woopdeedoo, text 4
Aufgabe: Szene mit 3-4 Personen, Aktivität (Ich hab da gefehlt, keine Ahnung was Aktivität heißt. Wird schon passen. :P )
„Ich nehme keine Befehle von einem gleichrangigen Ostviertler entgegen. Und wer mich bedroht, bedroht die Stadtwache und ist somit als Verräter zu betrachten. Steck dein Schwert weg oder ich muss dich ebenfalls festnehmen, Bortak. Also reiß dich zusammen!“ Das war der entscheidende Punkt. Lunika schloss die Augen und richtete all ihr Denken auf die Männer um sie herum. Ein schwacher wabernder Luftzug schien von ihr auszugehen. Bortak schwieg einen Moment, überlegte, ließ sein Schwert sinken… und rammte seinem Gegner mit unglaublicher Geschwindigkeit den Ellbogen ins Gesicht. „Ich kriege sie!“ brüllte er wie von Sinnen. Sie schrieen Bortak an, warfen einander herrische Blicke zu und splitterten in kleine Gruppen auf. Einer stieß seinen Kameraden mit der flachen Hand vor die Brust, dieser revanchierte sich nach einem kurzen Seitenblick zu Lunika mit einem gepanzerten Faustschlag der den eisernen Helm summen ließ. Langsam richtete sich Lunika zu ihrer ganzen Größe auf, der Triumph gab ihr neue Kraft und sie verstärkte ihren Druck noch weiter, weiter…. Es machte ihr nicht einmal besondere Mühe, immer mehr Kraft aus ihrem Inneren hervorzuholen. Die Männer fingen an sich zu schlagen, zu schreien, während Bortak auf den noch immer am Boden Liegenden zuging. Er hatte sein Schwert in der Hand. Sein Atem ging schnell, seine Schwerthand zitterte, als er auf den leise stöhnenden Kameraden herabsah. Er zögerte, dann sah er zu Lunika zurück, die ihm ein gewinnendes Lächeln schenkte. Ihre Lippen formten lautlos zwei Worte, während ihr Blick und ihr Duft ihm den letzten Rest der Selbstkontrolle raubten. Ihr Herz jagte wie verrückt vor Aufregung. Töte ihn. Die Klinge, die einst in Hauptstadt geschmiedet worden war, um die Stadt vor Feinden zu verteidigen und Verbrechern Respekt einzuflößen, zerschnitt pfeifend die Luft, drehte sich in der Hand des geübten Kämpfers halb um die eigene Achse und drang knirschend in den Brustpanzer des Kameraden ein. Ein Schauer jagte über Lunikas Rücken, während das gurgelnde Husten des Sterbenden an ihr Ohr drang. „WAS TUST DU??“ kreischte die andere Frau entsetzt. „WAS TUT IHR DA??“ Niemand schenkte ihr Gehör, es war zu spät. Zwei oder drei der Männer hatten gesehen wie Bortak seinen Kameraden getötet hatte und marschierten mit Speeren auf ihn zu, während dieser sich breitbeinig neben seinem Kumpanen vor Lunika aufbaute. „Wir nehmen sie beide! Hilf mir!“ zischte er ihm zu. Da waren sie heran, und tatsächlich, Bortaks Freund kam ihm zu Hilfe, womit diese nicht gerechnet hatten. Einen wahnsinnigen Kriegsschrei ausstoßend sprang er den ganz Rechten an, entriss ihm seinen Speer, warf ihn zu Boden und jagte ihm die Spitze der eigenen Waffe ins Gesicht. Zusammenzuckend erkannte sie, dass wohl auch dieser bis jetzt so schweigsame Mann ihrem Einfluss nicht länger etwas entgegen zu setzen hatte. Bortak drehte sich um die eigene Waffe und holte seinen parierenden Gegner allein mit der Wucht des Angriffs von den Füßen, einem Anderen gleichzeitig aus der Drehung heraus die Beine unter dem Körper wegreißend. Das Übel nahm seinen Lauf. Wie blutige Dominosteine starben die Männer Hauptstadts einer nach dem anderen für eine junge Frau, deren Namen sie nicht kannten. Die Bogenschützen fielen zuerst, sie waren nicht für den Nahkampf gerüstet und selbst in kleinere Scharmützel und Raufereien verwickelt, wobei sie laut schrien und fluchten. Gepanzerte Stiefel wirbelten Straßenstaub auf, Blut floss auf die Erde, Schreie erfüllten die von Fackeln nur spärlich erleuchtete Straße. Lunika konnte sehen, wie Bortaks Freund die andere Frau wie wahnsinnig mit dem Kopf gegen eine Wand drosch, seine Finger in ihren Haaren vergraben. Fröstelnd wandte sie sich ab. Dies war mehr als sie zu hoffen gewagt hatte. Zu hoffen… Sie merkte, dass ihre Hände zitterten und verschränkte sie ineinander, entsetzt an die Wand zu ihrer Seite zurückweichend. Das alles hatte sie fertig gebracht. Das alles hatte der ihr auferlegte Fluch zu Stande gebracht. Nachdem die meisten Bogenschützen gefallen oder verwundet waren, gingen die Schwert- und Speerkämpfer nun auf einander los, mit blitzenden Augen und ohne lange abzuwarten durchbrachen sie die Deckung des jeweils anderen, hieben und stachen, töteten und starben. Und mitten in dem Gemetzel Bortak und sein namensloser Freund, die nebeneinander durch die in Kämpfe verwickelten Kameraden schnitten wie eine Sense durch junge Blumen.











