So ist die Frau Merkel â Teil 1
Selbstentlarvung durch Plattheiten, LĂŒgen und gefĂ€hrliche PolitikansĂ€tze.
von Dr. Klaus BlessingÂ
Sie lĂ€chelt uns von nichts sagenden Wahlplakaten verklĂ€rt an: âWir haben die Kraftâ. Welche Kraft? FĂŒr âEin neues Miteinanderâ. Mit wem? Sie erscheint oben entblöĂt: âWir haben mehr zu bietenâ. Wir werden an Originalzitaten von Frau Merkel dokumentieren, mit wem sie das âNeue Miteinanderâ will und was sie âzu bieten hatâ. Nur durch Wiedergabe ihrer Plattheiten, LĂŒgen, Verleumdungen und Selbstentlarvungen können wir ihre gefĂ€hrlichen PolitikansĂ€tze nachweisen. FĂŒr das Niveau der ĂuĂerungen sind nicht wir, sondern ist die Urheberin verantwortlich. So Klaus Blessing in seiner vor kurzem veröffentlichten BroschĂŒre, aus der wir eine dreiteilige Serie veröffentlichen. â Die RedaktionÂ
Quelle aller Bilder: BroschĂŒre des Autors
Frau Merkel kokettiert gern mit ihrer ostdeutschen Vergangenheit. Erst kĂŒrzlich sagte sie in einem GesprĂ€ch mit Berliner SchĂŒlern: Jetzt ist eine Frau Kanzlerin. Und dazu noch eine Ostdeutsche. Das ist doch schon mal was. Ăberlassen wir das Thema Frau gĂ€ngigen Wahlplakaten. Wenden wir uns der Frage zu, ob das mit der Ostdeutschen âschon mal was istâ.Â
Angela Merkels privilegierte DDR-Biografie
Angela Merkel hat wenige Wochen nach ihrer Geburt 1954 bis zum Anschluss der DDR an die BRD 1989 in der DDR gelebt. Die Familie â Angelas Vater war Pfarrer, der konstruktiv mit der DDR-FĂŒhrung zusammenarbeitete â genoss gewisse Privilegien. Sie verfĂŒgten ĂŒber zwei PKW und hatten die Möglichkeit, auch in westliche LĂ€nder zu reisen. Angela durchlief eine normale, teilweise privilegierte Entwicklung.
Nach Abschluss des Abiturs konnte sie, durch Stipendium gefördert, an der Karl-Marx-UniversitĂ€t Leipzig Physik studieren. Als Diplomphysikerin erhielt sie eine Arbeitsstelle an der Akademie der Wissenschaften, einer Spitzeneinrichtung der DDR-Wissenschaft. Sie promovierte 1986 mit UnterstĂŒtzung der Akademie zum Dr. rer. nat. Angela Merkel war in der Schule Mitglied der Jungen Pioniere, spĂ€ter der FDJ und an der Akademie SekretĂ€r fĂŒr Agitation und Propaganda. Nach eigener Aussage hat ihr die Kulturarbeit dabei Spass gemacht. Sie bereiste nicht nur in dienstlichem Auftrag die Sowjetunion und besuchte viele internationale Kongresse, sondern ihr wurden als 32-JĂ€hriger auch private Besuchsreisen in die Bundesrepublik gestattet. Aus ihrem Munde kommt darĂŒber kein Wort, sondern: âWenn man als Rentner mit 60 reisen durfte, konnte man sich einen ordentlichen Pass holen. Und dann wollte ich nach Amerika fahren. Darauf hatte ich mich gefreut.â(1)
Angela Merkel engagierte sich in der Wendezeit politisch als Mitglied des Demokratischen Aufbruchs (DA). HartnĂ€ckig halten sich in mehreren Medien Vermutungen, dass der Kontakt der Angela Merkel zu den staatlichen Organen der DDR nĂ€her und intensiver war, als offiziell bekannt. Das Schweizmagazin titelte am 29.5.2008 auf Grund beachtenswerter Indizien: âDeutsche Kanzlerin ein Stasi-Spitzel?â Beweise dafĂŒr gibt es nicht. An Spekulationen wollen wir uns nicht beteiligen. Nach der Enttarnung von Wolfgang Schnur als Mitarbeiter der Staatssicherheit und der darauf folgenden verheerenden Wahlniederlage des Demokratischen Aufbruchs bei den Volkskammerwahlen am 18. MĂ€rz 1990 schlupfte der DA bei der CDU unter. Angela Merkels politische Karriere begann, ohne jedwede politische Erfahrung. Sie selbst bekennt auf dem Festakt zum Tag der Deutschen Einheit 2006: âHerbst 1989. Die Mauer ist gefallen, ich habe Lust bekommen, Politik zu machen. Raus aus dem alten Beruf an der Akademie der Wissenschaften, rein ins Ungewisse, ins völlig Neue.â
Der danach durch diverse Machtspiele mit Koch, Merz, RĂŒhe, RĂŒttgers, SchĂ€uble, Stoiber, Wulff und anderen einsetzende unaufhaltsame Aufstieg an die Spitze der bundesdeutschen politischen Macht ist weitgehend bekannt. Nicht bekannt ist, welche Rolle interne Informationen ĂŒber die âanonymen Spenderâ und die Abwicklung der CDU-Spenden spielten. Mit ihrem ominösen Artikel in der FAZ vom 22. Dezember 1999 âDie von Kohl eingerĂ€umten VorgĂ€nge haben der Partei Schaden zugefĂŒgt⊠Nur auf einem wahren Fundament kann die Zukunft aufgebaut werden⊠Die Partei muss sich wie jemand in der PubertĂ€t von zu Hause lösenâŠâ trat sie den Siegeszug an die Spitze von Partei und Regierung an.
Mit der Kanzlerschaft einer Ostdeutschen hĂ€tten der deutschen Politik durchaus neue Möglichkeiten eröffnet werden können. Zum einen wĂ€re eine vorbehaltlose kritische und schöpferische Aufarbeitung des DDR-Systems vorteilhaft gewesen, um positive Erfahrungen in das marode Gesellschaftssystem BRD einbringen zu können. Aus der Sozialpolitik, der Arbeitsgesetzgebung, dem Gesundheitswesen, der Bildung und Kultur, dem Sport und vielen anderen Bereichen liegen Erfahrungen vor, die das gesellschaftliche Leben der BRD bereichern wĂŒrden. Zum Zweiten hĂ€tte ein ostdeutscher Bundeskanzler die Möglichkeit, wenigstens ansatzweise Unrecht wieder gut zu machen, das den Ostdeutschen im Prozess des Beitritts durch Raub des Volkseigentums, groĂer Teile der Spareinlagen und politischer EntmĂŒndigung zugefĂŒgt worden ist. Frau Merkels Politik ist jedoch eine andere.
Merkels Verleumdung der DDR-Vergangenheit.
Wenn Merkel erklĂ€rt, wenn man sich meine prĂ€genden Phasen anguckt, dann sind die natĂŒrlich unter den Bedingungen der DDR erfolgt. . ..Ich habe mir gedacht, du hast es eigentlich auch gut. . ..Nicht Abneigung oder immer das Schlechte, sondern das Gute im Menschen suchen. Das war auch immer meine Lebensmaxime. (Interview mit Biograf Gerd Langguth vom 25.2.2005), dann ist das pure Heuchelei. Als Kanzlerin ist ihr keine Plattheit zu primitiv, keine LĂŒge zu groĂ, wenn es darum geht, das Leben in der DDR zu verleumden und in den Schmutz zu ziehen. Hier einige Kostproben:Â
Bemerkenswerte Einblicke in ihre Arbeitsauffassung verrĂ€t uns Angela Merkel mit nachfolgenden Aussagen: âDamals in der DDR wollte man ja eigentlich nicht arbeiten, um die Existenz dieses Staates nicht immer weiter zu perpetuieren.(2)⊠In der DDR konnte man es sich einfach machen, indem man gesagt hat: Weil der Staat so ist, können wir auch keine guten Leistungen vollbringen. Das stimmte zum Teil. Aber man wird natĂŒrlich auch luschig, wenn man einen Staat hat, mit dem man sich entschuldigen kann.
Erst mit der Deutschen Einheit und der Freiheit fiel die Entschuldigung weg. Plötzlich musste man sehen, dass nicht jeder, auch wenn man in der DDR Physiker war, plötzlich den Nobelpreis bekommen hat, obwohl wir alle besser waren, als wir sein konnten. (Rede bei der Katholischen Akademie, 24.3.2009)
Das ist grotesk! Erst mit der Deutschen Einheit konnten alle zeigen, was in ihnen steckt? Die besten Eliten der DDR â aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Kunst und Kultur â wurden âabgewickeltâ, wenn sie nicht als Wendehals made Angela Merkel schnell genug die Kurve gekriegt haben. Sie haben ĂŒberhaupt keine Möglichkeiten mehr, im jetzigen System noch etwas zu sein, geschweige denn besser zu sein, als sie es in der DDR sein konnten. Mit der Deutschen Einheit haben Millionen Menschen die Freiheit, ĂŒberhaupt nichts mehr tun zu dĂŒrfen. Ihre FĂ€higkeiten und Motivationen, fĂŒr sich und die Gesellschaft NĂŒtzliches zu vollbringen, liegen brach. Junge Menschen dösen perspektivlos vor sich hin.
Angie beim RadieschenzĂŒchtenÂ
Statt in der DDR engagiert zu arbeiten, begab sich Angie lieber in den Kleingarten. Sie konnten in der frĂŒheren DDR gut beobachten, wie, wenn die freiheitlichen Bedingungen nicht ausreichend gegeben waren, Menschen dann doch im Kleinen immer wieder versucht haben, an ihre Grenzen zu gehen, um sich zu verwirklichen â und sei es im Kleingarten beim Um-die-Wette-ZĂŒchten von Radieschen. Es ist der natĂŒrliche Drang im Menschen, sich zu beweisen und sich auch zu verwirklichen. (Rede bei der Katholischen Akademie, 24.3.2009)
Auf dieses Kleingartenniveau wollen wir uns nicht begeben. Wir erinnern uns zu gut daran, wie die Mehrheit der BĂŒrger der DDR in der Bildung und Wissenschaft, am Arbeitsplatz, in der Wohngemeinschaft, im Sport und in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sich durchaus die Freiheit nahmen, im Wettbewerb die besten Leistungen zu vollbringen. Wir geben gern zu, dass manchmal dahinter auch etwas gesellschaftlicher Druck stand. Weltspitzenleistungen in der Forschung, Wirtschaft, Kultur und im Sport; ein Bildungssystem, das heute noch vielen LĂ€ndern, die vordere PlĂ€tze im Pisa-Wettbewerb einnehmen, als Beispiel dient und vieles andere legen ein beredtes Zeugnis vom Erfolg eines viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens erfassenden Wettbewerbes ab.
Angies MenschenverachtungÂ
NatĂŒrlich stimmt die Regierungschefin aus ostdeutschen Gefilden in das Lied von der DDR als Unrechtsstaat ein. Aber hier singt sie nicht nur mit, sondern bringt als VorsĂ€ngerin neue Töne in den altbekannten Choral. Auf einer JubilĂ€umsveranstaltung am 8. Mai 2009 gibt sie zunĂ€chst die althergebrachten Verleumdungen von sich: Aber das Ă€ndert nichts daran, dass die DDR ein Unrechtsstaat war. Sie war auf Unrecht gegrĂŒndet. Es gab keine legale Opposition. Es gab keine unabhĂ€ngige Justiz. Es gab keine kritischen Medien. Bevormundung, UnterdrĂŒckung von Widerspruch, Ăberwachung und Bespitzelung waren stĂ€ndig anwesende Begleiter des tĂ€glichen Lebens.
Danach kommt die ungeheuerliche persönliche Zugabe: Hinter dem SchieĂbefehl stand nichts weiter als pure Menschenverachtung. . Ich möchte die Gelegenheit dazu nutzen, auch denen zu danken, die auf der Seite der Staatsmacht standen und im entscheidenden Augenblick nicht zur Waffe griffenâŠ, obwohl ihr Auftrag und ihr SelbstverstĂ€ndnis eigentlich anders aussahen. (JubilĂ€umsveranstaltung âVor 20 Jahren â am Vorabend der friedlichen Revolution 8.5.2009)
Dass Grundlage des Schiessbefehls âpure Menschenverachtungâ war und es zum âSelbstverstĂ€ndnisâ der bewaffneten Organe der DDR gehörte, offenkundig âaus dieser puren Menschenverachtungâ heraus erbarmungslos von der Schusswaffe gebrauch zu machen, treibt jeder Mutter oder Ehefrau, deren Sohn oder Ehemann bei den bewaffneten Organen seinen Dienst tat, die Zornesröte ins Gesicht. Jede Familie, die ihren Sohn zu Anstand, Menschenliebe, Freundschaft und SolidaritĂ€t erzogen hat, muss aufs tiefste schockiert sein, wenn ihrem Kind das Töten von Menschen als âSelbstverstĂ€ndnisâ bescheinigt wird. Jeden Ostdeutschen erfasst Schamesröte, aus dem Munde einer ostdeutschen Frau, die nie selbst Kinder erzogen hat, derartige Beschuldigungen erdulden zu mĂŒssen. Das bisherige Schweigen der Ăffentlichkeit zu derartigen ĂuĂerungen reiht sich in das Schockerlebnis ein.
Wie Schusswaffengebrauch aus purer Menschenverachtung aussieht, konnten wir vor kurzem aus einer Selbstanzeige junger israelischer Soldaten erfahren, die im letzten Gazakrieg mehr als 1400 PalĂ€stinenser getötet und 5000 weitere verletzt haben. âSolange es nur Araber waren, die sie umbrachten, war es okay. Vor allem fĂŒr die JĂŒngeren. FĂŒr sie war es ein groĂes Abenteuer.â (Neues Deutschland 18./19. Juli 2009) Wo bleiben Ihre mahnenden Worte, um kĂŒnftig derartiges zu verhindern? Wo war Ihre öffentlich wahrnehmbare Stimme beim Wirken der amerikanischen Folterknechte in Guantanamo, Abu Graib, von Teilen der US-Army im Irak und Afghanistan, die ohne Vorwarnung ganze Familienclans ausradieren?
Warum hat es eine Einser-Abiturientin mit den Erfahrungen eines 35jĂ€hrigen und erfolgreichen Lebens in der DDR und heutige Bundeskanzlerin notwendig, so viel Unsinn ĂŒber das Leben in der DDR von sich zu geben? Muss man sich auf derart primitive Weise bei der herrschenden Klasse anbiedern? Will man auf diese Art jeglichen Verdacht auslöschen, sich vielleicht doch in und mit den DDR-VerhĂ€ltnissen arrangiert zu haben? Oder hat Angie nur einfach Angst, dass immer mehr Menschen das von ihr vertretene System der Bundesrepublik satt haben und jeder Vergleich mit der DDR von der âPfarrerstochter aus Templinâ (Schorlemmer) verteufelt werden muss? Von groĂem Nutzen fĂŒr das deutsche Volk und viele um ihre Zukunft ringende Völker wĂ€re es, Auswege aus der existenziellen Krise des kapitalistischen Systems auch dadurch zu finden, dass positive Erkenntnisse eines anderen Systems eingebracht werden. Warum ist Angela Merkel zu einer solchen Leistung weder willens noch fĂ€hig? (PK)
(1) Rede zur Eröffnung des 9. Deutschen Seniorentags am 8. 6. 2009 in Leipzig.
(2) Soll auf Deutsch heiĂen: Den Staat möglichst in seiner Entwicklung stören, hemmen.
Das Ostdeutsche Kuratorium von VerbÀnden e.V. (OKV) hat am 9. Mai 2010 diesen Beitrag von Klaus Blessing, 1.VizeprÀsident des OKV, einst StaatssekretÀr im DDR-Wirtschafts-ministerium, veröffentlicht.
Teil 2 und 3 erscheinen in NRhZ 251 und 252.
Die BroschĂŒre mit dem vollstĂ€ndigen Text kann in s/w-Ausfertigung auch zu einem Unkostenpreis von 2 âŹ ĂŒber das OKV bezogen werden, erreichbar ĂŒber GBM e.V., WeitlingstraĂe 89, 10317 Berlin.
An dieser Stelle sei ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt, dass eine Beurteilung der Person Angela Merkel, seitens des Blogs Luzifer-Lux, weitaus prĂ€ziser und somit weitaus weniger verweichlicht ausgefallen wĂ€re. Allein die Tatsache, eine solche Person als "Angie" zu benennen, liegt uns mehr als fern. Diese Tatsache ist geradezu verachtend.
Mögen Menschen eines Tages ein gerechtes Urteil bezĂŒglich dieser Merkel fĂ€llen und vor allem auch vollstrecken.
Wir arbeiten weiterhin daraufhin...