Ein Zwischenfazit nach zwei Wochen
Den Vorkurs zu belegen war eine ziemlich gute Idee. Auch wenn es parallel zum Umzug und FĂŒhrerschein unglaublich viel Stress bedeutet. Jeden Morgen pendle ich knapp 75Minuten zur Uni, nach zwei (bzw. manchmal vier Stunden) dann wieder 75Minuten zurĂŒck in meine Heimatstadt âwenn die Wohnung fertig ist, bin ich unglaublich froh.
Zu dem Vorkurs gehören tĂ€glich 90 Minuten Vorlesung (immer von 10 bis 12 Uhr CT) und zweimal in der Woche noch 90 Minuten Ăbung. Das entspricht ungefĂ€hr meiner Belastung im Studium, da kommen nur noch zwei Stunden hinzu. ZusĂ€tzlich bekommen wir jeden Tag eine Ăbungsaufgabe und es wird angeraten den Stoff der Vorlesung nachzuarbeiten. Da ich ĂŒber ein erneutes Abschreiben eh ziemlich gut lerne, mache ich das auch.
Damit ist mein Tag schon sehr gut ausgefĂŒllt.
 Es ist faszinierend sich jeden Morgen an einer UniversitĂ€t, in einem Hörsaal einzufinden, und nicht mehr in den kleinen KlassenrĂ€umen der Schule. Es sind viel mehr Menschen, auch wenn der Campus in der Vorlesungsfreien Zeit noch ziemlich verlassen ist. NatĂŒrlich befinden sich einige komische Vögel unter diesen Menschen. Eben jene Art, die das Klischee eines Mathematikers voll und ganz erfĂŒllen, viele (hauptsĂ€chlich die Lehramtsstudenten) sind auch total normal. Was sagt das ĂŒber mich aus, das ich zu den B.Sc. People gehöre?
Ich könnte mir jetzt die Frage stellen, ob ich auf andere eben so merkwĂŒrdig wirkeâŠ
 In den ersten zwei Wochen hatte ich insgesamt einen Nachmittag frei. Um Les Miserable zu lesen fehlte mir die Konzentration und Ruhe und geschrieben habe ich auch nichts. Diesen Beitrag tippe ich morgens im Zug, weil ich verdauen muss, was Stephen Hawking in seinem Buch Eine kurze Geschichte der Zeit erzĂ€hlt âdas einzige Buch, das ich in den letzten Wochen angerĂŒhrt habe. Das finde ich tatsĂ€chlich schadeâŠich vermisse das Lesen und auch das Schreiben. Ich habe mich an Gedichten und Kurzgeschichten versucht, aber bis auf einige wenige Zeilen habe ich nichts hinbekommen.
 Trotzdem ist es OkayâŠich fĂŒhle mich seelisch gut und stabil. Ăberrascht mich selber, aber ich vermeide es, lĂ€nger darĂŒber nachzudenken, sondern genieĂe es. Keine VersagensĂ€ngste, kein Unwohlsein, sondern einfach GlĂŒck und Freude.
Von meiner Episode Anfang August ist nichts mehr ĂŒbrigâŠund darĂŒber bin ich unglaublich froh!
Ich erinnere mich nicht wirklich daran, wann es mir das letzte Mal wirklich so gut gingâŠwann ich so entspannt war.
Und ich hoffe, dass das noch lange anhÀlt.
 verfasst am 17.09.2019
[23.09.2019]














