Day 1484, 1485: brett

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Day 1484, 1485: brett

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Haftbefehl - "The Notorious H.A.F.T."
Als letztes Jahr die HipHop-Bühne auf dem RhEINKULTUR von Haftbefehl-Fans gestürmt wurde und das Festival zu einem der peinlichsten Momente der deutschen HipHop-Geschichte verkam, war für mich der Ofen aus. Haftbefehl und sein Hype hatte offiziell verschissen. Seiner Musik konnte ich aber auch schon vorher rein gar nichts abgewinnen. Für mich war das Gangsterrapper XY. Seine Flows wurden als innovativ gerühmt, sein Slang als neuartig bewertet und seine Reimpattern als originell etikettiert- alles Attribute, die ich dem Azzlack Stereotyp niemals unterstellt hätte. Seine angeblich so authentischen Darstellungen aus dem Alltag eines Kleinkriminellen sind für mich Pfade gewesen, die in der Post-Aggro-Berlin-Ära schlicht und ergreifend zu Tode getrampelt wurden. Und dann waren da auch noch diese unfassbar anstregenden Beats. Frankfurter Gangster-Rap litt ja schon immer an der Krankheit sich ausgerechnet jene pompösen Synthie-Epen unterjubeln zu lassen, die einem spätestens nach der ersten Strophe gehörig auf den Keks gehen. Das splash! Mag hat sich dieses Problems nun angenommen und veröffentlichte am Freitag ein exklusives Remix-Album mit Haftbefehl-Tracks. Neben dem Remix zu "H.A.F.T." von Dexter, der schon vor einigen Monaten durch die Blogs kursierte, rief das renommierte Medium hierfür weitere Koryphäen der deutschen BoomBap-Elite an ihre Musikmaschinen. Bei Namen wie Brenk, Suff Daddy, Torky Tork, Fid Mella, Kova, Shuko und Mortis One läuft dem durchschnittlichen Rucksack-Rapper das Wasser im Munde zusammen und zu aller Überraschung geht das Konzept voll auf. Koksticker-Styles treffen auf vinylkratzende Plattenkisten-Pattern, windschiefe Sample-Quantisierung auf Türsteher-Tales und kreieren dabei eine Atmosphäre, die dem Straßenrap des Deutschkurden eine völlig neue Dimension verleiht. Auf dem vorliegenden Mixtape wird der längst überfällige Brückenschlag zwischen und Gangster- und Indie-Rapmusik aus Deutschland vollzogen. Mehr Musik, weniger Mittel zum Zweck. Mehr Mobb Deep, weniger Booba. "The Notorious H.A.F.T." ist das, was Deutschrap noch gefehlt hat. Ganz unbedingt zur Nachahmung empfohlen.
Hier zum Download