Rieneck, Germany, 1927

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Rieneck, Germany, 1927

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Bild: Natur in Hülle und Fülle, aber die Spessarter machen nichts draus
Manchmal möchte man laut „Sch……“ brüllen!
Wandern im Spessart - Wenn Natur und Wanderer zu Feinden werden. Trauriges Fazit: 90 Prozent meiner 40 Kilometer langen Tour von Langenprozelten nach Bad Orb gingen über hart geschotterte Waldstraßen, Teer und sogar Betonwege. Die restlichen zehn Prozent habe ich mir erschlichen, weil ich von markierten Wegen abwich.
Der Spessart gehört der Holzindustrie. Sie hat dieses größte Mischwaldgebiet Deutschland mit einem dichten Netz von hart befestigten Waldstraßen durchzogen. Oder besser gesagt verschandelt. Weiche Pfade sind eine Rarität und werden wie zwischen Lohrhaupten und Lettgenbrunn von Jagdpächtern okkupiert. Auf diese Weise sind schon viele, vormals ausgezeichnete Wanderwege, spurlos verschwunden. Teilweise sogar zugewachsen. Ein ehemaliger Fernwanderweg der früher Lettgenbrunn mit Bad Orb verband, führt heute unbeschildert durch einen Golfplatz. Das Weiterwandern auf einer Autobahnähnlichen harten Piste, die ein wenig an den Raubbau im Amazonasgebiet erinnert, ist reine Glückssache. Wahrscheinlich soll hier ein Windpark entstehen. Nicht einmal einen Grünstreifen mit Sträuchern für Vögel haben die „Kettensägenhelden“ übriggelassen. Biotopschutz geht anders und Nachhaltigkeit allemal. Im Spessart tobt deutlich sichtbar ein Krieg gegen die Natur, die nur noch als Rohstofflieferant dient. Bereits beim letzten Mal habe ich mich an dieser Stelle tüchtig verlaufen. Lange Rede kurzer Sinn: Wanderer sind im Spessart unerwünscht. Sie bringen zu wenig Profit. Es gibt kaum Lokale, Pensionen oder Übernachtungsmöglichkeiten, zum Beispiel bewirtschaftete Hütten, wie im Pfälzer Wald. Einige Ausflugslokale sind längst aufgegeben, andere stehen vor dem aus. Die Beschilderungen sind teilweise katastrophal. Das bestätigen selbst heimische Wanderer, die vergeblich gegen sture Bürokratie, bornierte Ortsbürgermeister, konkurrierende Vereine, Schotterpisten und Windräder ankämpfen.
Einer dieser hart geschotterten Wege führt von Langenprozelten nach Rieneck. Nach knapp acht Kilometern und noch mal einen durch den beschaulichen Ort endlich Waldboden unter den Füßen! „Fränkischer Marienweg“ heißt der romantische steile, tief in den Wald führende Steig. Weitere Ausschilderung: Rengersbrunn, Rotes und „weißes Kreuz“. Ich denke sofort an „Rammstein“ und fang schon mal an zu singen. „Asche zu Asche-Staub zu Staub!“ Meine gute Laune verflüchtigt sich bereits nach zwei Kilometer. Was auf meiner Wanderkarte noch als idyllischer Waldweg entlang des Spessartkammes eingezeichnet ist, wurde inzwischen zur Holzabfuhrstraße ausgebaut. Und die ist auch noch wegen „Baumfällarbeiten“ komplett gesperrt. Ich fühle mich verarscht. Habe mich gerade 150 Höhenmeter nach oben gequält. Zurück ins Tal? Einen Riesenumweg laufen? Nach zwölf Kilometern hat man für solche bürokratischen Spielchen, die mit etwas Achtsamkeit und einem kleinen Schlenker leicht zu lösen sind, kein Verständnis mehr. Also weiter in Richtung Rengersbrunn. Ganze drei Kilometer kein einziger Holzfäller weit und breit. Dann fast am Ende der Sperrung, vier Stämme am Wegrand (die vor Stunden gefällt wurden) und zwei Holzfäller, die breitbeinig im Weg stehen mich wie Dorf-Cherifs dumm von der Seite anmachen, ob ich das Schild nicht gelesen hätte. Keinen „Guten Tag“ oder „Wo geht’s denn hin?“ So geht man im Spessart mit den wenigen Kurzurlaubern um. Und ich bin sicher kein Einzelfall. Sonst würden – wie zum Beispiel im Pfälzer Wald – hier viel mehr Leute durch die Föhren streifen.
Also was bleibt? Sicherlich, das manchmal schaurig schöne oder gar beklemmende Gefühl viele Stunden durch menschenleeres, einsames Gebiet zu laufen, vorbei an alten bemoosten steinernen Wegkreuzen oder Gedenksteinen. Durch klitzekleine Dörfer mit relativ großen schmucken Barockkirchen und nicht sehr kommunikativen Menschen. Zum Beispiel Rengersbrunn, das „Lourdes des Spessarts“. Neben der Wallfahrtskirche eine Sandstein-Madonna, deren Brüste Wasser spenden. Ein Warnschild – kein Trinkwasser – hat fast Symbolcharakter. Marias Brüste schöpfen aus dem vollen, aber die Bewohner wissen mit dem köstlichen Nass - reines Quellwasser, aus dem schon Barbarossa trank – nichts anzufangen. Was für ein frustrierendes Gefühl für einen Pilger, wenn er nach zwanzig Kilometer Fußmarsch vor so einem Schild steht. Dabei braucht nur hin und wieder jemand vom Wasserwerk kommen und die Qualität kontrollieren. So wie das oft an den Wald-Quellen von Großstädten geschieht. Warum klappt das in Rengersbrunn nicht? Der Spessart könnte mehr aus sich machen. So verkümmert er immer mehr zum Rohstofflieferant und Durchgangsgebiet für Verkehrsströme…
Klaus Lelek
Am Ortsausgang von Rieneck. Beim eigentlichen Ausgangspunkt meiner Wanderung auf dem Marienweg hatte ich bereits Acht Kilometer auf dem Buckel und freute mich auf weitgehend unberührte Natur.
Gedenktafel für ermordete Kriegsgefangene kurz hinter Rieneck
Rundtour Gemünden - Rieneck - Schönau - Gemünden am 28.03.2015

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Why don't you like John Green? I mean he seems rather kind, trying to brighten the world and such, but I hardly know him... Why do you tag "Kill John Green 2014"? Did he... do something??
i started using the tag and rather than go back and re tag all my old posts i just kept using it. please google "why is john green bad" yourself. apart from the gross "im 50 and i think im 15" thing he is a real (adam sandler voice) BUTHOEL