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@thelivingmess

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Franziskus
Große Knopfaugen scannen mit wachsamen Blicken die Umgebung. Schauen in jede Ecke, suchen hinter jeden Türen und kontrollieren den Platz unter dem Bett. Sorgsam wird alles angeschaut, nach Veränderungen Ausschau gehalten. Stand der Stuhl schon die ganze Zeit an dieser Stelle? Ist der Platz unter dem Bett immer noch leer? Und was ist mit dieser Ecke neben dem Schrank? Die blauen Knopfaugen werden mit Anstrengung immer wieder auf die Umgebung gerichtet, der kleine rundliche Körper bewegt sich so schnell wie eine Rakete durch den Raum. Immer überall sein, alles im Blick haben. Keine Pause. Das Herz schlägt schon längst kräftiger und schneller, der Atem wird immer flacher und kürzer. Und nochmals wird die Umgebung gescannt. Der Fokus ist schon längst kein Fokus mehr, er gleicht eher einem Tunnelblick. Nichts darf ausgelassen werden, alles muss kontrolliert und bedacht werden. Der Kiefer des kleinen, rundlichen Monsters schmerzt vom starken zusammenpressen und die kräftigen Tatzen sind zu Fäusten geballt. Eigentlich ist es monstermüde und kann sich kaum noch auf seinen kurzen Beinchen halten. "Franziskus, du darfst jetzt nicht schlafen. Wenn du schläfst bist du allem ausgeliefert.", motiviert es sich selbst, damit die bleischweren Lider nicht die Augen überdecken. "Monster müssen Monster bleiben. Und ein Angstmonster kennt nunmal keine Pause.", ergänzt Franziskus mit energischer Stimme und stampft mit neuer Energie zur nächsten Kontrollrunde los.
Segelohren
Segelohren. Immer wieder tauchen sie in meinen Gedanken bildlich vor mir auf. Erst ganz verschwommen, kurz aufflackernd und dann wieder weg. Immer wieder kommen und gehen sie, diese Segelohren. Und ab und zu ist da mehr. Mehr als die Ohren die so weit abstehen. Ein kantiges, vom Wetter gegerbtes, mit Bartstoppeln übersähtes Gesicht. Leicht verschwommen, flackert es auf und ab wie ein Glühwürmchen, dass kurz mal verschwindet und plötzlich wieder auftaucht. Nie ist es greifbar, oder nah genug zum fassen. Kaum ist es einmal direkt vor der Nase, ist es im nächsten Moment von der Dunkelheit wieder verschluckt. Gefräßige, schwere Dunkelheit, die sich ihren Weg durch den noch so kleinsten Spalt macht und alles verschlingt was es zu fassen bekommt. Nur das Glühwürmchen, diese Segelohren an kantigem Gesicht. Nur das wird immer wieder ausgespuckt, immer wieder landet es vor mir. Immer wieder provoziert es, macht auf sich aufmerksam und will fangen spielen. Nur dass das hier kein Spiel ist, sondern Jagd. Die Jagd nach dem Glühwürmchen, um es zu fassen, zu benennen, zu sortieren. Aufzuarbeiten, zu akzeptieren und schlussendlich zu archivieren. Aber am wichtigsten: um es zu fangen und zu bändigen.
I wanna slay my demons - but I've got lots of them
Noah Gunderson/David
sie drehte sich im kreis
ein und ausÂ
jeden Tag aufs neue
kein Ende in Sicht
ein und aus
die Angst sprach täglich zu ihr.
SaĂź wie ein guter Freund stets neben ihr
flĂĽsterte, schreite, summte die WorteÂ
die Worte die sie so gut kannte
denen sie an guten Tagen widersprach
an schlechten nur mit dem Kopf nickte
Es war so einfach ihr zu zuhören,
ihr zu glauben, sich auf sie zu verlassen.
“Nehmen Sie die Angst an die Hand.” Und was, wenn die Angst nicht loslässt und sich an die Hand klammert?

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Und der Regen peitschte draußen die Wut die er spürte trieb ihn an immer mehr und immer weniger die Wut die er spürte trieb ihn an raus aufs Meer die Weite spüren keine Zwänge kein Ende die Wellen unter ihm spürten den Zorn Freies Feld der Regen tanzte seinen Weg über Gras und Bäume
Da stand ich. Mit einem Beutel voll von Steinen in meinen Händen. Ich fühlte förmlich wie die Schwere des Beutels mich nach unten sog. Oder waren es die Sorgen die er darstellen sollte? Da stand ich. Mit zitternden Beinen und Armen. Mein ganzer Körper zitterte. Mein Herz schlug schnelle, unsichere Purzelbäume. Meine Gedanken ließen sich davon anstecken. Das Gefühl, den Beutel soweit wie möglich von mir zu entfernen strömte durch mich hindurch. Ich wollte ihn in die Weser schmeißen. Weg von mir. Weit weg. Ich biss mir auf die Zunge -zurück im hier und jetzt. Langsam nahm ich einige Steine aus dem Beutel heraus und legte sie symbolisch als meine Sorgen an Ihren eigentlichen wahren Platz. Man, fühlte sich das falsch an. Das waren doch meine Sorgen und nicht ihre. Das kleine Kind in mir wollte sie immer noch beschützen. Ein Schritt zurück, die Situation mit mehr Abstandbetrachtet. Doch, sie waren da am richtigen Platz. Auch wenn es sich falsch anfühlt, bedeutet das nicht, dass es nicht richtig ist. In England fahren wir ja schließlich auf der linken Seite, obwohl es sich falsch anfühlt. Dort das vermeintlich richtige zu tun wäre in diesem Moment fatal. Ich versuche das auf meine Sorgen zu übertragen. Und die nächsten Steine die in meiner kalten Hand liegen platziere ich nun mit etwas weniger Schuldgefühlen auf ihren Platz.
Angst II
Ich hab dich fest an meiner Hand. Lass dich nicht. Du bist bei mir. Ich bin bei dir. Manchmal habe ich das GefĂĽhl, nicht mehr los lassen zu können. Als seist du fest verschmolzen mit mir.Â
It comes and goes in waves- it always does
Dean Lewis
Und Dean Lewis singt: “Nothing heals the past like time. “

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Und da war es, dieses GefĂĽhl, dass einfach nicht weg gehen wollte. Die Angst vor dem was eventuelle kommt. Was vielleicht auch unvermeidbar ist. Irgendwie war es vorhersehbar, auf eine gewissen Art und Weise. Zu viele Unterscheide, BedĂĽrfnisse, Ansichten und Meinungen. Kompromisse und weitere Ă„nderungen. Verbogen damit es passt. Erkannt, dass es zu viel verbogenes ist. Zu viel. Zu wenig. Die Mitte finden. So schwer und doch eigentlich so leicht. Ich will mehr und auch weniger. Ich will Verständnis, Arme die mich auffangen, Empathie. Ja, fucking Empathie. Und es ist nicht der Fakt, dass ich mich Missverstanden fĂĽhle, sondern eher das GefĂĽhl, dass du dir nicht einmal mĂĽhe gibts etwas zu ändern. Du hast deine Meinung, du hast deinen Weg im Kopf schon geplant. Mit mir. Ohne mit mir darĂĽber zu reden oder zu fragen, was ich will. Und was passiert, wenn ich das nicht will? Ist es dann aus? Vorbei? Kann man nicht auch eine Beziehung auf Distanz fĂĽhren. Mit mehr Ausgeglichenheit was die Besuche angeht? Mit mehr fucking Verständnis. Ich merke mehr denn je, dass Liebe allein nicht reicht. Wir reden es uns vielleicht ein, dass es nur darauf kommt und alles andere löst sich dann von selbst. Ich kann nur sagen: Nein, Liebe reicht nicht. Es ist nicht genug sich zu lieben.Â
Wenn die Depression dich im Griff hat, wird das Leben zu Wasser. Die Luft um dich herum wird zu Wasser, das dich mit seinem Gewicht lahmlegt und selbst die einfachsten Aufgaben sind auf einmal schwierig. Du fühlst dich träge, geistig wie körperlich, und nichts kann dich daraus befreien.”
Jamie Flexman
Lose me in the dark Drag me to the deep Let your water wash over me
Pause
“Wir sollten uns danach vielleicht erstmal nicht sehen.” Die ersten Worte lösen bereits ein Zittern in mir aus, ich weiĂź genau was folgt. Zittern. “erstmal nicht sehen” Herzschlag erhöht sich. “nicht sehen” Weinen. Stilles weinen. Pause. Keine Worte. Pause. Weinen.Â
Sober
Why do you stop me getting sober?

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Hello again
Depression: Hey, old friend!
Me: Hei, long time no see!
Depression: Did you missed me?
Me: Kind of. I am so used to you that it feels odd when you are not there - with me.
Depression: Do not worry, I will stay.
Alleine // Maske // Wege
Und kaum ist er weg, tauchen die Gedanken wieder auf. Das Verlangen steigt, die Ausreden sinken. Die GrĂĽnde es zu tun sind stärker als zuvor. Am Anfang haben sie immer einen bitteren Beigeschmack, doch mit der Zeit verblasst dieser. “Sie mĂĽssen sich entscheiden.” Sagte meine Therapeutin zu mir. Als sei das so einfach. Ich entscheide mich gegen diesen Weg, aber welcher ist der neue Weg? Ich habe Angst. Und Angst lähmt. Wie Ziegen die vor Schreck in eine Art Todesstarre fallen. Ich bin nicht bereit. Warum sieht das keiner? Warum sieht niemand wie schlecht es mr geht, wie schlecht ich bin? Meine Maske ist zu fest, zu starr. Sagt ich bereits meiner Therapeutin. Ich weiĂź sehr oft nicht, was ich ĂĽberhaupt fĂĽhle. Und wenn ich es merke, ist es meist zu spät und ich bin einfach nur ĂĽberfordert. “When the world is on your shoulder.” singen Kodaline und ich denk mir dabei, wie recht sie haben. Aber das sich so wohl jeder fĂĽhlt. Das ist nichts besonderes. So wie ich nichts besonderes bin.Â