Ich weiĂ, dass ich auf diesem Blog eigentlich nur ĂŒber mein Leben als Autor und ĂŒber einige Themen der IT schreibe. Jedoch habe ich mir den heutigen Tag als Anlass genommen, aus der Reihe ĂŒber etwas Anderes zu berichten.
Denn heute, am 21.12.2018 (oder dem 355. Tag desselben Jahres) wurde das letzte Steinkohlebergwerk Deutschlands fĂŒr immer geschlossen. Aber, fragt ihr euch sicher, was hat dieser Schreiber, der aus der IT-Welt kommt, damit zu tun? Nun, das Thema ist mir sehr wichtig, da ich jemanden kenne, der ganze 33 Jahre auf dem âPĂŒttâ (d. h. unter Tage) gearbeitet hat.
Beinahe 200 Jahre lang wurde bei uns in Deutschland der Untertagebau betrieben. Viele Millionen Tonnen Steinkohle wurden in dieser Zeit gefördert. Doch heute wurde die Ăra fĂŒr immer beendet. Denn Deutschland kann (oder will) sich die eigene Steinkohle nicht mehr leisten. Importe des âschwarzen Goldesâ sind wesentlich billiger, als die Steinkohle aus den deutschen Revieren.
Besonders in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurde sehr viel Steinkohle abgebaut. Das Ruhrgebiet, das besonders von der Industrie geprĂ€gt ist, ist durch diesen Stoff ein wichtiger Bestandteil im Leben vieler Menschen geworden. Die Steinkohle löste einen Weltkrieg aus, brachte aber auch Frieden. Zur Feier des heutigen Tages wurde dem derzeitigen BundesprĂ€sidenten, Herrn Frank-Walter Steinmeier, das letzte StĂŒck Steinkohle als Symbol ĂŒberreicht. So. Aber jetzt noch ein wenig zur Steinkohle und ihrem Abbau selbst.
Wie entstand die Steinkohle?
Vor ca. 320 Millionen Jahren, also noch vor den ersten Dinosauriern, starben Pflanzen ab und wurden von Sedimentschichten luftdicht eingeschlossen. Unter enormem Druck und groĂer Hitze entstand aus diesen Torfschichten zunĂ€chst Braun-, spĂ€ter Steinkohle. Allerdings dauerte der gesamte Vorgang mehrere Millionen Jahre.
Fazit: die Steinkohle besteht aus verbrannten Pflanzenresten, die sehr stark komprimiert wurden. Aber auch gestorbene Tiere leisteten ihren Beitrag zur Entstehung der Steinkohle.
Wie wurde die Steinkohle abgebaut?
Die Antwort auf diese Frage wĂŒrde sicherlich mehrere FachbĂŒcher ausfĂŒllen, was den Rahmen dieses Beitrages bei weitem sprengen wĂŒrde. Deswegen beschrĂ€nke ich mich nur auf einige Methoden, inklusive der historischen.
In der Anfangszeit wurde die Steinkohle unter gröĂter körperlicher Anstrengung mit Spitzhacken und Ă€hnlichen Werkzeugen aus dem Gestein geschlagen. Da viele Vorkommen, die sogenannten Flöze, bis zu 1.000 Meter weit unter der Erde liegen, war es dementsprechend ein warmer Arbeitsplatz. Zu jener Zeit wurde die abgebaute Kohle von Pferden bis an die ErdoberflĂ€che transportiert.
SpÀter wurden die Spitzhacken durch elektrisch betriebene, handliche Maschinen ersetzt, die zudem sehr laut waren. Einem Presslufthammer gleich, wurde damit dann die Kohle abgebaut. Trotz des vorgeschriebenen Gehörschutzes, konnten die Bergleute dennoch schwerhörig, im schlimmsten Fall sogar taub werden, wenn sie tÀglich damit arbeiteten.
Irgendwann wurden bessere Methoden fĂŒr den Abbau entwickelt. Zu den neueren zĂ€hlen der riesige (22 Meter LĂ€nge) WalzenschrĂ€mlader und der kleinere Kohlenhobel. Erstere Maschine fraĂ sich mit mehreren Tonnen durch den Fels, wohingegen der Kohlenhobel eher dort eingesetzt wurde, wo der WalzenschrĂ€mlader nicht eingesetzt werden konnte.
Einige ehemalige Steinkohlebergwerke, etwa das in Bochum, wurden nach ihrer SchlieĂung in Museen umgewandelt. Dort finden auch öffentliche FĂŒhrungen statt, bei denen die Besucher mehr ĂŒber den EnergietrĂ€ger Steinkohle erfahren können.
Eine andere Zeche wird im Jahre 2020 auf etwas andere Art verwendet: auf dem GelÀnde vom einstigen Bergwerk West (ehemals Friedrich Heinrich) in der linksniederrheinischen Stadt Kamp-Lintfort (Kreis Wesel) findet dann die Landesgartenschau statt.
Also, in diesem Sinne. Oder wie die Kumpels auf den Zechen immer sagten: