2018 war mit zahlreichen DatenschutzverstöĂen bei Google, Facebook, British Airways und anderen Unternehmen sowie Inkrafttreten der EU-DSGVO ein turbulentes Jahr fĂŒr Datenschutz und Datensicherheit. Jetzt ist es an der Zeit, sich auf 2019 vorzubereiten.
Die Analysten von Netwrix haben sieben wichtige IT-Sicherheitstrends identifiziert, die in diesem Jahr die IT-Sicherheit prĂ€gen werden. Unternehmen sollten sich daher gut vorbereiten, um nicht selbst das Ziel eines DatenschutzverstoĂes zu werden.Â
Trend 1: Strengere Compliance-Regeln
FĂŒr die Compliance zeichnet sich eine VerschĂ€rfung bestehender Regeln ab. Nach der EU-DSGVO wurde der Schutz personenbezogener Daten (PII) weltweit forciert und einige US-Staaten haben bereits regionale Gesetze erlassen, die sich an die DSGVO anlehnen. Kern dieser Regeln sind stets Verfahren zur Sicherheit der PII, Richtlinien zum Löschen der Daten und eine beschleunigte Meldepflicht. 2019 dĂŒrften weltweit weitere Ă€hnliche Vorschriften erlassen werden, die eher noch strenger ausfallen. Unternehmen sollten sich mit bewĂ€hrten Best Practices wie IT-Risikobewertungen, regelmĂ€Ăigen Audits und einer umfassenden Transparenz ĂŒber Datenspeicher und BenutzeraktivitĂ€ten darauf vorbereiten.
Trend 2: Datenzentrierte Sicherheit
In Cloud-Umgebungen und einer BYOD-fĂ€higen Welt verschwindet das Konzept des Perimeters, da die Grenzen der Netzwerkumgebung immer unschĂ€rfer werden. IT-Sicherheitsabteilungen sollten sich deshalb verstĂ€rkt auf die Verteidigung der Daten konzentrieren, um 2019 erfolgreich zu sein. Die gröĂte Herausforderung wird dabei die Datensichtbarkeit sein, das heiĂt, zu evaluieren, welche Art von Daten gespeichert werden, wo sich diese befinden, wer Zugriff darauf hat und wie sie verarbeitet werden. Daher wird der Bedarf an Lösungen steigen, die dabei helfen, den eigenen Datenbestand kontinuierlich zu ermitteln und zu klassifizieren.
Trend 3: Beschleunigte Nutzung der Cloud
Laut einer aktuellen Studie von LogicMonitor werden bis zum Jahr 2020 rund 83 Prozent des Workloads in Unternehmen in der Cloud liegen. Die GrĂŒnde sind meist finanzielle Vorteile und eine höhere AgilitĂ€t, aber damit steigt die Herausforderung, die in der Cloud gespeicherten Daten zu schĂŒtzen. Die allgemeinen Best Practices fĂŒr die Sicherheit bleiben gĂŒltig, wie VerschlĂŒsselung, Zugriffsrechte nach dem Least-Privilege-Prinzip, durchdachte Datenrettungsprozesse, kontinuierliches Monitoring fĂŒr offene und ungeschĂŒtzte APIs sowie eine Optimierung der Kontrollen in Cloud-Infrastrukturen.
Trend 4: Steigende Nachfrage nach kĂŒnstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen
Aufgrund des FachkrĂ€ftemangels automatisieren Verantwortliche fĂŒr die IT-Sicherheit die Prozesse zunehmend, was die Nachfrage nach Lösungen mit kĂŒnstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) erhöht. Auf diesen Bedarf werden Anbieter mit Möglichkeiten zur Automatisierung von Sicherheitsprozessen reagieren, sodass Unternehmen mit KI- und ML-Lösungen rechnen können, die einfacher zu implementieren, billiger und möglicherweise weniger anspruchsvoll als bisher sind. Sie werden diese Vorteile allerdings nur ausspielen können, wenn der Sicherheitsstatus der IT-Infrastruktur ausgereift ist. Um diesen Reifegrad zu erreichen, sollten sie die wesentlichen Sicherheitskontrollen und -prozesse wie regelmĂ€Ăige Risikoanalysen, die Ăberwachung der IT-Umgebung und ein Konfigurationsmanagement implementieren.
Trend 5: Blockchain-Technologie erhöht IT-Sicherheit
Das Potenzial fĂŒr den Einsatz von Blockchain-Technologien zur Datensicherheit wird mehr und mehr genutzt. Als digitales Hauptbuch fĂŒr Datentransaktionen, die auf ein Netzwerk von Computern ohne zentrale Steuerzentrale verteilt sind, eliminiert die Blockchain das Problem eines Single Point of Failure und verhindert menschliche Fehler, die groĂe Datenmengen kompromittieren. Zugleich hilft sie bei der Kontrolle der Datenbearbeitungen und erhöht die Transparenz in den Firmennetzwerken. Blockchain-basierte Datensicherheit wird 2019 noch nicht weit verbreitet sein, nimmt aber zu und die Verantwortlichen in der Datensicherheit sollten sich mit der Technologie vertraut machen.
Trend 6: GefÀhrdete GerÀte in IoT-Umgebungen
Vernetzte GerĂ€te, die Daten sammeln und ĂŒbertragen, sind Teil unseres tĂ€glichen Lebens geworden, von sprachaktivierten Smart-Home-GerĂ€ten wie Alexa ĂŒber Smartwatches bis zu Insulinpumpen und Herzschrittmachern. Allerdings sind diese IoT-GerĂ€te anfĂ€llig fĂŒr Hackerangriffe, da Cyberkriminelle oft mit Standard-Passwörtern auf sie zugreifen können. Deshalb wird es in diesem Jahr vermutlich zu noch mehr neuartigen Angriffen auf IoT-Umgebungen kommen. Private Anwender wie Mitarbeiter sollten daher selbst die Initiative ergreifen und mindestens das Standard-Passwort neuer GerĂ€te Ă€ndern und nach modernen IoT-Sicherheitslösungen suchen.
Trend 7: Personenbezogene Daten im Fokus
In den letzten Jahren gab es Hunderte von Datenschutzverletzungen, zugleich wĂ€chst das Volumen von gestohlenen personenbezogenen Daten exponentiell, wie am Breach Level Index von Gemalto abzulesen ist . Personenbezogene Daten sind fĂŒr potenzielle Angreifer eine Chance, sie fĂŒr Erpressungen oder andere bösartige Zwecke zu nutzen. In solchen Szenarien können Kriminelle von den Mitarbeitern geistiges Eigentum oder andere wertvolle Daten ihrer Organisation erpressen. Ein Grund fĂŒr jedes Unternehmen, die Berechtigungen und AktivitĂ€ten ihrer Nutzer-Accounts auf UnregelmĂ€Ăigkeiten hin zu ĂŒberprĂŒfen.Â
Bekannte Herausforderungen bleiben und neue werden hinzukommen, aber deshalb mĂŒssen Unternehmen nicht in Panik geraten. Wer rechtzeitig vorgewarnt ist, kann sich wappnen: Um 2019 sicher zu bleiben, sollten Firmen grundlegende Sicherheitskontrollen einrichten, auĂerdem sĂ€mtliche Vorschriften, denen sie unterliegen, verstehen und befolgen, und sicherstellen, dass sie Einblick in ihre gesamte IT-Infrastruktur und Daten haben. Dann bleiben sie auch 2019 sicher.