/Freitag der 3. August 2017/
Wir gehen Arm in Arm aus der Bar, betrunken genug um mutig zu sein, zu nüchtern für die Ehrlichkeit. Zu nüchtern, um zu vergessen, wer oder was wir sind. Die Nacht ist klar und warm. Ich muss lachen, als du irgendeinen Jazz-Standart singend versuchst dein Auto zu finden.
Das war nicht geplant. Ich kam heute aus Paris wieder, schlaflose Nächte hinter mir. Du musst morgen früh raus und wolltest eigentlich gar nicht kommen, dann nur auf ein Bier, doch du bist geblieben. Es war einer dieser Abende an denen viel zu viel passiert ist. Ich weiß ich werde morgen über alles nachdenken und es nicht verstehen, dich nicht verstehen.
Während du noch eine Zigarette rauchst ziehst du mich an meiner Hüfte zu dir, in deinen Arm. Kurz vergesse ich, wie falsch diese Situation ist. Ich vergesse, dass wir das alles gar nicht dürften und sollten. Ich vergesse deine Freundin. Du siehst mich an. „Hey es war mir wichtig heute zu kommen.“ Dann küsst du mich und gehst.
Es ist Freitag, der 3. August 2017, 4:12 Uhr und das war unser Abschied.
Kein offizieller, kein „Machs gut, ich werde dich vermissen“ kein Abschied, weil wir uns bald nur noch viel seltener sehen. Sondern ein Abschied von den Menschen, die wir in diesem Moment für einander waren. Ein schleichendes Fade Out von Ehrlichkeit und Vertrautheit. Der Abspann.
/Freitag, der 19. September 2017/
Lachend stolpere ich aus dem Rewe Getränkemarkt. Die Nacht ist klar und warm. Eine der letzten schönen Sommernächte des Jahres.
Ich habe dich lange nicht gesehen, dir vor ein paar Monaten Gitarre und ausgeliehene Platten zurückgegeben, aber da war es schon anders.
Ich gehe in Richtung Theaterplatz. Du läufst mir entgegen, eine Bierflasche in der Hand, schaust mich an, und gehst weiter.