Namibia, Botswana, Simbabwe 2024/25 - Tag 8
Herrschaften und Oukies!
Und schon wieder ist unsere Zeit in Swakopmund um. Nach dem FrĂŒhstĂŒck packten wir unseren Krempel ins Auto und verabschiedeten uns von unseren Freunden. Karl zĂ€hlte, wie immer, noch einmal die Katzen durch, damit wir nicht "versehentlich" eine mitnehmen.
AnschlieĂend ging es fĂŒr uns in nördlicher Richtung aus Swakopmund heraus. Nach rund 50 Kilometern erreichen wir unseren ersten Zwischenstopp: das Schiffswrack "Zeila".
Die Zeila strandete am 25. August 2008 in den frĂŒhen Morgenstunden in der NĂ€he eines beliebten Angelplatzes, etwa 14 km sĂŒdlich von Henties Bay.
Der Fischtrawler wurde von Hangana Fishing aus Walvis Bay in den Ruhestand versetzt, als Altmetall an eine indische Firma verkauft und strandete, nachdem er sich auf dem Weg nach Bombay kurz nach dem Verlassen von Walvis Bay von seiner Schleppleine gelöst hatte.
Da die Zeila bis auf die HĂŒlle entkernt worden war, wurde beschlossen, sie nach Indien zu schleppen. Mitten in der Nacht, nicht weit hinter den Hafengrenzen von Walvis Bay, brach die Schleppleine und die Zeila begann zu treiben.
WĂ€hrend der Nacht war die Zeila nahe an die KĂŒste getrieben und kam schlieĂlich auf einer Sandbank in der NĂ€he des beliebten Angelplatzes zur Ruhe. An einem Wochentag wĂ€re der Angelplatz normalerweise verwaist gewesen, aber das GlĂŒck war auf der Seite der Besatzungsmitglieder.
Es war Feiertag und mehrere Angler hatten beschlossen, das Beste aus dem Tag zu machen und fischen zu gehen. Die beiden Besatzungsmitglieder signalisierten verzweifelt den Fischern, die Behörden von Henties Bay auf die Notlage der beiden MÀnner aufmerksam zu machen.
An Land angekommen, wurde die Besatzung ins Krankenhaus gebracht und wegen Schock und leichten Verletzungen behandelt.
Weiter geht es ĂŒber die C 34, an etlichen AngelplĂ€tzen vorbei und ĂŒber das Ugab Rivier.
Bald ist die Polizeikontrolle vor Henties Bay erreicht. Jede Menge einheimische Fahrzeuge, die zum Fischen fahren, fahren vor uns her oder kommen uns entgegen.
10 Kilometer weiter biegen wir von der C 34 auf die C 35, in Richtung Uis, ab. Hier hat sich einiges getan: diese Teilstrecke wurde mittlerweile asphaltiert. Wunderbar! Keine Piste mehr, keine Staubwolken mehr.
Langsam kommt der Brandberg, aus dem Dunst, immer nÀher. Ab und zu passieren wir einen, der hier ansÀssigen, SteinchenverkÀufer - die ihre VerkaufsstÀnde mehr oder weniger originell dekoriert haben.
Nach 1 1/2 Stunden erreichen wir den Abzweig nach Uis. Hier ist dann auch die elendige Baustelle zu Ende und es geht weiter ĂŒber die alte, bekannte Schotterpiste.
Nach rund 4 Stunden Fahrzeit erreichen wir das Ozohere Camp, wo wir unsere Mittagspause verbringen werden. Das Camp liegt am Ufer des Ugab-Flusses.
Der Name Ozohere kommt aus der Sprache der Herero und bedeutet "FelsenklöĂchen". Wie der lokale Name des Camps bereits vermuten lĂ€sst, gibt es in dieser Gegend viele Felsformationen und dementsprechend auch Klippschliefer, die hier zu den StammgĂ€sten zĂ€hlen.
Die Inhaberin, Venice Kambongarere, gehört zum Stamm der Herero und bietet unter anderem auch traditionelle FĂŒhrungen mit den Einwohnern der örtlichen Herero- und Himba- Dörfer an.
Es gibt 7 CampingplĂ€tze mit eigenem Grillplatz plus Wasseranschluss. Dazu einen Gemeinschaftswaschraum mit einfachen Warmwasserduschen und SpĂŒltoiletten. Vor kurzem hat Vinnice noch ein paar feste ZeltunterkĂŒnfte dazu gebaut.
Zu den weiteren AktivitĂ€ten gehören WĂŒstenelefantentouren, Wandern oder, wer einmal ganz was anderes machen möchte kann mit den Locals Eselskarren fahren. Venice hat 4 eigene KĂŒhe, die in der Gegend grasen. GĂ€ste lĂ€sst sie gerne ihre KĂŒhe melken.
Ozohere hat natĂŒrlich auch ein Restaurant, in dem kĂŒhle GetrĂ€nke, Tee/Kaffee und Mahlzeiten erhĂ€ltlich sind. TagesgĂ€ste sind nach vorheriger Reservierung fĂŒr Mahlzeiten und Erfrischungen willkommen.
SelbstverstĂ€ndlich hatten wir im Vorfeld per Whattsapp frĂŒhzeitig reserviert, schlieĂlich mĂŒssen die Lebensmittel von weit her herbei geschleppt werden. Es ist ein ruhiger Zwischenstopp ohne viel Schnickschnack.
Die Herero-NĂ€herinnen hier, am Ugab Fluss, sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil auf der Route von Uis nach Twyfelfontein.
NatĂŒrlich verkauft Venice auch ein paar Artikel im Auftrage der Frauen. Die Preise empfanden wir als moderat.
Die Frauen, gekleidet in ihre traditionellen Lagenröcke und Kopfbedeckungen mit dem "Kuhhorn" (Otjikaeva), an den StÀnden mit ihren gut gemachten Puppen, FedermÀppchen und Einkaufstaschen, sÀumen die staubige Piste und verleihen der eintönigen Strecke Abwechselung.
Alles begann 1990 mit der Matriarchin der Gruppe, Fransiska Muheua. Als Autodidaktin begann Franssika mit der Herstellung der Herero-Puppen und nÀhte sie von Hand, bis sie in Windhoek eine Singer-NÀhmaschine kaufen konnte.
Als sie bemerkte, dass viele Reisende an der Ugab-BrĂŒcke anhielten, um eine Pause einzulegen, stellte sie ihre Herero-Puppen auf Pappkartons aus.
Ihre Schwester, Helena Kaunatje, schloss sich ihr an und sie begannen nach und nach, am StraĂenrand StĂ€nde aus Mopanezweigen zu errichten.
Töchter, Nichten und weitere Familienmitglieder kamen im Laufe der Jahre dazu und erlernten von ihnen ihre NÀhfÀhigkeiten.
Die harte Arbeit der NĂ€herinnen ermöglicht es ihnen, die SchulgebĂŒhren ihrer Kinder zu bezahlen und Geld fĂŒr den Haushalt einzubringen.
Nach unserer Mittagspause geht es auf den letzten Teil unserer heutigen Etappe. 1 Stunde haben wir noch ĂŒber die Schotterpisten zu bewĂ€ltigen, bevor wir die geteerte C 39 erreichen.
Damit sind Schotterpisten und Staub fĂŒr die nĂ€chsten 2 Wochen erst einmal weitest gehend passĂ©. Jetzt noch 1 Stunde ganz geradeaus, in Richtung Osten.
Gegen 17 Uhr erreichen wir die Sophienhof Lodge. FĂŒr uns ist es der zweite Besuch hier. Doch dieses Mal haben wir uns nicht in den normalen Chalets einquartiert, sondern in dem VIP-Haus, oben am Hang.
Lekker Slaap!
Angie, Micha, Mama & der HasenbÀr












