Sauropoden: Dinosaurier mit wenig Hirn
Von Carsten Meinke / 30.01.2013
Viel Masse aber wenig Gehirn: Der in Spanien untersuchte Sauropode.
Foto: O. Sanisdro Paleobiología, Museo Nacional de Ciencias
Ein gerade mal acht Zentimeter großes Gehirn ist in der Lage einen 15-Meter-Koloß zu steuern - das haben Wissenschaftler in Spanien herausgefunden.
Am Ende einer langen Entwicklung steht nicht unbedingt ein hochkomplexes Hirn. Das zeigt ein in Spanien gefundenes Fossil eines Dinosauriers. Obwohl das imposante Tier aus der Gruppe der Sauropoden vom Kopf bis zur Schwanzspitze 15 Meter gemessen haben dürfte, brachte es sein Gehirn auf nicht mehr als 8 Zentimeter.
„Eine Zunahme der Hirngröße wurde während der Evolution der Sauropoden nicht begünstigt", so das nüchterne Fazit von Fabien Knoll vom Nationalen Naturkundemuseum in Madrid. Gemessen an der Struktur des Innenohrs, dürften hastige Bewegungen ebenfalls nicht zum typischen Repertoire des Pflanzenfressers gehört haben, berichten der Forscher und seine Kollegen im Fachblatt „PLoS ONE“.
Das von den Paläontologen studierte Fossil ist etwa 70 Millionen Jahre alt. Es war im Jahr 2007 bei Bauarbeiten für eine Eisenbahnstrecke in der Nähe der Stadt Cuenca entdeckt und - zusammen mit Abertausenden weiterer Fossilen von Dinosauriern und Krokodilen - eilends geborgen worden. Das Tier gehört zur Gattung Ampelosaurus und damit zu einer vielfältigen und erfolgreichen Sauropodengruppe, den Titanosauriern, die bis zum Verschwinden der großen Dinosaurier weltweit verbreitet war.
Veröffentlichung PLoS ONE, 8(1): e54991, DOI 10.1371/journal.pone.0054991
Quelle:
http://www.berliner-zeitung.de/natur/sauropoden-dinosaurier-mit-wenig-hirn1080890621593214.html