Ăśberforderung durch Ăśberangebot
Moin Quiddjes…Â
Das Problem am zu FuĂź gehen ist, dass es unfassbar viele Wege und Alternativlösungen gibt, um sich fortzubewegen. Ob EinbahnstraĂźe, Sackgasse, Trampelpfad oder auch die falsche StraĂźenseite… alles ist möglich. Und auch wenn du zu FuĂź durch die Stadt läufst kannst du jederzeit entscheiden, dir fĂĽr die nächsten paar Meter ein Rad auszuleihen, um dann in die U-Bahn einzusteigen und dich danach von einem Linienbus bis ans andere Ende der Stadt bringen zu lassen. Entscheidungsfreiheit ist ja nicht unbedingt was schlechtes… öffentliche Verkehrsmittel aber auch nicht immer etwas gutes. Oder du kannst einfach blind drauf loslaufen, ohne dich um den Weg zu kĂĽmmern… und vielleicht fängst du auch noch an, ein bisschen zu rennen, weil du gerade so viel Energie hast und du gespannt bist, was da hinter der nächsten Ecke wohl wartet. Aber dann kann es eben auch passieren, dass du dich unverhofft und kopflos im hässlichsten Stadtteil und gefĂĽhlt am Ende der Welt wieder findest, dich ĂĽberhaupt nicht mehr wohl fĂĽhlst und erstmal auschecken musst, wie es von da aus nun wieder zurĂĽck nach Hause geht. Manchmal wird einem dann plötzlich klar, warum es einen bis jetzt rein intuitiv noch nie an den ein oder anderen Ort verschlagen hat.Â
Zudem ist man seinen Mitmenschen als FuĂźgänger, im Gegensatz zu anderen Verkehrsteilnehmern viel extremer ausgesetzt. Auf dem Fahrrad zieht eben Einiges einfach so an dir vorbei, ohne dass du es richtig wahrnimmst. Und wenn du nicht von allen Seiten angepöbelt werden willst, fährst du schön brav auf der richtigen Seite und hĂĽtest dich, deine vorgeschriebene, auffällig markierte Bahn zu verlassen. Beim zwanglosen Promenieren hingegen, kann es viel schneller passieren, dass man ein bekanntes Gesicht sieht, kurz stehen bleibt, schnackt… vielleicht noch einen Umweg läuft und sein Ziel dabei schon wieder ganz vergessen hat, weshalb man plötzlich im nächsten Park sitzt…mit zweins Bier in der Hand und viel später als geplant durch die BĂĽsche torkelt um wenigstens einen von zehn Parkausgängen zu finden. Das Ganze kann einem eben auch ganz schnell mal ĂĽber den Kopf wachsen… wenn man sich zu oft verlaufen oder einfach verrannt hat. Auch wenn Spaziergänge die meiste Zeit etwas sehr entspannendes, kopfleerpustendes an sich haben und auch wenn ein öffentlicher Park durchaus hin und wieder angenehme Aussichten bieten kann, sollte man sich manchmal trotzdem seine Route vorher zurechtlegen oder eben auf gewohnten Pfaden wandeln... alternativ vielleicht zumindest jemanden haben, der einem zu jeder Tages- und Nachtzeit den Weg nach Hause erklärt (wenn er richtig cool ist, kommt er dich mit dem Auto abholen, bringt dich bis zur HaustĂĽr und wartet bis zu drinnen verschwunden bist).Â
Soviel zum Thema Spazieren… Flanieren, Lustwandeln, Streunen…Â
Ahoi und guten Tag,
Ida














