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Interview an einem Markttag #StadtFarm
Was ist das besondere an der StadtFarm?
Die StadtFarm liegt mitten in der Stadt Berlin und erzeugt Fisch und GemĂŒse mit Hilfe des Aquaterraponiksystems. Die Stadtfarm ist als erweiterbarer smarter UrbanFarming-Hof zu verstehen.
Welche Bevölkerungsschichten kaufen vorzugsweise bei Ihnen ein? Hat diese sich verÀndert in den letzten Jahren? (Annahme)
Die Bevölkerungsschicht variiert stark. Zum einen kaufen viele jĂŒngere Leute aber auch Ă€ltere Leute und Familien hier ein. Zum anderen lĂ€sst sich die Kundschaft nicht pauschal in eine bestimmte Einkommensgruppe einordnen. Vielmehr besteht die Kundschaft der Stadtfarm in erster Linie aus der Bevölkerung, die den kurzen Weg zu dem Markt vor Ort schĂ€tzen und wiederum den regionalen/ lokalen GemĂŒseanbau gut finden.  Â
Wie finanziert sich die StadtFarm?
Einerseits erwirtschaftet die Stadtfarm ihr Haupteinkommen durch den Vertrieb von GemĂŒse und Fisch online und vor Ort. Andererseits spielen die zusĂ€tzlichen Faktoren wie Kooperationen mit weiteren HĂ€ndler, dem Bezirk Lichtenberg und durch Spenden eine weitere groĂe Rolle in der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Â
Warum werden an Markttagen auch Produkt anderer HÀndler auf dem GelÀnde der StadtFarm verkauft? (Annahme)
Der Verkauf ergĂ€nzender Produkte von kooperierenden HĂ€ndler aus dem Umland, wirft kleine Provisionen fĂŒr den Marktstand ab. ZusĂ€tzlich bietet der Markt eine umfĂ€ngliche Palette an Verkaufsprodukten an, die den Markt als Standort des Warenverkaufs komplementieren. ZusĂ€tzlich bietet die Stadtfarm mit ihrem Markt eine eigene Plattform, auf der kleinere regionale HĂ€ndler, Zugang zu einem stĂ€dtischen Absatzmarkt fĂŒr ihre eigenen Produkte erlangen. Â
Warum der Afrikanische Wels (Catfisch) und nicht eine heimische Fischart?
Der Afrikanische Wels (Catfisch) hat die Besonderheit, das er ein Wachstum von 1 zu 1 besitzt. Das bedeutet, er nimmt die selbe Masse an Gewicht zu, die er durch Futter aufnimmt. Das macht den Fisch als Zuchtfisch extrem wirtschaftlich. 1 zu 1 bedeutet maximalen Umsatz. Des Weiteren bietet seine Eigenschaft, dass er nur wenig Platz als Lebensraum benötigt, beste Voraussetzungen fĂŒr eine Aufzucht in Fischregalen. Heimische Fischarten haben sich nicht so resistent gegen Stress, Enge und WasserqualitĂ€t gezeigt wie eben der Catfisch. Das einzige Problem am Afrikanischen Wels ist, dass er sich bei einer Wassertemperatur von durchgehend 26°C am wohlsten fĂŒhlt, was allerdings auch ein schnelleres Wachstum ermöglicht.
Warum werden die Produkte der StadtFarm nicht als âBioâ gekennzeichnet, wenn sie ökologisch und nachhaltig hergestellt wurden?
Das ist den Voraussetzungen der âBioâ Zertifizierung geschuldet. Insbesondere die Fischhaltung der StadtFarm steht nicht mit den âBioâ Standards der Fischhaltung im Einklang. FĂŒr das Zertifikat wĂŒrde es deutlich gröĂere Fischaufzuchtanlagen fĂŒr die gleiche Menge an Fisch benötigen. Diese sind aufgrund begrenzten Platzes nicht möglich.
Sie bieten auch FĂŒhrungen an? Was erhoffen Sie sich durch dieses zusĂ€tzliche Angebot?
Die FĂŒhrungen bieten weitreichende Transparenz in die Produktion, die dem Kunden selbst Einblick in die Herstellung und die Weiterverarbeitung geben soll. ZusĂ€tzlich ist es wichtig zukunftstrĂ€chtig zu denken, und den Gedanken des UrbanFarmings weitreichend der Stadtbevölkerung zu vermitteln. Die StadtFarm sieht sich als ein Unternehmen an, welches in der zukĂŒnftigen Lebensmittelversorgung in StĂ€dten, umweltfreundlich und ressourcensparend Vorreiter sein kann.
Dazu gehört der Lehrauftrag, an denen durch FĂŒhrungen, Lehrveranstaltungen und Events zu ressourcensparendem Anbau, in Kooperation mit ZERAP Germany e.V., teilgenommen werden kann. Â
Kooperieren Sie mit GroĂhandelsketten? Warum nicht?
Ziel der StadtFarm ist es, so umweltschonend wie möglich zu produzieren und zu verkaufen. Deshalb ist ein Vertrieb ĂŒber groĂe Handelsketten mit zu langen Fahrtwegen verbunden, die die Produkte zurĂŒcklegen mĂŒssten. Des Weiteren ist die zu produzierende Warenmenge fĂŒr Handelsketten zu klein, da sie auch nur saisonal produziert werden. Das sind GrĂŒnde, die durch einen eigenen Vertrieb umgangen werden können und es dadurch kalkulierbarer macht.  Â
AbschlieĂend möchten wir erwĂ€hnen, dass sich die Interviewbereitschaft seitens der StadtFarm bisher eher schleppend erweist. Auf E-Mails wurde leider noch nicht geantwortet. Des Weiteren haben wir vor Ort an Markttagen versucht mit Angestellten ins GesprĂ€ch zukommen, jedoch nicht mit dem gewĂŒnschten Erfolg. Daher haben wir, um das Interview zu vervollstĂ€ndigen, teilweise auf selbstgetroffene Annahmen zurĂŒckgegriffen.