichnis... Man kann nicht nachschlagen... wie viele Kapitel noch kommen... wer bleibt oder welche Wendung auf der nächsten Seite wartet...
Man kann nur weiterlesen...
Und vielleicht besteht die Kunst nicht darin... das Ende zu kennen... Sondern den Mut zu haben...die Geschichte trotzdem zu lieben... während sie noch geschrieben wird...

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Es gibt Begegnungen... die sind wie ein Echo... Der Moment ist längst vorbei...aber irgendetwas klingt noch nach...
Manche Begegnungen sind wie ein Windhauch - kaum spürbar... wenn sie passieren...und doch bringen sie etwas in dir durcheinander...
Vielleicht vergessen wir irgendwann den Schmerz. Aber niemals die Version von uns, die ihn überlebt hat.
Ich will erzählen, wie es mir geht, und gleichzeitig sagt mein Kopf: ‚Bleib leise.
Manche Menschen sind nicht dazu bestimmt... ein ganzes Buch in unserem Leben zu werden ...
Sie sind nur ein Kapitel...
Manchmal ein schmerzhaftes... Manchmal ein wunderschönes... Manchmal beides zugleich...
Aber immer eines...das uns etwas gelehrt hat... bevor wir die Seite umblättern mussten...

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... nachts kommt die Flut, weißt du ...
Tagsüber baue ich Deiche.
Ich schichte Lächeln auf Sorgen,
funktioniere, rede, lache und tue so, als wäre das Meer in mir ruhig.
Und meistens hält es.
Bis die Nacht kommt ...
Dann steigt das Wasser.
All die Ängste, ungeweinten Tränen, unausgesprochenen Worte und Erinnerungen, die ich tagsüber hinter Mauern gehalten habe, drücken gegen die Wände.
Und irgendwann brechen sie durch.
Dann sitze ich mitten in den Trümmern meiner Gedanken und versuche nicht unterzugehen.
Nicht, weil ich schwach bin ...
sondern weil jeder Morgen von mir verlangt, die Überschwemmung wieder aufzuräumen, als wäre nichts gewesen.
Deshalb denken viele, mir geht es gut.
Sie sehen die Deiche...Nicht die Flut dahinter ...
Tagsüber bin ich wie ein Boot auf ruhigem Wasser …
die Sonne spiegelt sich auf den Wellen, Menschen sehen mein Lächeln, hören mein Lachen und denken, alles wäre in Ordnung …
Und manchmal glaube ich das sogar selbst für einen Moment …Doch nachts verändert sich das Meer …
Dann liege ich im Dunkeln und plötzlich zieht mich die Strömung hinaus …
weiter und weiter weg von allem, was sich tagsüber leicht angefühlt hat …
Jedes Wort, das mich berührt hat …
jede Erinnerung …jede Angst …
kreist wie Wellen um mich herum, bis ich nicht mehr weiß, wo oben und unten ist …
Und während die Welt schläft, kämpfe ich gegen Geister, die keine Geister sind …
Denn das Grausame an manchen Nächten ist nicht der Albtraum selbst …
sondern zu wissen, dass er nicht meiner Fantasie entspringt …
sondern aus Erinnerungen besteht, die wirklich passiert sind …
Und so treibe ich Nacht für Nacht durch dieselben dunklen Gewässer …
bis der Morgen kommt …
und ich wieder so tue, als hätte mich das Meer nicht fast verschluckt …
SCHLAFLOS ...
„Warum liest du so viel?“
Weil es manchmal einfacher ist...in Geschichten zu atmen als in der eigenen Realität zu ertrinken...
Weil ich dort kurz jemand anderes sein darf ... ohne Erwartungen...ohne Druck...ohne das Gefühl...nicht genug zu sein...
Es ist keine Flucht vor dem Leben... Es ist eher ein Überleben zwischen den Momenten...in denen alles zu laut...zu schwer oder zu echt wird...Bücher fragen nicht...Sie urteilen nicht...
Sie lassen mich einfach sein...Und manchmal ist genau das der einzige Ort...an dem ich wirklich Ruhe finde...
Vielleicht kämpf ich gerade einen Kampf, den niemand sieht …
als würdest ich nachts durch ein Haus gehen, das innen voller einstürzender Räume ist …
und ich halte jede Wand mit bloßen Händen fest, damit nichts ganz zusammenbricht …
Nach außen wirkt es, als wär ich einfach da …
als würdest ich nur still durch den Tag gehen …
aber in mir ist es eher wie ein Fluss unter Eis …
alles bewegt sich weiter, aber nichts kommt mehr an die Oberfläche, ohne zu reißen …
Und trotzdem geh ich weiter … noch
als würde ich über dünnes Glas laufen,
das bei jedem Schritt leise knackt,
aber noch nicht ganz bricht … leider
und niemand sieht, wie viel Kraft es kostet,
nicht einfach einzusinken in das, was unter mir wartet …
Vielleicht ist das alles gerade kein Gefühl, das man erklären kann …
eher ein Zustand …
zwischen Ich will nicht mehr und langsamem Verschwinden …

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Er bringt meine Mauer ins Zittern …
nicht mit großen Worten …
eher mit kleinen Nachrichten …
die sich anfühlen, als würden sie genau dort durchdringen, wo ich eigentlich dicht gemacht habe …
Und plötzlich ist da wieder etwas in mir, das reagiert …
zu schnell, zu ehrlich, zu ungeschützt …
als würde ein Teil von mir anklopfen, den ich längst weggesperrt habe …
und ich stehe dazwischen …
zwischen dem, was mich schützen wollte …
und dem, was sich kurz lebendig anfühlt, wenn sein Name auftaucht …
und ich weiß nicht, ob das Anfang ist …
oder genau der Moment, in dem etwas in mir wieder anfängt, unsicher zu werden …
Ich weiß nicht, was ich eigentlich fühle …
ob es dieses leise Verliebtsein ist, das sich in jede Nachricht schleicht und mich kurz lächeln lässt …
dieses warme Aufleuchten, wenn sein Name auf meinem Handy erscheint …
oder ob es einfach nur Dummheit ist, sich überhaupt so weit darauf einzulassen …
oder vielleicht diese Art von Klarheit, die schon zu oft enttäuscht wurde …
dieses „ich weiß eigentlich, wie es endet, und mache es trotzdem“-Denken …
Manchmal frage ich mich, ob das noch Gefühl ist …
oder einfach nur ein Muster, das ich nicht durchbrechen kann …
und irgendwo dazwischen stehe ich und schaue mir selbst zu, wie ich wieder etwas zulasse, das mir vielleicht irgendwann wehtun wird …
als würde mein Herz sich jedes Mal entscheiden, bevor mein Kopf überhaupt hinterherkommt …
und ich weiß nicht, ob das mutig ist …
oder einfach nur der gleiche Fehler in einer neuen Geschichte …