Battlefield 3: Premium und Close Quarters im Kurz-Test
Letzte Woche noch Thema auf Electronic Arts' Pressekonferenz, heute schon RealitĂ€t. Seit dem 12.06. ist der DLC Close Quarters fĂŒr Battlefield 3 verfĂŒgbar. Wir haben einen ganzen Tag lang die neuen Maps, Modi und Waffen getestet und fassen das Erlebte zusammen.
Modernes Schlachtfeld
Battlefield Veteranen werden die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammenschlagen: Die vier neuen Karten sind, wie der Name Close Quarters es schon erahnen lĂ€sst, komplett auf Infanteriegefechte in engen Umgebungen ausgelegt. Es gibt also keine Fahrzeuge, keine LuftkĂ€mpfe, keinen Rush-Modus und 32 Spieler sind eigentlich auch zu viel fĂŒr eine der neuen Maps. Ist das noch Battlefield, oder bereits Modern Warfare? Die Antwort liegt wohl dazwischen.
Auf den ersten Blick fĂŒhlt man sich bei den neuen Karten tatsĂ€chlich an Call of Duty-Klassiker wie Highrise (Modern Warfare 2) erinnert. Verbringt man jedoch etwas Zeit in den ungewohnten Umgebungen, fĂ€llt schnell auf, dass Close Quarters verstĂ€rkt auf Höhenunterschiede und mehrere Ebenen setzt. In 'Operation 925' sind wir beispielsweise nicht nur in einem mehrstöckigen und verwinkelten BĂŒrokomplex unterwegs, sondern auch in dessen Tiefgarage. Wer Crysis 2, das ebenfalls auf sogenanntes "vertikales Gameplay" setzt, im Multiplayer gespielt hat, weiĂ bereits, dass der Blick nach oben und unten ĂŒberlebenswichtig ist.
Weil ein Hinterhalt also hinter jeder Ecke lauern könnte, sind EinzelgĂ€nger meist schneller tot als sie "Medic!" rufen können. Dies hebt Close Quarters wesentlich von anderen Battlefield-Karten und auch "Modern Warfare"-Gefechten ab. In Battlefield 3 kam man oft auch mal ganz gut allein und ohne seinen Squad zurecht, um beispielsweise den Gegner in die Flanke zu nehmen oder einen guten Platz fĂŒr ein Funkfeuer zu finden. Im neuen DLC funktioniert dies definitiv nicht mehr, nur wer bei seinem Squad bleibt, verschenkt nicht unnötig Tickets. Dies fördert taktisches Vorgehen ungemein und ist es nicht das, was Battlefield im Kern ist: Ein Taktik-Shooter?!
Waffen, Karten, Modi
Wie bereits beschrieben, sind die Karten Scrapmetal, Operation 925, Donya Fortress und Ziba Tower relativ klein. Wer das nicht mag, aber das Maximum aus Battlefield 3 herausholen möchte, sollte trotzdem einen Blick auf den DLC werfen. Neben den Karten gibt es immerhin zusĂ€tzlich 10 neue Waffen, die wieder an bestimmte Assignments gebunden sind. Man muss beispielsweise erst 20 Gegner mit Schrotflinten und Pistolen ausschalten, um die SPAS-12 freizuschalten. Zu den Waffen zĂ€hlen die SMG M5K, das ScharfschĂŒtzengewehr JNG-90 und diverse Sturmgewehre der Bauart Bullpup, die sich besonders fĂŒr HĂ€userkĂ€mpfe eignen. Fans von Battlefield: Bad Company 2 können sich zudem auf ein Wiedersehen mit einer alten Bekannten freuen: Die AUG fĂŒr den Assault.
Wer sich wie wir nicht so gut mit Waffen und deren Verhalten bezĂŒglich RĂŒckstoĂ und Reichweite auskennt, sollte unbedingt den neuen Modus 'Gun Master' ausprobieren. Wie in der Counter-Strike-Modifikation GunGame schaltet man mit jedem Abschuss "bessere" Waffen frei. Wer zuerst bei der letzten Waffe, dem Messer, angekommen ist und damit einen Gegner niederstreckt, gewinnt das Match. Gun Master eignet sich perfekt, um ein GefĂŒhl fĂŒr die neuen Waffen zu bekommen und die neuen Karten zu erkunden. Allerdings ist es ratsam diesen Modus nicht auf Servern zu spielen, die das Ranking-System eingeschaltet haben, wenn man wert auf eine gute Statistik legt.
Der zweite Modus des DLC ist Conquest Domination. Am Namen kann man bereits ableiten, dass es sich um eine Mischung aus Conquest und dem aus anderen Shootern bekannten Domination handeln muss. In der Praxis bedeuted es nicht viel mehr, als dass die Flaggeneroberung wesentlich schneller als im klassischen Conquest geht. Zudem dienen die Flaggenpunkte nicht wie bisher als Spawn.
Was ist Premium, wie bekomme ich Close Quarters?
Battlefield Premium ist im Grunde nichts anderes als eine groĂe Rabattaktion. Bezahlt man jetzt 4000 Microsoft Points, bekommt man die DLC Back to Karkand und Close Quarters, die einzeln 1200 Punkte kosten wĂŒrden, sofort. Die Erweiterungen Armored Kill, Aftermath und Endgame, die im Laufe des Jahres erscheinen werden, erhĂ€lt man dann kostenlos. WĂŒrde man jeden DLC einzeln kaufen, hĂ€tte man am Ende insgesamt 6000 Punkte bezahlt. Selbst wer Back to Karkand bereits besitzt, spart immerhin 800 Punkte und genieĂt Vorteile, wie vorzeitigen Zugang zu neuen Waffen und Camos.
Einziger Haken an der Sache ist eigentlich nur, dass man mit Aftermath und Endgame "die Katze im Sack kauft". Was wir von Armored Kill bisher gesehen haben, lĂ€sst darauf schlieĂen, dass dies auch wieder eine hochkarĂ€tige Erweiterungen sein wird.
Wer Dice vertraut, sollte sich also direkt Premium fĂŒr 4000 Punkte (40 Euro) kaufen. FĂŒr alle anderen gibt es Close Quarters ab dem 26.06. fĂŒr 1200 Punkte (14,50 Euro).