Liechtenstein. Mit ie. Ja, da war doch was. Irgend so ein Fürstentum. Dann wären wir auch bei dem, was die meisten über dieses Land wissen. Manche ahnen vielleicht noch, wo es ungefähr liegt. Gut, das wusste ich schon immer, aber ich bin als studierter Geograph und Landkartenfetischist eh ein "Ich weiß, wo es liegt"-Typ. Also jemand, den Du bei Stadt-Land-Fluss als Telefonjoker nimmst.
Aber sonst? Kein berühmtes Casino, kein Papst, kein legendärer Radiosender...schlichtweg nix, was sonst so Kleinländer meistens auszeichnet.
Es versteckt sich in den Alpen, duckt sich zwischen Österreich und der Schweiz an den Rhein und macht nicht groß von sich reden (außer mal durch Steuerskandale). Und ist mehr Schweiz als sonstwas, immerhin finanziell angebunden, Franken und so, bildet mit dieser auch eine Zollunion. Gehört allerdings dem Europäischen Wirtscharftsraum an, aber nicht der Europäischen Union. Hat also genug Besonderheiten, um es einmal besuchen zu müssen. Und ein paarmal bin ich schon vorbeigefahren. Das wollte ich nun ändern!
Nach dem morgendlichen Start in meiner Unterkunft in Röthis, wo ich ein ausgiebiges Frühstück genießen durfte, dauerte es keine halbe Stunde, bis ich den Grenzübergang erreichte. Dieser ist noch ein "echter solcher", denn wir verlassen ja die EU, wenngleich nicht den Schengenraum. Es stehen also Zollbeamte parat und die LKW-Fahrer, die neben mir in einer über einen Kilometer langen Schlange ausharren mussten, hatten mein Mitleid.
Nach weiteren 15 Minuten Fahrt war dann die Hauptstadt Vaduz erreicht, Regierungs- als auch Fürstensitz. Allerdings nicht die größte Gemeinde des Fürstentums, diese Ehre gebührt Schaan. Wohlgemerkt: Wir reden von gut 40.000 Einwohnern insgesamt...manche deutsche Kleinstadt zählt mehr.
In Vaduz kann man nahe der Kirche eine Stunde gratis parkieren. Und ganz ehrlich: Das reicht voll und ganz, um sich den Ort und das Fürstentum anzuschauen und das Land auf seiner Liste abzuhaken.
Man kann einen Blick in die Kirche werfen, die für ein katholisches Gotteshaus eher schlicht ausfällt, die moderne Architektur der Regierungsgebäude bestaunen und durch die kleine Fußgängerzone schlendern. Besondere Geschäfte, die einen herlocken würden, konnte ich nicht finden. Dann geht es recht steil empor zur Herberge des Fürsten, dem Schloss. Da dies von seiner Durchlaucht bewohnt wird (allerdings erst seit etwa 100 Jahren) steht es nicht zur Besichtigung offen und mehr als den Ausblick über Vaduz und das Rheintal auf die Schweizer Berge kann man hier nicht genießen. Nicht einmal eine Beiz (Kneipe) oder einen Fürsten-Fanshop gibt es. Devotionalen Liechtensteins kann einer unten in der Touristinformation erwerben.
Die bekannteste Firma Liechtensteins ist übrigens Hilti. Vor allem Handwerkern dürfte sie nicht unbekannt sein. Die befindet sich aber in Schaan.
Somit konnte ich nach einer Stunde das Fürstentum wieder verlassen, ohne das Gefühl, noch etwas verpasst zu haben. Eine Einkehr habe ich mir angesichts der schweizähnlichen, wahrhaft FÜRSTlichen Preise, verkniffen. Der Fürst kniff auch, beziehungsweise duschte er ausgiebig mit seiner Gemahlin unter dem Rasensprenger(siehe Bild), somit hatte er leider keine Zeit für eine Audienz. Wessen Nachteil dies nun sein mag, sei dahingestellt.
Fazit: Liechtenstein kann man machen. Wenn man gerade in der Nähe ist und z.B. über den San Bernadino fährt. Eine weitere Anreise lohnt sich aber meines Erachtens nicht. Berge gibts anderswo auch...Fürsten gelegentlich ebenfalls.














