âTeile und herrsche!â â oder eher - âKaufe, schulde und gehorche!â - ? oder â Anarchisten und Bankiers â heute und gestern
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 âViele Afghanen haben öfters - durchaus scherzhaft gesagt: "Bei den Sowjets wussten wir, wo der Feind saĂ - jetzt haben wir es mit mehr als 20 Feinden zu tun - das macht die Sache nicht leichter."
âTechnokratischer Demakrotismus" fĂŒhrt unweigerlich weiter den Bach 'runter.
Und - die völlig ĂŒberforderte Kanzlerin - die hat sich auch eigentlich in die Sackgasse manövriert. Ein Teufelskreis - besser - eine AbwĂ€rtsspirale - ein schwarzes Loch, das bald noch einmal verstĂ€rkte AbriebkrĂ€fte an den RĂ€ndern bewirken wird.
Die zuletzt bisweilen als "protestfreie" Zonen deklarierten Gebiete - die US und Europa - also auch und vor allem Deutschland können nur ĂŒber einen harten Schnitt aus dieser tödlichen Spirale herauskommen - oder - sie werden untergehen - und ganz viel mit herunterreiĂen dabei.â
Wenn dieser Schnitt jedoch so ausfĂ€llt wie die meisten Schnitte â ob harte oder weiche â der letzten drei Dekaden â insbesondere der letzten mehr als 11 Jahre â und so hinter dem RĂŒcken der Menschen â der Bewohner des globalen Dorfs, das nicht Stadt sein will â und nicht Stadt sein darf ausgefĂŒhrt wird, dann wird das Armageddon â das Inferno, das viele ĂŒberforderte Menschen da heraufziehen sehen unweigerliche RealitĂ€t.
Ăberforderte Menschen, die in dieser Ăberlastung entweder resignieren und verzweifeln - oder aber bösartig werden.
Sei es nun der schleichende Niedergang durch stetige neue Brandherde der von der âPax Americanaâ zum âBellum Transatlanticumâ - zum westlichen Krieg zum ErschlieĂen neuer MĂ€rkte gefĂŒhrten Katastrophen oder sei es durch ein Szenario, das eben schneller Alan Weismanâs âWelt ohne unsâ 10 â einen Planeten also mit wenigen â oder bald gar keinen Menschen mehr einleitet. Denn â in der stetigen Ăberreiztheit geschichtsvergessener Ăberforderung, die da auch Einsteins Verdikt vom dritten und vierten, wieder mit Keulen und Faustkeilen gefĂŒhrten Weltkrieg zwangslĂ€ufig in einer Kurzschlussreaktion zu vergessen vermag ist auch dies nicht ausgeschlossen. Zumal Gesichtsverlust schlimmer wiegt in einer Welt der bedingungslosen Projektion von Schuld auf die SchwĂ€cheren als besonnene Fehlerkorrektur, die ja letztlich in einem solchen âSchuldner-GlĂ€ubiger-Diktatâ nichts anderes als eben â Gesichtsverlust bedeutet. Ein immer mehr sinnentleerter Teufelskreis, in dem panikartig verkĂŒrzte EntschlĂŒsse von Partizipatoren der oberen Ebenen der âTeile und herrsche!â Doktrin immer mehr die Regel, nicht die Ausnahme zu sein scheinen.
Dieses âTeile und herrsche!â wird nach unten schall- und blickdicht mit einer bleiernen â also strahlengeschĂŒtzten Geschossdecke versiegelt.Â
âKaufe, schulde und gehorche!â charakterisiert die Beziehungen der Bewohner der einzelnen Geschosse untereinander. Und â es wird durch den Hausflur nach unten gebrĂŒllt.Â
Die Treppen dort jedoch sind schon recht marode â hoch gehtâs kaum noch â herunter zumeist sehr schnell â das gesamte Haus ist mehr als baufĂ€llig. 11
Um da einen Eindruck - besser â eine EinschĂ€tzung der Lage von der anderen Seite der eurasischen Scholle â der Pazifikinsel Japan zu erhalten, kontaktierte der hier Schreibende am 5. Oktober erneut eine Freundin in Tokyo â eine Marktbeobachterin und Brokerin an Immobilien- und FinanzmĂ€rkten dort.
Denn â der groĂartige Fernando Pessoa hat ja neben seinem âBuch der Unruheâ auch seinen âanarchistischen Bankierâ Â geschrieben. Zwei BĂŒcher, die einiges ĂŒber die Differenziertheit der Menschen, die da auch bisweilen âspekulativen buchhalterischen TĂ€tigkeitenâ nachgehen -Â und eine groĂe Seele Portugals aussagen. Jenes Landes, das weit vor den Deutschen mit der Nelkenrevolution 1974 schon einmal eine friedliche (R) Evolution geschafft hat.
âIm heutigen Leben gehört die Welt nur den Narren, den GrobschlĂ€chtigen und den Betriebsamen. Das Recht zu leben und zu triumphieren erwirbt man heute fast durch die gleichen Verfahren, mit denen man die Einweisung in ein Irrenhaus erreicht: die UnfĂ€higkeit zu denken, die Unmoral und die Ăbererregtheitâ 12  â sagt Pessoa etwa im âBuch der Unruheâ.
Noch Erstaunlicher jedoch ist die VerknĂŒpfung zwischen Anarchismus und dem Bankiersdasein: âMit verblĂŒffend schlĂŒssiger Logik legt er seinem fassungslosen Zuhörer dar, dass diesem Aufstieg eine anarchistische Methode zugrunde liegt: "Geld zu erwerben, es in so groĂer Menge zu erwerben, dass sein Einfluss nicht mehr spĂŒrbar werden konnte." Der einzig logische Schluss kann denn auch nur lauten: Der wahre Anarchist muss Bankier werden, der wahre Bankier ist konsequenter Anarchist.â 13
Womit denn etwa auch gesagt ist, dass sich viele da auf der StraĂe bei Occupy oder Echte Demokratie und wie sie alle heiĂen â den viel zitierten 99 %Â und solche Menschen auf der anderen, der Investorenseite â den gleichfalls viel zitierten 1 % wie beispielsweise George Soros gar nicht so sehr unterscheiden in ihrer Ablehnung des Staates als den (Gesetzes-) Rahmen bildende Struktur.
Der eine hat eben die Mittel, den Staat fĂŒr seine Zwecke zu imstrumentalisieren und verhöhnt ihn als Spieler, der keinen gleichwertigen Gegner fĂŒrchten muss â die anderen sehen die alles - zu allererst auch Stolz und Ehre auch der 99 % verkaufenden, völlig ĂŒberlasteten Staatsvertreter und â verhöhnen diese zusehends auch nicht minder.
Der Staat der âTotalen Demokratieâ jedoch â im âtechnokratischen Demakrotismusâ beseitigt er sich selbst â und mit ihm mehr und mehr Errungenschaften der Zivilisations- und Kulturgeschichte im solchermaĂen entstehenden immer mehr rechtsfreien Raum.
Nun â Japan ist ja ein nicht minder starkes und stolzes â und gleichzeitig â unmittelbar aufgrund dieser gewaltigen StĂ€rken auch wieder sehr leicht angreifbares Volk. Ein Volk, mit dem Deutschland ja nicht nur die Rolle des Verlierers des zweiten Weltkrieges gemein hat.
Am 5. Oktober schrieb er also dieser japanischen Freundin:
â.... Es ist schon verdammt seltsam â die Menschen hier scheinen zu denken, der Euro könnte so noch Jahre lang halten. In Anbetracht von âAusteritĂ€tsdogmaâ als eiserne Faust der âAlternativlosigkeitâ und einfĂ€ltigen Mikromamagement-Schritten jedoch bezweifle ich das sehr.
Was ist Dein Eindruck? Ich denke, dass mit steigender Inflation und entsprechend zunehmenden AufstĂ€nden in China man sich dort gegebenenfalls bald zum Crash entscheiden könnte â oder - sich in dieser Zwangslage sieht.
Vielleicht, wenn bald die deutsche Wirtschaft hier klare Anzeichen der SchwĂ€che zeigt könnten da zwei Ereignisse zusammentreffen â in Europa â von dort kommend und â in China â aus dem um seine Mitte ringenden Reich kommend.
So absurd es klingt â wir brauchen den Crash â es wird immer unertrĂ€glicher.
Also â was ist Dein Eindruck?â
10               http://www.perlentaucher.de/buch/alan-weisman/die-welt-ohne-uns.html und ein kurzer, sehr prÀgnanter Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=2FviY5hUsD0
11Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â klar â die Neubauten haben das im Haus der LĂŒge recht gut beschrieben: http://www.neubauten.org/haus-der-lĂŒge und - der Epilog - mit Ortsangabe, wo der Architekt aus dem vierten Geschoss nun lebt: http://www.neubauten.org/haus-der-lĂŒge
12 Â Â Â Â Â Â Â http://arlindo-correia.com/060104.html
13Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â http://www.perlentaucher.de/buch/fernando-pessoa/ein-anarchistischer-bankier.html
Anarchisten und Bankiers â Schuldner und GlĂ€ubiger â  Blasen und Fluchten -
zwischen Japan und Deutschland â und andersherum betrachtet hier