Mai 2020
Drive-Thru-Tierarzt und Hunde-Identifizierung
Seit Ende April habe ich einen Hund. Er kam ins Haus ohne Papiere, nur mit einem Namen, den ich sofort änderte, weil er sowieso nicht darauf hörte. Beim ersten Besuch beim Tierarzt Anfang Mai wird ein Chip gefunden, wie er Großbritannien bei allen Hunden eingebaut sein muss. Ich weiß nicht genau, wo der Chip sitzt, aber normalerweise am Hals. Auf dem Chip ist eine Nummer gespeichert. Bei ordentlich angemeldeten Hunden ist diese Nummer wiederum in einer zentralen Datenbank registriert, mit der Adresse des Besitzers, so dass man jederzeit herausfinden kann, wo irgendein verlorengegangener Köter hingehört. Die Registrierung ist sowas wie die Anmeldung bei der deutschen Meldestelle (für Menschen), sie passiert normalerweise in den ersten Wochen oder Monaten des Hundelebens. Mein Hund ist bisher nirgendwo registriert, wie sich herausstellt. Das deutet wohl auf einen dubiosen Züchter hin, ganz zu schweigen von den ersten Besitzern. Ich ändere diesen Zustand und ab jetzt ist Bunny ein ordentlicher Staatsbürger.
Die Tierarztpraxis hat trotz Lockdown durchgehend auf. Patienten werden ohne ihre Besitzer in die Praxis geschleust. Ich lege Bunny im Vorraum ab, verlasse das Gebäude wieder, und der Hund wird von der Schwester dort abgeholt. Ich warte im Auto vor dem Haus, neben mir die anderen Besitzer in ihren Autos. Das Gespräch mit dem Tierarzt und die Bezahlung hinterher laufen telefonisch ab, Letzteres durch mündliches Durchgeben der Kartendetails. Es funktioniert einwandfrei. Beim ersten Besuch hole ich den Hund wieder im Vorraum ab, zusammen mit einer Tüte mit den Medikamenten. Beim zweiten Besuch Ende Mai ist das System zu einer Einbahnstraße weiterentwickelt worden. Der Hund wird jetzt an der Rückseite des Gebäudes rausgelassen, auf einen kleinen umzäunten gepflasterten Hinterhof, wo ich ihn abhole. Auf dem Pflaster ist eine große, frische Pfütze Hunde-Urin.
(Aleks Scholz)














