Ein unreifer Mensch flieht. Vor tiefen Beziehungen, mit ihren Abhängigkeiten und Verlustängsten; wenn Dir was zustößt sterbe auch ich. Vor Gesprächen, in denen die Seele nackt und verwundbar ist; ein Igel auf dem Rücken liegend. Vor Gefühlen, die uns ins Bodenlose reißen; uns zerbrechen und neu zusammensetzen. Vor den eigenen Bedürfnissen und vor Entscheidungen; ich kann und will so nicht mehr leben. Vor großen Träumen und harter Arbeit; gemacht aus hundert Litern Herzblut und dem Durchhaltevermögen von Wüstenkakteen. Vor Verantwortung; für das eigene heilige Leben und das von anderen. Vor Problemen und vor fremder Hilfe, die wir dann manchmal einfach brauchen; ja, ich schaff‘s nicht allein. Ein reifer Mensch flieht nicht, er steht da, er stellt sich. Vielleicht zittern ihm die Knie, vielleicht weint und schreit er … und doch bleibt er.
Mymonk.de













