Zwischen Feinstaub und Plastik-Kunst Installationen
Wenn ich schon mal in Italien unterwegs bin, dachte ich mir, sollte ich die Chance nutzen und mir mal Rom geben. Wegen so Kultur und Kunst und Geschichte. So die Idee. Städte trips sind ja bekanntlich voll mein Ding und ich muss sagen, ich habe selten so eine Stadt wie Rom gesehen.
Wir steuerten einen Parkplatz an, der eine Augenweide war: groß, gut beleuchtet, Grünanlage drum herum, minimaler Straßenlärm, öffentliche Toilette und fußläufig zum Fluss Tiber und zum Vatikan. Premium würde sich manch einer denken. Nach einer berauschenden Nacht, und damit meine ich nicht das Meer sondern die stark befahrene Straße, begegnest du bei deiner morgen Toilette deinen Nachbarn, die nicht so freiwillig wie wir im Camper unterwegs sind bzw in ihm wohnen. Auf deinem Weg ins Gebüsch stolperst du über ältere Hinterlassenschaften und wünschst dir so sehr einen spießigen Campingplatz oder zumindest Desinfektionsmittel herbei. Aber was muss das drückt oder so. Nachdem Frühstück schnell weg von dieser Augenweide von Parkplatz, denn Rom wartet.
Insgesamt ist der erste Eindruck von Rom super: Ich genieße den Geruch von Feinstaub und das Straßenbild, welches wie eine Plastik-Kunst Installation von elitären Kunststudent*innen daherkommt und soviel Aussagekraft hat wie Farid Bang, der über Sexismus im deutschsprachigen Rap seniert und uns verklickern will, er sei nicht sexistisch! Hah, try harder!
Bei dem Anblick von Plastik und Müll fühle ich mich gleich zu Hause und merke das Strand, Küste und Natur ja mal voll! gegen diese Stadt abstinken. Auch der Fluss Tiber, der bei weitem kleinlauter daher kommt als die Aare, erinnert an den grün veralgten Abwasserkanal in Berlin und stillt den kurzen Heimweh Moment. Passend dazu die Straßen, die mich eher an polnische Landstraßen als an hauptstädtische Bundesstraßen erinnern und passend dazu der Spruch, den meine Muddi vermutlich 1 mion ma gepumpt hat: “Loch an Loch und halt doch!”. Aha... nunja gefällt mir jedenfalls sehr, dieser provinzielle Flair.
Wird ja nicht überall so aussehen, dachte ich erneut aber vielleicht sollte ich einfach damit aufhören! Also mit dem Denken.
Selbst beim Colosseum riecht es wie in meinem morgendlichen Badezimmer. Zufall? Ich glaube kaum. Das Colosseum jedenfalls, ähm, es ist noch da. Es steht da, sieht gut aus und wird für nichts gebraucht, außer für Postkartenmotive oder als Beschäftigungstherapie für Millionen Ideenlose Menschen - okay Challenge: ein Selfie von dir und dem Coloseum ohne die ganzen anderen Touris aufm Bild zu haben!
Weiteres Highlight und auf Platz 1 des Marco Polo Reiseführers: der Verkehr. Ich muss sagen ich hab selten so viele gute Autofahrer*innen gesehen wie hier. Sicherheit und Solidarität gehen hier vor, so wie in einem sozialistischen Bullenstaat oder der DDR. Alle rücken etwas enger zusammen, damit auch noch der kleine Fiat was von der Fahrbahn hat. Diese Knappheit an Fahrspuren ist auch stark zu kritisieren, selbst auf Karten eingezeichnete Hauptstraßen haben nur 3 Fahrspuren! Da is halt wenig platz und aus drei mach fünf. In der Not werden die Leute ja bekanntlich pfiffig.
Ein weiteres Must see! sind die Rollerschwärme, die sich an roten Ampeln nach vorne kämpfen und dann bei grün in windeseile aus allen Ritzen los sausen. Aber geübte Autofahrer*innen halten das Auto einfach gerade in der Spur, ein Kinderspiel und bringt uns, in Berlin sozialisierte Autofahrer*innen, nich aus der Ruhe. Quatsch! Ach, iwo! Um meine Eltern zu zitieren: "Kunst kommt von können und nicht von wollen, sonst würde es ja Wunst heißen!"
Nun ja, was bleibt noch über Rom zu sagen? Kannst du dir schon ansehen, bestimmt hab ich nur die Scheiß Ecken gesehen. Word! Dagegen sieht Berlin aus wie das Farbenfrohe Kotzeflecken Spektakel an einem Samstagmorgen am Alexanderplatz: irgendwie eklig aber trotzdem schön und es riecht nach Red Bull (Anzeige, da direkte Markennennung).
Fazit in zwei Worten: am besten gefielen mir die Papst Shops mit all den guten Souvenirs!














