Warum herrscht in den USA eine Opioidkrise? Beth Macy und Patrick Radden Keefe beleuchten die tödlichen Folgen.
Die Opioidkrise fordert in den USA jedes Jahr 100 000 Todesopfer. Ausgelöst hat sie ein einziger Pharmakonzern. Zwei SachbĂŒcher und eine Serie beleuchten die bitteren Folgen.
AutounfĂ€lle? SchieĂereien? Nein: Die hĂ€ufigste vermeidbare Todesursache bei Amerikanern unter 50 sind DrogenĂŒberdosen. Zwischen April 2020 und April 2021 starben daran erstmals mehr als 100 000 Menschen innerhalb eines Jahres - ĂŒber 270 am Tag. Das ist die vernichtende Bilanz der sogenannten Opioid-Epidemie, die seit zwei Jahrzehnten in den USA grassiert. Wie ihr Name verrĂ€t, zeichnen dem Opium verwandte Substanzen fĂŒr drei von vier der tödlichen Ăberdosen verantwortlich, neben Heroin zuletzt vor allem das bis zu fĂŒnfzigmal stĂ€rkere Fentanyl.
Doch die Krise ist nicht in erster Linie das Kind von SchwarzmĂ€rkten und dubiosen Drogendealern. Ausgelöst hat sie der Pharmakonzern Purdue mit einem verschreibungspflichtigen Schmerzmittel namens OxyContin - und mit Methoden, die weniger an Medizin erinnern als vielmehr an die Mafia. In seinem Buch "Empire of Pain" enthĂŒllt der investigative Journalist und Schriftsteller Patrick Radden Keefe in bislang unbekanntem AusmaĂ, wie die renommierte Inhaberfamilie Sackler hunderttausende Amerikaner in die Drogensucht stĂŒrzte und sich daran unbehelligt bereicherte.


















