07.03. - Ein Hod und Akhziv
Die freien Tage müssen fleißig genutzt werden, daher war es mal wieder Zeit für einen kleinen Ausflug. Diesmal mit meiner Mitbewohnerin Hannah, mit der ich gemeinsam am Montag letzter Woche in den Bus Richtung Norden gestiegen bin. Verlassen haben wir ihn wieder etwas südlich von Haifa, an der Abzweigung nach Ein Hod. Dieses kleine, arabische Dorf wurde während des Palästinakriegs aufgegeben, woraufhin beinahe alle Häuser leer standen. Zum großen Glück für Ein Hod kam allerdings 1950 zufällig der dadaistische Maler Marcel Janco vorbei und verliebte sich in das Dorf. Er richtete sein Atelier hier ein, worauf hin ihm andere Künstler folgten. Heute sind in Ein Hod etwa 140 Künstler und ihre Familien zu Hause. Außerdem gibt es mehrere Ateliers, in denen Israelis divers künstlerische Tätigkeiten erlernen. Diese sind allerdings für Besucher nicht zugänglich, dafür darf man einen Blick in zahlreiche Galerien werfen, was Hannah und ich auch taten. Ansonsten schlenderten wir gemütlich durch die kleinen, südeuropäisch anmutenden Gassen.
Schließlich machten wir uns auf den Weg zum nächsten Stopp unseres Ausfluges: Akhzivland. Diese Mikronation ist nördlich von Akko gelegen und wurde ausgerufen von Eli Avivi. Dieser betagte und mittlerweile alte Hippie lebt dort heute noch mit seiner Frau Rina. Zu sehen gibt es dort quasi nichts, bis auf ein kleines Museum, welches Artefakte aus phönizischer, byzantinischer und "akhzivländischer" Zeit zeigt. Dafür ist die Landschaft wahnsinnig pittoresk und der kleine Strandabschnitt mit türkisblauem Wasser äußerst einladend.
Als Hannah und ich dort ankamen, teilte uns eine Frau, vermutlich handelte es sich dabei um besagte Rina, mit, dass wir dort nur übernachten könnten, wenn wir 60 NIS für die Unterkunft bezahlen. Da wir dabei an ein Gästehaus gedacht haben, sagten wir zu. Anders als erwartet, wurden wir allerdings in einer Art Scheune mit Dach, dafür aber ohne Wände, untergebracht. Als Betten dienten äußerst schwere (wir haben versucht sie zu verrücken: sie waren wirklich schwer!) Bettgestelle mit Matratzen und Kissen. Da die Unterkunft, trotz Zugluft, urig wirkte, haben wir uns fast mit dem überteuerten Preis ausgesöhnt, bis am nächsten Morgen wortwörtlich das schlimme Erwachen folgte: Hannah hatte wahnsinnig geschwollene Augen und ich allerlei rote Punkte im Gesicht. Wahrscheinlich will man gar nicht wissen, was genau (Wanzen, Flöhe,…?) uns in der Nacht gebissen hat. Somit packten wir am nächsten
Morgen zügig unsere sieben Sachen und ließen die, für uns nun eher negativ belastete, Nation hinter uns und zogen ein kleines Stück weiter Richtung libanesische Grenze, wo unsere nächste und letzte Station, Rosh HaNikra, gelegen ist.