Weit draußen im Meer lebte ein Fisch. Doch kein gewöhnlicher Fisch, nein. Er war der allerschönste Fisch im ganzen Ozean. Sein Schuppenkleid schillerte in allen Regenbogenfarben. Die anderen Fische bewunderten sein buntes Kleid sehr und nannten ihn Regenbogenfisch. "Komm, spiel mit uns, Regenbogenfisch!" Aber der Regenbogenfisch war stolz und schwamm an ihnen vorbei. Ein kleiner blauer Fisch schwamm hinter ihm her. "Regenbogenfisch, warte auf mich! Gib mir doch bitte eine deiner Glitzerschuppen ab. Sie sind so wunderschön und du hast doch so viele!" "Dir soll ich eine meiner Schuppen schenken? Was denkst du dir?", rief der Regenbogenfisch. "Mach, dass du wegkommst!" Erschrocken schwamm der kleine blaue Fisch davon. Aufgeregt erzählte er seinen Freunden davon. Von nun an wollte keiner mehr etwas mit dem Regenbogenfisch zu tun haben. Sie drehten sich weg, wenn er vorbei schwamm und nannten ihn hinter seiner Rückenflosse ein Kapitalistenschwein. Und so kam es, dass der kleine Fisch öfter und öfter alleine im Meer umher schwamm. Er hatte zwar niemanden zum Spielen, doch war er nach wie vor wunderschön und er bewunderte seine Glitzerschuppen tagtäglich. “Ich bin so verdammt hübsch”, sagte er immerzu und schwamm gedankenverloren direkt in ein Schleppnetz. Nun ging es hoch hinauf und schon bald hatte der schönste Fisch im ganzen Ozean, gemeinsam mit einigen unglücklichen hässlichen Fischen das Tageslicht erreicht. Er schlug mit seiner herrlich glitzernden Schwanzflosse um sich und rang nach Wasser. Die warme Abendsonne warf winzige tanzende Lichtpunkte auf das Deck des alten Fischkutters, als ein 22 cm Fischtöter das erste mal auf die Schläfe des kleinen Fisches krachte. Und wieder, und wieder, bis der schillernde kleine Fisch ganz reglos da lag. Als er verwundert wieder erwachte, machten sich zwei gummiüberzogene Hände gerade daran, all seine prachtvollen Schuppen mit einer kratzigen Bürste von seinem Rumpf zu hobeln. “Na und? Ich bin trotzdem was besseres”, waren die letzten Gedanken des kleinen Angebers. Ein scharfes Messer schlitzte ihm den nun furchtbar hässlichen Bauch auf, und er starb, wie er gelebt hatte, einsam. Doch er hatte sich fürchterlich verrechnet. Für eitle Fische gibt es die Fischhölle. Auf eitle Fische wartet der Fisch-Obst Salat à la Gabi. Guten Hunger (Pitsch, Patsch, Simon)!











