Eine beeindruckende politische Bewegung, initiiert von Frauen. Ich bin kein Frauenrechtler, ich bin ein Mann. Ich habe auch keinen Grund mich besonders fĂŒr Frauen stark zu machen. Meine Familie ausgenommen, gab es nur wenige Frauen, die einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlieĂen.Â
Geboren wurde ich in eine Welt, in der meine Wahrnehmung keine schwachen und unterdrĂŒckten Frauen kennt. Es gibt Exemplare, die nicht besonders vor Intelligenz strotzen, aber davor sind auch MĂ€nner nicht gefeit.
Ich trÀume von einer arabischen Welt, die sich einig zeigt. Eine arabische Welt die ihren vorherrschenden Glauben feiert, ihn aber nicht mit staatlichen Belangen vermischt! Religion ist gebunden an Emotion. Und Emotion hat nix in der Politik zu suchen.
Solch eine Bewegung braucht es in der arabischen Welt! Frauen die ihre Gesichter zeigen und den vorwiegende Macho-Gehabe endlich Einhalt gebietet! UnabhĂ€ngig von der Herkunft, ist ein Vergewaltiger erstmal verdutzt, setzt sich eine Frau zur Wehr. Den einen mag es beflĂŒgeln, andere aber schreckt es ab.
Aber ohne die Initiative der dort ansĂ€ssigen Frauen geht garnichts voran. Egal wie stark das Regime sich darstellt, um etwas zu erreichen, muss man von seinem Wort Gebrauch machen. Ich denke dortige Despoten haben groĂes GlĂŒck, dass der Westen dort noch nicht in GĂ€nze Einzug gehalten hat. Da viele Menschen garnicht wissen, was in der Welt ĂŒberhaupt möglich ist.
Vielen wird schon von Geburt an eine Rolle zugewiesen. Sowas ist in unserer Wahrnehmung völlig undenkbar. Und das ist völlig in Ordnung. Freiheit kann anstrengend sein. Gerade Zeiten nach einer âvermeintlichen Ordnungâ sind von Chaos geprĂ€gt. Nix ging ohne Ăbergang. Viele Strukturen mussten sich erst herausbilden. War bereits in Zeiten von Despoten z.B. Arbeitslosigkeit ein Thema, ist es nur logisch, dass ohne diese oberste Instanz keine ordnende Hand mehr das altertĂŒmliche GefĂŒge zusammenhĂ€lt. Menschen die nix mit sich anzufangen wissen, radikalisieren sich.
Hohe Geburtenrate hat auch was mit Religion zu tun. Aber auch was mit der zugeordneten Rolle. Frauen, die das âHaus hĂŒtenâ sollen, mit einer Hand voll Kindern, wird wohl kaum verloren gegangene, oder nie erworbene, Bildung nachholen können. Die Mehrheit fĂŒgt sich in die Rolle. Und die Kinder bekommen das in die Wiege gelegt. So kann kein Fortschritt gewĂ€hrleistet werden. Frauen die das hierzulande tun, haben sich wenn auch unterbewusst, bewusst fĂŒr ihre Familie entschieden. Aber es gibt hier das Gegengewicht von Frauen, die ein glĂŒckliches Leben nicht zwingend mit Kindern verbinden. Selbstbestimmung nennt man so etwas. Mir braucht keiner erzĂ€hlen das Selbstbestimmung in der arabischen Welt eine groĂe Rolle spielt. Die Scharia ist doch nix weiter als eine Macho-Niederschrift aus dem Altertum. Es ist erwiesen, dass auch in der Steinzeit Frauen keineswegs nur fĂŒr die Aufzucht zustĂ€ndig waren. Niemand kann etwas fĂŒr sein Geschlecht, genauso wenig wie fĂŒr seine Herkunft.
Ich wĂŒnsche mir Frauen, die nicht mit Steinen nach Fahrrad fahrenden westlichen Frauen werfen, sondern welche, die gezeigt haben wollen wie das funktioniert. Nichts muss bleiben wie es war. Es wird eine langer Prozess. Aber ich bin mir sicher, er wird in Gang gesetzt. Frauen die hierher kommen, sind auf einmal etwas wert. Warum sollten sie bei einer eventuellen Heimkehr in alte Muster zurĂŒckfallen wollen? Weil Denken und Sprechen zu anstrengend ist?