Die Vergangenheit ziehen zu lassen ist, als würde man sich ein überflüssiges Körperteil abschneiden. Man braucht es nicht, aber es tut trotzdem weh.
Out of my head.
d e v o n
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@wortgewitter
Die Vergangenheit ziehen zu lassen ist, als würde man sich ein überflüssiges Körperteil abschneiden. Man braucht es nicht, aber es tut trotzdem weh.
Out of my head.

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Wahre Liebe
Als er das kleine Zimmer betritt, zieht er seine Schiebermütze vom Kopf und lächelt mich freudlich an, während ich die Nachthemden seiner Frau zusammenfalte. Sein Gesicht ist von tiefen Falten gezeichnet, seine dunklen Augenringe schimmern wie unheilvolle Halbmonde. "Guten Abend.", murmelt er und streift sich seinen Mantel von den Schultern. Ich lege meine Arbeit bei Seite und helfe ihm. "Guten Abend. Wie geht es ihnen?" "Ganz gut, danke. Haben sie nicht bald Feierabend?" "Oh, eine Stunde bleibe ich noch." "Wie geht es meiner Frau?" Er stellt diese Frage jeden Abend, und jeden Abend versuche ich ihm so ehrlich wie möglich zu antworten. "Sie war heute über den Tag sehr müde. Wir haben sie nach dem Mittagessen wieder ins Bett gebracht, doch sie versuchte immer wieder, aufzustehen." "Ich glaube, sie hat Albträume." Sein Blick verändert sich, wird ruhiger, abschweifender, als wäre er eigentlich gar nicht im Raum, sondern irgendwo weit in seiner eigenen Vergangenheit. "Das könnte sein, ja." "Ist sie wach?" "Nein, jetzt schläft sie." Er nickt, geht durch den Raum und hebt dabei die Füße so bedächtig an, das er kaum einen Laut dabei erzeugt. Er sinkt auf dem Stuhl neben dem Bett und scheint dabei irgendwie auch in sich selbst zusammen zu fallen. Er wirkt klein, viel kleiner als er eigentlich ist."Möchten sie einen Kaffee? Oder einen Tee?" "Nein, danke." Aus der breiten Ledertasche, die er immer bei sich führt, zieht er einen eingeschweißten Kuchen und eine Flasche Saft. Als ich kurz vor meinem Feierabend wiederkomme, steht er gerade auf und sucht nach seinem Mantel, den ich ihm bringe. "Fahren sie jetzt nach Hause?", frage ich höflich, bedacht darauf, ihn nicht zu lange anzusehen. "Ja, ich muss. Der letzte Bus fährt in 10 Minuten." "Sie fahren mit dem Bus? Dauert das nicht schrecklich lange? Sie wohnen doch am anderen Ende der Stadt." "Ich habe meinen Führerschein vor ein paar Jahren abgegeben. Und unsere Kinder müssen arbeiten." "Oh. Dann ist das ja jeden Tag eine enorme Strecke." "Ja, der Bus brauchte eine dreiviertel Stunde." Seine Arme verschwinden in den Jackenärmeln, die Schiebermütze landet gewohnt schräg auf seinem von dünnem weißen Haar umrahmten Kopf. "Ich finde es toll, das sie diesen Weg auf sich nehmen, und das jeden Tag.", entkommt es mir mehr aus einem Gefühl heraus als wirklich überlegt. "Ihre Frau freut sich immer so, sie zu sehen." Als er sich umdreht, um mich anzusehen, haben seine Augen einen so entgültigen Ausdruck, das mir kurz der Atem stockt.
"Ich würde alles für sie tun." Ich denke daran, wie ihr Gesicht zu strahlen beginnt, wenn sie ihn sieht, und wie deutlich manche Sätze werden, während sie tagsüber manchmal kaum ein klares Wort zustande bringt. Als er gegangen ist, nehme ich meine Tasche, verabschiede mich bei meinen Kollegen, fahre ins Erdgeschoss, setze mich in meinen Wagen - und erlaube mir, ein kleines bisschen zu weinen.
What if god is one of us? Just a stranger on the bus trying to make his way home?
What an interesting tought.
"Die Salafisten wollen in unsere Stadt zurückkehren!", brüllen sie und schmeißen mit Steinen nach einem Mann, der von Gewaltlosigkeit spricht, während das Glashaus um sie herum in tausend kleine Einzelteile zerspringt. Die Demokratie wollen sie ändern, damit sie frei sind von der Schuld, über unbekannte Worte nachzudenken. Der leichteste Weg wird es immer sein, wenn einer vorrausdenkt und alle anderen hinterherdenken können. Niemand macht sich mehr die Mühe, etwas für sich selbst zu entscheiden - man möchte nicht aus dem Rahmen, in den man sich hinein gezwängt hat, herausfallen. Viel zu schön ist es doch, ein Teil eines wütenden Mobs zu sein, seine eigene Erbärmlichkeit hinter der Verurteilung anderer zu verstecken. Die Menschheit ist dazu verdammt, eine Schafsherde zu sein, laut blökend davonpreschend vor einem Hund, der auf der anderen Seite des Zauns aufgetaucht ist. Und jedes Tier, das stehen bleibt, um zu sehen ob das fremde Wesen ein Freund oder ein Feind ist, ist für die Übrigen nichts weiter als ein hinterlistiger Verräter ihrer Sippe. Ich bin stehen geblieben. Nicht, weil ich dem Hund zwingend folgen will - vielmehr schätze ich ab, ob er eine Gefahr darstellt oder einfach nur ein Besucher ist, der ebenso wieder verschwindet, wie er aufgetaucht ist. Und ich hoffe, das ich nicht die Einzige bin.
Einer dieser Songs, die beim hören immer und immer genialer werden. "I was scared of dentists and the dark I was scared of pretty girls and starting conversations Oh, all my friends are turning green You're the magician's assistant in their dreams" Fremdmusik-Selbstfindungsprozess. //

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Ich bin dein, und das ist die schönste Facette meiner Existenz.
So tired. But stronger now.
Irgendwie ist es fast so, als ständest du auf der anderen Seite des steilen Abhangs, an einem anderen Ufer, in einer anderen Welt. Ich kann dich nicht mehr berühren, aber ich kann dich sehen - nur verschwommen, eine Ahnung von dir und dem, was dich ausmacht. Es gibt Tage, da würde ich den Sprung hinab wagen, nur um für den Bruchteil einer Sekunde einen Schritt näher an dich herangetreten zu sein. Du bist nichts weiter als ein Kolibri, wild flatternd mit deinen schillernden Flügeln, verzweifelt auf der Suche nach dem, was ich Liebe und du Nahrung nennst. Es gibt Tage, da möchte ich flüchten vor deinem Lachen, mich verstecken vor deinem Weinen. Doch nichts bewegt sich, kein Schwung treibt mich von dir weg oder zu dir hin, denn wir sind die Burgwächter eines uralten Leidens, die letzten Kreuzritter zwei verschiedener Kriege. Ich werde dich immer sehen. Aber ich werde dich niemals mehr berühren. Deine Flügel könnten brechen.
»Letzte Anmeldung vor 11 Minuten.« Näher komme ich dir nicht mehr. 11 Minuten, die uns trennen, 11 Minuten und eine halbe Ewigkeit. Du bist und bleibst meine Lichtgestalt.
Eine entgleitende Freundschaft ist fast so schmerzhaft wie ein Tumor im Kopf. Das Leid kommt in Wellen, zwingt dich stundenweise in die Knie; und wenn du glaubst, wieder aufstehen zu können, reißt dich der nächste Schub hinfort.

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Feuerhaare / Sturmgedanken / Produktivitätsloch / Winterweihe
"Gute Nacht", hast du gesagt, als du mir deine Lippen in den Nacken gedrückt hast wie ein weiches Kissen. Dein Arm hat mich festgehalten, bis ich eingeschlafen war. Habe ich dir jemals gesagt,wie unsagbar schön das gewesen ist? Wie viel Bedeutung du mit so wenigen Bewegungen in diesen kühlen Spätsommerabend gelegt hast? Ich hätte vielleicht wirklich nicht fahren sollen. Ich hätte mich am Morgen auf deinen Balkon geschlichen, hätte meinen Chef, meine Eltern und ein paar Liebmenschen angerufen und jede Verbindung gekappt, die mich noch mit dem alten Land verbunden hätte. Einfach so. Einfach nur, weil du eine Nackenküsserin bist. Weil du jappsend Luft holen musst, wenn ich dich zum lachen gebracht habe. Weil du dir eine Perücke aufsetzt, dir einen Bart aufmalst und mich fest umarmst, während ich meine Haare unter eine Basecap mogle, damit wir mit verstellten Stimmen einen schrecklichen Song vor der Kamera performen können. Weil du meine Hand nimmst, wenn du Angst hast. Und weil du genau so, wie du bist, genau das bist, was ich brauche, um mich sicher zu fühlen, hier und da. Ich liebe dich. Und genauso sehr vermisse ich dich, Rehlein. Jeden Tag ein kleines bisschen mehr. Manchmal ist das Leben nicht fair.
Do I follow the good books or do they follow me?
In einer Welt in der die ganze Welt »Baby don’t hurt me« ruft bin ich diejenige die noch »What is love?« fragt.
Du bist wunderschön. Bist du immer gewesen und wirst du immer sein. Nichts auf der Welt ist vergleichbar mit deinem Traumweltblick, der durch mich hindurch zu gehen schien, jedes Mal, wenn wir uns Angesicht zu Angesicht gegenüber standen. Deine Haut ist zerflossenes Wachs auf einer Bernsteinplatte, deine Haare ungezähmte Entschlossenheit, deine Kleidung vielmehr ein Statement als wirklich Sinn und Zweck. Irgendwie bist du immer all das gewesen, was ich gern gewesen wäre. Nicht schön im allgemein gültigen Sinn, vielmehr schön in dir selbst, zeitlos, endlos, haltlos. Bezaubernd. Ich ertappe mich heute dabei, wie ich dich hier und da zu ersetzen versuche. Ich ziehe einen geblümten Rock an, setze einen Hut auf, binde mir eine Schleife ins Haar. Schaue in den Spiegel - und sehe durch mich hindurch direkt in deinen Traumweltblick. Du bist wunderschön. Ich hoffe das hast du heute, nach den Donnertagen, endlich begriffen.

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Musik ist flĂĽssige Liebe, die ins Ohr hinein und aus dem Herzen wieder hinaus flieĂźt.
02.10.13 - Letters to Bambi
Du bist wie eine dieser ganz besonderen CD's. Du weißt schon, die, die man rein zufällig in einem "Sonderangebot"-Ständer direkt neben dem Grabbeltisch im Supermarkt findet. Sie fällt dir eigentlich nur auf, weil sie eine besonders schöne Farbe hat oder der Name der Band so wunderbar vertraut und familiär klingt. Du ergreifst sie und drehst sie langsam zwischen den Fingern, andächtig, nicht recht wissend, ob das nun die Entdeckung des Jahrtausends oder der Flop des Tages werden soll. Um dich herum eilen die Menschen durch die Gänge, doch du hörst sie nicht, denn in deinem Kopf spinnt sich ein Soundgeflecht zusammen, während du die Titel der einzelnen Lieder liest, und das, obwohl du sie noch nie gehört hast. Zu Hause nimmst du dir nicht mal die Zeit die Schuhe auszuziehen. Du eilst gleich zur Anlage, schaltest sie ein, legst die matt glänzende Scheibe ein, atmest nochmal tief durch und drückst die Play-Taste. Du weißt einfach, das es gut wird, das es gut werden muss, du spürst es irgendwo tief in dir dirn, an einem Punkt zwischen deinem Herzen und deiner Lunge. Es kribbelt so schön, in den paar Sekunden, die deine Boxen brauchen, um die ersten Töne wieder zu geben. Und dann geht es los, und es ist nicht gut, es ist besser, so viel besser als alles was du jemals gehört hast, so unglaublich tief und ehrlich und rein, so voller Gefühl und doch ganz klar und deutlich. Du bleibst dort, wo du bist, hörst das Album wieder und wieder und wieder. Jedes Mal entdeckst du eine neue Höhenlage, einen neuen Tiefflug, eine besondere Stelle die dich wieder anders berührt. Es wird spät, es wird später, und irgendwann, vielleicht wenn das erste Licht des Morgens durch die Vorhänge auf dein Gesicht fällt, begreifst du, das sich dein ganzes Leben von Grund auf geändert hat. Ja. Ja, genau so eine CD bist du.