Wie Blogger von Firmen behandelt werden
Es gibt solche und solche. Schon immer, für immer. Auch, wenn es um Firmen geht, die mit Bloggern zusammenarbeiten wollen. Wenn du als Blogger an eine faire Kooperation kommst, kannst du dich glücklich schätzen. Mehr als die Hälfte der Firmen sind degradierend oder belügen dich. Das würde man wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, wenn Blogger unter sich nicht oft befreundet wären.
Ein Beispiel: Bekannte von mir haben erzählt, dass eine Firma gut und fair bezahlt. Sie wollen einen Text und einen Post bei Instagram und dass der Link, der zu ihrem Produkt führt, mindestens ein Jahr online bleibt. Alles kein Problem, ich kann gut schreiben und liefere qualitativ hochwertige Arbeiten ab. Ich lege Wert auf Qualität und Fairness und dies können auch die Firmen, die mit mir zusammengearbeitet haben, bestätigen.
Ich schrieb also besagter Firma auf Instagram und fragte nach einem Ansprechpartner, da ich durch Suchen im Internet auf keine PR Agentur gestoßen bin, die diese Firma vertritt. Da ich Kooperationen und Geschäftliches generell nicht über eine Social Media Plattform wie Instagram klären möchte, habe ich also nach einer direkten Kontaktperson gefragt.
Wie das ausging, könnt ihr ja lesen…
Tja, was soll man dazu sagen. Ich war richtig, richtig, richtig sauer. Wenn man als Blogger arbeitet, muss man gucken, wo man bleibt. Firmen wollen dir oft ein paar Shampoofläschchen andrehen, in der Hoffnung, dass sie dich damit bezahlen können. Natürlich, ich sage meinem Vermieter einfach, dass ich diesen Monat nicht mit Geld, sondern mit Bodylotionproben bezahle. Klingt völlig absurd, oder? Passiert aber tatsächlich täglich. Ich kriege 80% solche Anfragen. Und da kommen wir zu den Zitaten, die ich im letzten Post geschrieben habe - “der Post soll nicht werblicher Natur sein, einfach ganz natürlich, total so, wie du einfach bist….”. Heißt auf Deutsch einfach nur:”Mach Werbung für uns, die nicht nach Werbung aussieht, dafür kriegst du sogar ein Oberteil von uns geschenkt, dabei “machst du ja nicht einmal Werbung” “. Und so viele kleine und/oder junge Blogger fallen auf diese Masche rein, nehmen dankend an und machen den anderen das Geschäft kaputt. Das klingt hart, aber es ist so.
Ein Beispiel: Du fährst in die Werkstatt, weil du dein Auto reparieren lassen möchtest und der erste ist ein professioneller Mechaniker, der hochwertige Teile verbaut und nach dem Motto “Qualität hat seinen Preis” arbeitet. Du möchtest dich aber weiterhin umgucken und fragst den nächsten. Der nimmt schon die Hälfte des Preises. Und irgendwann findest du jemanden, der es einfach ganz umsonst macht - derjenige hat zwar kaum Erfahrung, baut einfach irgendwelche Teile ein, die er selbst kaum versteht, aber es reicht, damit das Auto irgendwie fährt. Dafür musst du ihm nur mal ein Essen ausgeben oder einen hübschen, neuen Blaumann kaufen. Und du denkst dir “Wow, das mache ich jetzt immer so!” und verlierst den Bezug dazu, was Qualität wirklich kostet. Und dann sagst du dem teuren Mechaniker, “der andere macht es aber umsonst, dich brauche ich nicht dafür!” und dann geht er immer wieder zu denen, die es umsonst machen. Und irgendwann macht der, der es zwar kann, der aber auch kostet, seine Werkstatt zu, weil er keine Kunden mehr hat.
So ist es mit dem Bloggen auch. Firmen zahlen entweder für die ganz Großen, oder eben gar nicht. Die Blogger im mittleren Rahmen, die aber trotzdem gute Arbeit leisten - weil die Followeranzahl nicht immer etwas über die Qualität aussagt - werden einfach übergangen. Und dann beginnen die Lügen und die Beleidigungen, wenn man das eben nicht mit sich machen lassen möchte, wie man es ja in meinem Beispiel gut erkennen kann.
Man fragt nach einer Kontaktperson und wird sofort abgefertigt mit “Jaja, wir schicken dir einfach Gratisprodukte zu” und du denkst dir “Oh nein, nicht schon wieder.” - denn wisst ihr, das kommt wirklich oft vor. Dann sagst du, weil du weißt, diese Firma hat mit mindestens 10 Bloggern vernünftig zusammengearbeitet, du möchtest eine richtige Kooperation eingehen, mit einem ordentlichen Text und einer ordentlichen Bezahlung. Denn du möchtest, dass das Auto fährt, die Firma funktioniert, du willst Qualität anstatt Billigteile abliefern. Und was kommt zurück? Ein einfacher Satz, der mich als Bloggerin aber einfach nur, pardon, verarscht. “Du willst uns bezahlen?” Hahahaaa, selten so gelacht. Noch mehr kann man jemanden kaum degradieren, oder? Einfach so tun, als ob man die Anfrage nicht versteht und es ins Lächerliche ziehen…
Dann versucht man es noch einmal, wird dann aber belogen. “Honorare zahlen wir nicht”. Falsch. Honorare zahlt ihr, nicht wenig, und nicht wenigen. Und dann sagt man, okay, wir lassen das besser, das klappt ja anscheinend nicht, und kocht innerlich, weil man sich so behandeln lassen muss anstatt einfach, was ja völlig legitim wäre, eine Absage zu bekommen a la “Du erfüllst unsere Erwartung leider nicht/Wir haben momentan leider kein Budget zur Verfügung” oder ähnliches.
Und dann, bam, die verbale Ohrfeige: “Die haben mehr Fans, bye.” Du bist es nicht wert, bye. Uns doch egal, was du so schreibst, bye. Uns interessieren Zahlen, aber keine Qualität, bye. Wir belügen und degradieren dich und machen es gerne, bye. Und dann bin ich explodiert. Und wollte es an die Presse geben. Und daraufhin kam dann nur “Schätzchen…”
Das muss man sich mal vorstellen. Wie eine Firma einen Blogger behandelt, weil sie einfach keinen Bock haben, sich mit der Arbeit und dem Blogger auseinanderzusetzen. Dass man so behandelt wird ist übrigens keine Seltenheit, leider.
Viele beneiden die Blogger, weil sie “ja was umsonst bekommen”, aber so einfach ist es nicht. Es ist natürlich schön, wenn man was geschenkt bekommt, aber nicht, wenn du eine Wohnung, Versicherungen und Co bezahlen musst. Du musst Geld verdienen und deine Arbeit ist auf jeden Fall mehr wert als mal ein Gratis Pullover. Es ist eine Frechheit und Beleidigung, dass Firmen dich noch immer als billige und austauschbare Arbeitskraft ansehen und nach dem Motto “Wenn du nicht willst, finde ich halt irgendwen anderes, gibt ja genug” handeln. Das sind die Schattenseiten des Bloggens, denn im Endeffekt muss man auch hier, wie in anderen Berufen, immer nur um’s Überleben kämpfen und jeden Monat darum bangen, ob du irgendeiner Firma irgendetwas wert bist, was anders aussieht, als die neueste Shampoo Reihe von Beautyfirma XY.
sehr interessanter beitrag....














