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Schifanoia wischen
1.
Was wissen wir vom Palazzo Schifanoia? Das ist ein Ort des Distanzschaffens und Distanzschiffens. Daher hat der Ort seinen Namen: Schivar la noia. Man übersetzt den Namen mit Langeweile verabscheuen oder Langeweile fliehen/ vertreiben. Diese Übersetzung ist leicht verständlich, man assoziiert sie sofort mit Sanssouci. Diese Übersetzung könnte aber auch zu sorglos und zu langweilig sein.
Der Bau oder das Bildding ist eine Flucht, Passage/ Fuge; eine Kette von Einräumungen oder Stanzen. Er dient dem Zeitvertreib. Schivar kann man auch mit schauern, schütteln (to shiver/ to shower) übersetzen: abschütteln/ absehen/ abwischen/ abwaschen. Distanzschiffen: das macht man hier, schivar ist insoweit eine meteorologische Kulturtechnik, etwas (ver-)treiben, passieren oder vorübergehen zu lassen und gleichzeitig etwas zu erfahren. Der Schiffer macht es. Der Seher macht es. Der Schauer macht es. Das Schiffen namens schivar kann ein Verfahren der Katharsis sein, ein Regen oder Anregen, nur und immerhin eine Anregung vielleicht. Schivar lässt schiffen, treibend vorübergehen.
2.
Noia übersetzt man mit Langeweile, ob das passt? Ist Paranoia eine Randerscheinung der Langeweile? Noia ist ein Treiben zwischen ausschlagenden Sinnen, es teilt etwas mit den höheren und niederen Sinnen. Man beschreibt noia teils als Laune oder Zustand und wählt im Deutschen teilweise Negationen, spricht dann von Unannehmlichkeit oder Unbehagen/ Ungemach. Die Gemächer das Palazzo Schifanoia vertreiben das Ungemach.
Alternativ spricht man in Bezug auf noia von Überdruss/ Druck/ Stress. Ins Deutsche hat es das Wort nölen geschafft, das meint quengeln, querulieren/ dauernd was wollen. I can't get no satisfaction. Noia ist öde. Noia kann noise/ Rausch(en)/ Wüste/ Sendeschluss meinen. Que noia: was für ein Blödsinn! Wie Dada! Palazzo Schifanoia ist eine Art Postamt, hier zirkulieren Letter. Mehr noch. Hier machen sie einen Zirkus/ Zehrkuss.
3.
Checkkontrolle: im römischen Westend sagt man tédio/ im römischen Ostend скука. Die Nachbarn reden von ennui/ nuissance. Nölen meint nerven oder enervieren, wie z.B. in Klaus Manns Mephisto: Barbaras kleine Gewohnheiten und die stille Gelassenheit, mit der sie ihnen treu blieb, enervierten und beleidigten ihn.
Nichts nügt, die Zeit aber nagt: das ist Noia, ein drängendes Vorbeigehen.
Warburgs vorgeblich Paranoia ist Schiffernoia: ein wellenhafter Trieb, ein meteorologisches Treiben.
Feminine dress of the 15th century: Ferrara
Dress of quattrocento Ferrara #sca #livinghistory #labelladonna #gleannabhann
“Agosto” è uno degli affreschi del Salone dei Mesi di Palazzo Schifanoia a Ferrara. È databile al 1468-1470 circa ed è attribuito a Cosmè Tura e al Maestro di Ercole. Durante la seconda metà del XV secolo la veste femminile aveva vita stretta che creava un’elegante gioco tra un corpetto stretto, che evidenzia le forme, […] via La veste femminile nella seconda metà del XV secolo da “Agosto” —…
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