https://www.academy.fraunhofer.de/de/newsroom/blog/2018/11/welche-fach--und-managementkompetenzen-den-transformationserfolg.html
KĂŒnstliche Intelligenz, Blockchain oder KryptowĂ€hrungen wie Bitcoin: Die FĂŒlle und Geschwindigkeit digitaler Innovationen ist schwer ĂŒberschaubar. Gleichzeitig entstehen neue AngriffsflĂ€chen fĂŒr die IT-Sicherheit. Ganz aktuell macht beispielsweise das PhĂ€nomen Kryptojacking vielen Unternehmen zu schaffen: Dabei nutzen Hacker die Rechenleistung fremder Server und Rechner, um KryptowĂ€hrungen wie Bitcoin oder Monero zu generieren. Noch Ende letzten Jahres war diese Methode nahezu unbekannt. Schon im ersten Quartal 2018 wurde, laut einer Analyse des Sicherheitsunternehmens McAfee, mehr als 2,9 Millionen Mal Malware aus dem Umfeld von Krypto-Mining identifiziert.
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Solche Attacken schwÀchen die IT: Server und angeschlossene PCs arbeiten langsamer als zuvor, die Betriebskosten steigen, die ProduktivitÀt wird beeintrÀchtigt. Manchmal zerstören die Hacker die Rechner sogar komplett. Die erhöhte Rechenleistung schlÀgt mit etwa einem Euro pro Stunde zu Buche. Was aufs Erste wenig klingt, kann bei 100 infizierten GerÀten einen Schaden in Höhe von mehr als einer halben Million Euro pro Monat verursachen.
Diese und andere Cyberangriffe fordern die IT-SicherheitskrÀfte stets aufs Neue heraus. Doch gerade im Bereich IT-Sicherheit herrscht ein akuter FachkrÀftemangel. Weiterbildungen, beispielsweise in den Lernlaboren Cybersicherheit der Fraunhofer Academy, können hier gegensteuern.
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Markt fĂŒr FachkrĂ€fte praktisch leergefegt
Vor dem Hintergrund der stĂ€ndig neuen IT-Sicherheitsangriffe verwundert es nicht, dass die Halbwertszeit von IT-Fachwissen bei nur eineinhalb Jahren liegt. So schnell digitale Innovationen entstehen, so schnell ziehen Cyberkriminelle mit neuen Taktiken nach. Zum Vergleich: Bei betrieblichem Fachwissen betrĂ€gt die Halbwertszeit vier Jahre. IT-Security-Fachwissen ist laut der Global Information Security Workforce Study von Frost & Sullivan aus dem Jahr 2017 generell rar: So sehen 67 Prozent aller befragten Unternehmen aus dem DACH-Raum einen Mangel an FachkrĂ€ften, die sie zur Umsetzung der neuen Sicherheitsanforderungen brĂ€uchten. Ohne berufliche Weiterbildung können IT-Security-Standards folglich nicht gewĂ€hrleistet werden. Insbesondere der Transfer des erlernten Wissens nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Wenn dieser gelingt, können Unternehmen und Organisationen ihre Struktur nachhaltig verĂ€ndern: Sie kennen und verstehen mögliche Angriffsvektoren und SicherheitslĂŒcken. Infolgedessen sind sie in der Lage, passende SicherheitsmaĂnahmen im eigenen Unternehmen einzufĂŒhren, anzuwenden und aktuell zu halten, um schnell auf neue Angriffsarten zu reagieren. Dazu trĂ€gt der Aufbau und die Art der Wissensvermittlung maĂgeblich bei.
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Aus der Forschung in die Praxis
Die Fraunhofer Academy bietet mit dem Lernlabor Cybersicherheit ein modulares, berufsbegleitendes Weiterbildungskonzept an. So forschen beispielsweise Fraunhofer-Institute an neuen Abwehrtechnologien gegen Hackerangriffe und geben die gewonnenen Erkenntnisse im Lernlabor an Fach- und FĂŒhrungskrĂ€fte weiter. Dabei findet die Weiterbildung im Fraunhofer-Hochschul-Laborverbund statt. Dort werden aktuelle IT-Sicherheitstrends und -herausforderungen aufgegriffen, wie etwa in den aktuellen Seminaren »Ermittlungen im Darknet« oder »Blockchain«: Programme, die in das Thema Darknet einfĂŒhren beziehungsweise einen Einblick in die Funktionsweise der Blockchain-Technologie und KryptowĂ€hrung geben.
Die NĂ€he zur aktuellen Forschung gewĂ€hrleistet, dass Trends und Entwicklungen aufgenommen und in die Lernpraxis ĂŒbertragen werden. Das didaktische Konzept der Seminare zielt explizit auf die praxisorientierte Anwendung ab, die nachhaltige Wirkung auf das Unternehmen oder die Organisation des Teilnehmers zeigt. In verschiedenen Themenfeldern erlernen Seminarteilnehmer praxisorientiertes Wissens zum Thema IT-Security fĂŒr ihren jeweiligen Bereich.
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Problemorientierung und multipler Kontext fördern Wissenstransfer
Ein zentrales Ziel der Lernlabore ist es, das erlernte Wissen mittel- und lĂ€ngerfristig in den Arbeitskontext zu ĂŒbertragen. Deshalb gestaltet die Fraunhofer Academy ihre Weiterbildungsangebote nach dem Konzept der Problemorientierung: Gelernt wird in einem authentischen Kontext, dem Lernlabor als Lernfeld, das möglichst Ă€hnlich zur tatsĂ€chlichen Arbeitssituation gestaltet ist. Dort können die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer ihr Wissen in einer unkritischen Umgebung praktisch anwenden und ausprobieren.
Weiterhin liegt das Prinzip der multiplen Kontexte zugrunde: die Teilnehmer schlĂŒpfen innerhalb des Seminars in verschiedene Rollen, beispielsweise die der Angreifer oder Verteidiger. Der Perspektivenwechsel hilft, das Wissen flexibel zu gestalten. DarĂŒber hinaus interagieren sie mit den anderen Teilnehmern, die, wie auch im tatsĂ€chlichen Arbeitskontext, aus verschiedenen Fachbereichen stammen. Dieses Setting erhöht die Transferwahrscheinlichkeit deutlich. So treffen hier zum Beispiel Mitarbeiter aus der Produktion auf Kollegen aus der IT-Abteilung. Der soziale Kontext, also das Arbeiten im Team und der Austausch mit Fraunhofer- und Hochschul-Experten, ist ebenfalls fester Bestandteil des Konzepts. Referenten und Coaches stehen den Teilnehmern mit ihrem Fachwissen unterstĂŒtzend zur VerfĂŒgung und liefern bei den Aufgaben im Lernlabor entsprechende Hilfestellungen.
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Befragungen belegen den Erfolg
Um den Wissenstransfer sicherzustellen und weiterzuentwickeln, setzt die Fraunhofer Academy verstĂ€rkt auf Befragungen. So gab die Mehrheit der befragten Seminarteilnehmer an, die in der Weiterbildung erworbenen Kenntnisse auch hĂ€ufig in ihrer tĂ€glichen Arbeit zu nutzen. Zudem Ă€uĂerte sich die ĂŒberwiegende Mehrheit der Teilnehmer sehr positiv zu der Veranstaltung: Die Teilnehmer waren beispielsweise sehr zufrieden mit den Inhalten, den Trainern sowie der Lernumgebung im Lernlabor. Was den Wissenstransfer anbelangt, geht ein GroĂteil davon aus, das neu erworbene Wissen in der Praxis anwenden und von der Veranstaltung auch im Berufsalltag profitieren zu können.
Weitere Untersuchungen werden die Effekte ĂŒber die Zeit betrachten. Bereits jetzt gibt es jedoch Hinweise, dass nicht nur die Gestaltung der Weiterbildung fĂŒr den Wissenstransfer in der IT-Sicherheit relevant ist, sondern natĂŒrlich auch die Arbeitsumgebung. Das umfasst zum Beispiel die technische Ausstattung und die UnterstĂŒtzung durch Kollegen und FĂŒhrungskrĂ€fte. Weiterbildung und aktuelles Fachwissen der Mitarbeiter sind also notwendig, aber lĂ€ngst nicht hinreichend fĂŒr mehr IT-Sicherheit in Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft.
 Dr. Raphaela SchÀtz, Sandra Hildebrand
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Autorinnen: Dr. Raphaela SchÀtz, QualitÀts- und Programm-Management bei der Fraunhofer Academy, und Sandra Hildebrand, wissenschaftliche Mitarbeiterin E-Learning an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH)
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Um die digitale Transformation erfolgreich zu meistern, benötigen Unternehmen nicht nur die richtige GeschÀftsstrategie und die richtige Technologie. Es sind auch Fach- und Managementkompetenzen gefragt.
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Mit der Studie »Digitale Kompetenzen â Anspruch und Wirklichkeit« hat die Fraunhofer Academy untersucht, wie gut Unternehmen darauf eingestellt sind. Welche Kompetenzen halten sie fĂŒr besonders relevant? Und was tun sie, um diese bei den Mitarbeitern zu entwickeln und abrufbar zu haben? Das Marktforschungsunternehmen Skopos hat dazu Mitarbeiter von 150 Unternehmen befragt, was fĂŒr sie die gröĂten Herausforderungen bei der Digitalisierung sind und welche Kompetenzen sie erfordert. Dabei waren sowohl kleine Unternehmen (10 â 49 Mitarbeiter), mittlere (50 â 249 Mitarbeiter) als auch groĂe vertreten (ab 250 Mitarbeiter). Zudem wurde ein breites Branchenfeld von der Fertigung ĂŒber die Logistik bis hin zur IT abgedeckt.
https://www.academy.fraunhofer.de/de/newsroom/blog/2018/11/welche-fach--und-managementkompetenzen-den-transformationserfolg.html
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Ein Drittel der Unternehmen verfĂŒgt ĂŒber zu wenig Kompetenzen
Die zentrale Erkenntnis: Einer Reihe von Management- und Fachkompetenzen wird zwar eine groĂe Relevanz fĂŒr den Erfolg zugesprochen. Der Grad, zu dem die Unternehmen sie bereits in ihrer Belegschaft verankert haben oder als Organisation leben, fĂ€llt aber weit geringer aus.
Das Bild bei den erforderlichen Kompetenzen fiel recht klar aus:
Vier FĂŒnftel der Befragten hielten
Lernbereitschaft,
die FĂ€higkeit, ĂŒbergreifende Prozess- und SystemzusammenhĂ€nge zu erkennen,
die FÀhigkeit zur Lösung komplexer Probleme,
Kenntnisse in agilem Projektmanagement und
das Fokussieren auf kundenorientierte Lösungen
fĂŒr sehr oder weitgehend relevant fĂŒr den Erfolg.
Die Lernbereitschaft sowie das Erkennen von ĂŒbergreifenden Prozess- und SystemzusammenhĂ€ngen stellen dabei mit jeweils 86 Prozent die Kompetenzen dar, die von den meisten als sehr oder weitgehend relevant eingestuft wird. Das gilt fĂŒr GroĂunternehmen wie auch kleinere Firmen. Gelebt werden sie in den Unternehmen jedoch nur mĂ€Ăig. Rund 30 Prozent der Befragten sagen jeweils, dass die entsprechenden Kompetenzen weder voll und ganz noch weitgehend gelebt werden. Damit sind entscheidende Voraussetzungen nur mĂ€Ăig gegeben.
Die Situation bei den Fachkompetenzen fĂ€llt vergleichbar aus: Cybersicherheit und digitale SouverĂ€nitĂ€t sind fĂŒr 71 Prozent sehr oder weitgehend relevant, genau wie Datenanalyse und Data Science. Bei jeweils mehr als einem Drittel der Unternehmen sind sie aber nur mittelmĂ€Ăig vorhanden. Bei Datenanalyse und Data Science ist es sogar fast jeder vierte Befragte. Besonderen Nachholbedarf haben 55 Prozent der befragten Unternehmen bei dem Themenfeld KĂŒnstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen.
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Breit gefÀcherte Angebote der Fraunhofer Academy
Wie Unternehmen in den besonders relevanten Bereichen Kompetenzen weiterentwickeln können, lĂ€sst sich am Beispiel des Angebots der Fraunhofer Academy illustrieren. Als Fort- und Weiterbildungsspezialist steht die Fraunhofer Academy den Unternehmen als Partner zur Seite und unterstĂŒtzt sie beim notwendigen Kompetenzaufbau. Gerade bei den Fachkompetenzen sind auch im kommenden Jahr zahlreiche Veranstaltungen geplant: Das Wochenseminar »Weiterbildung zum zertifizierten Usability Engineer« etwa dient dazu, praxisnah Konzepte, Methoden und Vorgehensweisen des Usability Engineering zu vermitteln. Im Zentrum stehen Methoden, mit denen sich interaktive Produkte und deren Entwicklung anhand anerkannter Usability-Normen gestalten und ĂŒberprĂŒfen lassen. Die Fraunhofer Academy geht aber noch ĂŒber die von der Deutschen Akkreditierungsstelle entwickelten Zusammenstellungen hinaus, um auch international anerkannte GrundsĂ€tze zu vermitteln. FĂŒr die datenbasierte Zukunft generell eignen sich Fortbildungen wie die zum »Data Scientist Basic Level«, um sich fĂŒr eine Rolle in Data Science Teams zu qualifizieren.
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Das Themenfeld Cybersicherheit deckt die Fraunhofer Academy umfangreich ab: Erstmalig im MĂ€rz 2019 wird das Seminar »Maschinelles Lernen fĂŒr mehr Sicherheit« angeboten. Gerade fĂŒr Unternehmen aus der Sicherheitsbranche, denen noch der richtige Zugang zu dem Thema fehlt, stellt das Eintagesseminar einen geeigneten Einstieg dar. Hier wird vermittelt, wie sich Maschinelles Lernen und Data Mining einsetzen lassen und wie mit ihnen Anomalie-Erkennungen modelliert werden können. Denn in der Informationsflut kann das Trendthema eine spĂŒrbare Hilfe darstellen, Bedrohungen schneller zu erkennen und einzudĂ€mmen. Weitere Aspekte rund um die IT-Sicherheit werden im Lernlabor Cybersicherheit mit vielen weiteren Seminaren zu aktuellen Trendthemen abgedeckt.
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Mit ihrem breit gefÀcherten Angebot besetzt die Fraunhofer Academy einen guten Teil der Fachkompetenzen, die besonders gefragt sind. Und die hohe Praxisorientierung dient dazu, schnell nutzbares Wissen aufzubauen.
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