Friday Film Short -- The Letter
The Letter, the 2017 holiday season promotional of the OTTO Group e-commerce company in Germany, produced by Stink Films of Berlin in association with the Psyop cloud-sourced media co-op.

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Friday Film Short -- The Letter
The Letter, the 2017 holiday season promotional of the OTTO Group e-commerce company in Germany, produced by Stink Films of Berlin in association with the Psyop cloud-sourced media co-op.

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Friday Film Short
The Letter, the 2017 holiday season promotional of the OTTO Group e-commerce company in Germany, produced by Stink Films of Berlin in association with the Psyop cloud-sourced media co-op.
Friday Film Short
The Letter, the 2017 holiday season promotional of the OTTO Group e-commerce company in Germany, produced by Stink Films of Berlin in association with the Psyop cloud-sourced media co-op.
Friday Film Short
The Letter, the 2017 holiday season promotional of the OTTO Group e-commerce company in Germany, produced by Stink Films of Berlin in association with the Psyop cloud-sourced media co-op.
Kulturwandel mit Knall
VerhaltensverĂ€nderung hervorzurufen ist eine der schwierigsten Aufgaben, vor allem in groĂen Unternehmen. Meistens sind Mission statements etwas, das von der Belegschaft zwar hin- aber nicht ernst genommen wird. Zum einen weil es Resistenzen gegen VerĂ€nderung gibt. Zum anderen aber auch weil Mitarbeiter nach der nĂ€chsten groĂen AnkĂŒndigung meistens keine tatsĂ€chliche VerĂ€nderung wahrnehmen. Ottogroup hat diese GlaubwĂŒrdigkeit mit einem Knall erreicht. Ein deutsches Traditionsunternehmen, dem vom Vorstand von einem Tag auf den anderen das âDUâ angeboten wird, hat die Aufmerksamkeit und die UnterstĂŒtzung der Mitarbeiter gewonnen.
Interview von Julia Weinzettl
Bereichsleiter Kulturwandel 4.0 Tobias KrĂŒger sprach am 16. 5. 2017 am Corporate Culture Jam in Wien.
Wie kam es zu dem Fokus auf den Kulturwandel in einem Unternehmen?
Tobias KrĂŒger: Vor zwei Jahren gab es das schlechteste Ergebnis der gesamten Ottogroup als Holding. Man stand da vor zwei Möglichkeiten - die klassische, althergebrachte: Billiger und mehr zu produzieren sowie Personen zu entlassen. Oder die Situation zu analysieren und zu versuchen auf eine andere zeitgemĂ€Ăe Art zu einer Verbesserung zu kommen. FĂŒr uns war das der Auftakt sich damit zu beschĂ€ftigen welchen Herausforderungen wir uns angesichts der Digitalisierung stellen mĂŒssen.
Wie seid Ihr hier vorgegangen?
Tobias KrĂŒger: Es gab unterschiedliche Themen, die aus der Organisation gekommen sind, wo der VerĂ€nderungsbedarf identifiziert wurde. Beispielsweise die Frage: Wie steuere und plane ich eigentlich in einer digitalen Welt? Business plĂ€ne sind schwierig einzuhalten, vielleicht sind andere KPIs nötig um zu steuern und welche Tools brauchen wir dazu? Dieses Thema wurde von einem Vorstand bearbeitet, der sich mit einer bunt gewĂŒrfelten Gruppe an Mitarbeitern dieser Frage genĂ€hert hat. Was bedeutet das fĂŒr uns und was sind unsere Antworten darauf. Auf dieses Art hat man sich dem Problem angenommen. Das hat im ersten Schritt dazu gefĂŒhrt, dass die VorstĂ€nde in andere Kontakte und andere Dialoge mit den Mitarbeitern gekommen sind. Jeder Vorstand hat mit einer Gruppe gearbeitet, die mehrperspektivisch besetzt war, dadurch kam es zu einer spannenden Dynamik und sehr erfolgreich Ergebnissen.
Was waren die Learnings?
Tobias KrĂŒger: Ein groĂes Learning war wohl das Aha-Erlebnis das jeder Vorstand an einer bestimmten Stelle hatte. Das kam an unterschiedlichen Stellen fĂŒr jeden unterschiedlichen Vorstand. Aber tatsĂ€chlich hat jeder Vorstand fĂŒr sich erkannt, dass die eigene Wahrnehmung der Organisation nur ein Teil der Perspektive ist und dass ein ganz wesentlicher Teil fehlt, wenn man nicht aus unterschiedlichen Sichten auf das Gleiche blickt. Man konnte im Endeffekt viele  blinde Flecken, die es gab, schliessen. Das heisst nicht, dass es heute nicht auch noch blinde Flecken gibt, aber die ganze Kommunikation hat dazu gefĂŒhrt aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Gemeinsame zu schauen und so zu einem gemeinsamen Lernen zu kommen. Es war allerdings schon so, dass die VorstĂ€nde meinten: âĂ€tzendâ - meine Wahrnehmung ist gerade korrigiert worden.
Man hat auch von einem Tag auf den anderen beschlossen sich im Unternehmen zu duzen.
Tobias KrĂŒger: In der Ottogroup gibt es eine monatliche Vorstandssitzung. Dann hatte der Vorstand hat beschlossen, zusĂ€tzlich zur Vorstandssitzung auch einen monatlichen Workshop zu machen, um fĂŒr sich zu erkennen, wie sie mit dem Thema Unternehmenskultur umgehen wollen. - Ich bin mir bewusst, was das fĂŒr ein Luxus ist - Innerhalb dieses Workshops haben die VorstĂ€nde gesehen, dass sie nicht die ganze Zeit vom âwirâ sprechen können, wenn sie selber kein Team sind. Aus dieser Erkenntnis kam die Conclusio: wir mĂŒssen uns duzen, denn um aus dem âIchâ - dem Silo - ins âWirâ zu kommen mĂŒssen wir ĂŒber das âDuâ gehen. Und dann ist es tatsĂ€chlich so gekommen, dass die VorstĂ€nde gesagt haben, wenn wir uns hier innerhalb des Vorstands duzen um uns einander anzunĂ€hern, dann mĂŒssen wir uns doch alle duzen. Das war der erste grosse Knall, das hat so richtig etwas geschĂŒttelt. Und ein Zeichen gesetzt, dass die VerĂ€nderung auch ernst gemeint ist. Der Vorstand hat das âDuâ als Angebot formuliert - wer will kann das machen, wer nicht will muss nicht. Es gab auch einige FĂ€lle, die das am Anfang nicht gemacht haben, die sind aber so isoliert gewesen, dass sie das nicht durchhalten konnten.
Wie habt ihr diesen Kulturwandel 4.0 weiter verfolgt? Beziehungsweise es wurde sogar die Position des Bereichsleiter Kulturwandel, Deine Position, geschaffen, wie kann man sich das vorstellen?
Tobias KrĂŒger: GrundsĂ€tzlich ist es so, dass wir als Ottogroup, aufgrund der Herausforderungen der Digitalisierung um die faktotischen Dinge wie Strategien, Prozesse, digitale Infrastruktur oder IT-Infrastruktur nicht herumkommen. Damit haben wir uns auch schon lĂ€nger auseinandergesetzt. Aber es gibt auch einen ganz wesentlichen Aspekt, der sich auf der Ebene der Verhaltensweisen, des Miteinander, der Mitarbeit und der Organisation bezieht. Mit dieser ganzen Ebene der Mitarbeiter und Organisation beschĂ€ftigen wir uns unter dem Thema Kulturwandel 4.0. Das bedeutet die Vernetzung von allen in der Breite fĂŒr unsere Unternehmenskultur, in dieser Programmatik bewegen wir uns. Meine Position als Bereichsleiter ist die Bezeichnung fĂŒr die Leitung dieser Programmatik mit meinem Team als Stabsstelle unseres CEOs.
Wie kann man sich diesen Kulturwandel konkret vorstellen, den ihr hier vorantreibt?
Tobias KrĂŒger: Wir haben 630 wesentliche Gesellschaften, die auf 4 Kontinenten verteilt sind. Wir haben 52.000 Kollegen und Kolleginnen, die fĂŒr die Ottogroup arbeiten. Wir können eigentlich aus der Logik eines Headquarters heraus keine bestimmte Definitorik vorgeben und diese in der gesamten Gruppe exerzieren. Wir haben gemeinsam bestimmte GlaubenssĂ€tze aufgestellt. Die Mitarbeiter und die Kollegen und Kolleginnen vor ort sind ja Experten fĂŒr ihre eigenen Felder und auch fĂŒr die Felder der Zusammenarbeit und sie wissen auch warum sie in bestimmten Themen sehr gut und kooperativ zusammenarbeiten.
Welche GlaubenssÀtze sind das?
Tobias KrĂŒger: Wir haben offene und partizipative Prozesse. Wichtig ist, dass wir erkannt haben, dass es keinen âOne Size Fits Allâ Ansatz geben kann aufgrund unserer Vielfalt der Unternehmen - wir sind 123 Unternehmen in 30 LĂ€ndern. Dadurch ergeben sich groĂe kulturelle Unterschiede. GroĂe inhaltliche Unterschiede ergeben sich durch die Art der Unternehmen, Multichannel-Einzelhandel sowie Finanzdienstleistungen und Service. Wir glauben, dass wir daher eine dezentrale Umsetzung benötigen, allerdings - und das ist ganz wichtig - bei gemeinsamer Verantwortung. Wir wissen auch, dass die Organisationseinheiten tatsĂ€chlich selbst am besten wissen was sie brauchen und wir glauben an intendierte RegelbrĂŒche um Innovation zu schaffen und Weiterentwicklung voranzutreiben.
Tobias KrĂŒger/Bereichsleiter Kulturwandel 4.0, Ottogroup
Was war bisher die gröĂte HĂŒrde?
Tobias KrĂŒger (grinst): Dass es mich hier immer noch gibt. Wir haben wirklich viel geschaffen in diesen 2 Jahren und ich denke es wĂ€re auch gar nicht möglich gewesen, wenn die VorstĂ€nde dieses Thema nicht voll unterstĂŒtzen wĂŒrden. Aber Verhalten zu Ă€ndern, Vertrauen zu schaffen und dieses Ănderungen schluĂendlich auch umzusetzen geht nicht ohne WiderstĂ€nde. Wir sind auf dem Weg, aber bestimmt noch nicht fertig.
www.ottogroup.com
About:
Tobias KrĂŒger ist Bereichsleiter Kulturwandel 4.0 in der Otto Group mit Sitz in Hamburg. Er steuert den Kulturwandel 4.0 der 130 Gesellschaften der Gruppe. Auf 4 Kontinenten arbeiten fĂŒr diese ~50.000 Mitarbeiter. Zuvor verantwortete er als Bereichsleiter Corporate Strategy & Development eine Vielzahl strategischer Projekte. Â Â

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