°47
Und wenn es schief geht?
Mein Hündin liegt schmatzend neben mir. Schmatzend im Schlaf vor Zufriedenheit, Gelassenheit. Sehr gerne wäre ich ein Hund, ein Tier, ein Faultier. Nicht all diese Gedanken im Kopf. Gesteuert von Instinkten, Gefühlen. Nicht damit beschäftigt ständig diese Knoten lösen zu müssen - Knoten in meinem Kopf.
Ich habe Angst, dass es schief geht. Und wo geht es dann hin? Dann geht es in die Hose. In mein Leben.
Was heißt schon schief gehen? Dann geht der Weg woanders hin.
"Stark sein" - viel mit Druck konnotiert. Verletzlich sein - viel besser. Mich selbst halten können, behutsam mit mir umgehen, mit meinen Gefühlen umgehen. Sie zulassen und walten lassen. Für begrenzte Zeit - ich walte über meine Gefühle. Ich kümmere mich jetzt um die kleine Lise. Als Kind hat es niemand getan, jetzt kann ich für sie da sein. Kann sie halten. Kann sie fühlen. Kann ihren Gefühlen den Raum geben, den sie verdient haben. Mit ihr co-regulieren, gemeinsam lernen, wie es ist auch Traurigkeit neben anderen Menschen zuzulassen, traurig zu sein, ohne auseinanderzubrechen, ohne ein Gefühl von Nutzlosigkeit, von Scham, von Terror in mir zu spüren.


















