reiseaugenblick
zu frueh losgefahren. es ist 7.30am, ja, habe noch eine halbe stunde, bevor die konferenz beginnt (stieg um 5.00am ins auto), bin jetzt in roodeport, unterwegs J abgeholt, eine giz-kollegin. ich stehe nun am flussufer, J ist in einem sonnenstuhl eingenickt, und die voegel wachen auf.
krarr rarr rarrr rarr rarrr
nnnoooorrr. Nnnoooorrrr..
spzzzz bz bz... spzzzzzz bz bz
ua ua uaa u u u a a a u u u uaaa
pfeiff
tschirp tschirp
u u u i i i u u i i
ja, ich weiss selber, dass ich mir die zeit damit vertroedle. wie lebt es sich an einem ort wie diesem, wenn man noch nie woanders gewesen ist? mit welchen augen sieht man seine welt und was wird nervig, was wird unsichtbar, welche schoenheit hat man im verborgenen entdeckt? was sieht man, wenn man seine heimat noch nie verlassen hat? ich erkenne nur den flugverkehr im spiegel der wasseroberflaeche.
ich habe kein problem mit der fremde. aber ich fuehle mich wohler, wenn ich meinen weg in ihr kenne. vielleicht bin ich nicht mehr so offen wie frueher. skepsis ggb den "anderen menschen" dieses landes. der halbmond liegt ueber suedafrika. also das heisst, er liegt, er ist ein liegender. die uhren laufen langsamer. grosse unverbindlichkeit. mache ich mit meiner deutschen skepsis mir das leben nur schwer? oder denke ich zuviel darueber nach und habe an sich kein problem mit dem thema voellige fremde?
I was not born to be taught / I was born to be exposed in the storm. (mount kimbie)
1 jahr SA ist nicht genug! ich brauche mehr zeit, um zu wissen, ob ein bleiben sich lohnen wuerde, wie paradox. der wunsch, mit den deutschen und oder mit den anderen internationalen kollegen zu verkehren ist seit monaten fort, will aber auch nicht unbedingt mich verlieren in den kulturen der bantu und der afrikaaner, denn denen gehoere ich so wenig an wie die spinne zum hahn. das wird ueberdeutlich bei jedem township-besuch, wo die "umlungu" immer nett angelacht keine ahnung hat, was ihre betitelung uebersetzt heisst. aber grundsaetzlich muss der lebensweg in die krise anderer fuehren, damit ich an meine physischen nud mentalen grenzen stosse und lernen kann. in einer undefinierbaren ferne leuchtet immer heimat. ich sehne mich schon nach dem tag, wenn ich in einem schaukelstuhl sitze und zurueckblicken darf. dann bin ich schon fast zuhause. aber jetzt nicht. jetzt: armut und erleuchtung.












